Am 5. Februar 2026 hat die Vorsitzende der Gewerkschaft GPA, Barbara Teiber, in Wien eine klare Botschaft übermittelt: Österreich braucht eine gerechte Steuerverteilung, um den Sozialstaat nachhaltig zu finanzieren. In ihrer Rede betonte sie die ungleiche Verteilung der Steuerlast, die derzeit zu 80
Am 5. Februar 2026 hat die Vorsitzende der Gewerkschaft GPA, Barbara Teiber, in Wien eine klare Botschaft übermittelt: Österreich braucht eine gerechte Steuerverteilung, um den Sozialstaat nachhaltig zu finanzieren. In ihrer Rede betonte sie die ungleiche Verteilung der Steuerlast, die derzeit zu 80 Prozent von Beschäftigten und Konsument:innen getragen wird, während große vererbte Vermögen kaum zur Finanzierung beitragen.
Eine Erbschaftssteuer ist eine Abgabe, die auf das Vermögen erhoben wird, das eine Person nach dem Tod an ihre Erben weitergibt. In Österreich wird derzeit diskutiert, wie diese Steuer gerechter gestaltet werden kann, ohne kleine Erbschaften oder das Eigenheim zu belasten. Frau Teiber argumentiert, dass eine klug gestaltete Erbschaftssteuer nicht nur Gerechtigkeit schaffen, sondern auch finanzielle Spielräume für Zukunftsinvestitionen eröffnen könnte.
Die Diskussion über Steuergerechtigkeit ist in Österreich nicht neu. Bereits in den 1970er Jahren gab es erste Ansätze, eine faire Verteilung der Steuerlast zu erreichen. Doch trotz vieler Reformen ist die Ungleichheit bis heute ein Thema. Die Einführung einer Erbschaftssteuer wurde in der Vergangenheit immer wieder diskutiert, jedoch nie flächendeckend umgesetzt. In vielen europäischen Ländern ist sie jedoch seit Jahren Standard und wird als Mittel zur Reduzierung der Vermögensungleichheit gesehen.
Ein Blick über die Grenzen zeigt, dass sowohl Deutschland als auch die Schweiz Erbschaftssteuern erheben. In Deutschland gibt es Freibeträge, die sicherstellen, dass nur größere Vermögen besteuert werden. Die Schweiz hingegen hat kantonale Unterschiede, die eine flexible Anpassung an regionale Gegebenheiten ermöglichen. Diese Beispiele zeigen, dass eine Erbschaftssteuer nicht zwangsläufig den Mittelstand belastet, sondern gezielt große Vermögen adressieren kann.
Die Einführung einer Erbschaftssteuer könnte erhebliche Auswirkungen auf die österreichische Bevölkerung haben. Einerseits könnte sie zu einer gerechteren Verteilung der Steuerlast führen, andererseits besteht die Sorge, dass sie den Mittelstand belasten könnte. Frau Teiber betont jedoch, dass eine maßvolle und treffsichere Ausgestaltung die öffentlichen Leistungen stärken würde, auf die sowohl Unternehmen als auch Beschäftigte angewiesen sind.
Aktuelle Analysen zeigen, dass dem österreichischen Staat jährlich rund 7,4 Milliarden Euro entgehen, während die Hauptlast der Steuern von Beschäftigten und Konsument:innen getragen wird. Diese Zahlen verdeutlichen die Dringlichkeit einer Reform, die die Steuerlast gerechter verteilt.
Experten sind sich einig, dass eine gerechte Steuerpolitik langfristig zu einer stabileren Wirtschaft führen könnte. Die Einführung einer Erbschaftssteuer könnte nicht nur die Vermögensungleichheit reduzieren, sondern auch Investitionen und Arbeitsplätze sichern. Eine moderne Steuerpolitik sollte daher nicht nur kurzfristige Einnahmen im Blick haben, sondern auch die langfristige Stabilität des Sozialstaats gewährleisten.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Österreich dringend eine gerechte Steuerpolitik benötigt. Die Diskussion um eine Erbschaftssteuer ist ein wichtiger Schritt in diese Richtung. Es bleibt abzuwarten, wie die politischen Entscheidungsträger auf diese Forderungen reagieren werden. Eine umfassende Reform könnte nicht nur die finanzielle Lage des Staates verbessern, sondern auch zu mehr sozialer Gerechtigkeit führen. Weitere Informationen zu diesem Thema finden Sie auf der Webseite der Gewerkschaft GPA.