Die Zukunft der Medien steht vor einem Wendepunkt, und die Generation Z könnte der Katalysator für diese Veränderung sein. Beim Journalistinnenkongress 2025 in Wien, der am 5. November stattfand, wurden spannende Diskussionen über die Rolle der Gen Z in der Medienwelt geführt. Experten aus verschied
Die Zukunft der Medien steht vor einem Wendepunkt, und die Generation Z könnte der Katalysator für diese Veränderung sein. Beim Journalistinnenkongress 2025 in Wien, der am 5. November stattfand, wurden spannende Diskussionen über die Rolle der Gen Z in der Medienwelt geführt. Experten aus verschiedenen Bereichen kamen zusammen, um über die Herausforderungen und Chancen zu sprechen, die diese neue Generation mit sich bringt.
Melanie Bartos, Wissenschaftskommunikatorin an der Universität Innsbruck, betonte, dass das Internet mittlerweile ein unverzichtbarer Bestandteil unseres Alltags ist. Sie argumentierte, dass es als Teil der öffentlichen Infrastruktur betrachtet werden sollte. Dies bedeutet, dass die öffentliche Hand eine größere Verantwortung übernehmen muss, um sicherzustellen, dass unabhängiger Journalismus erhalten bleibt.
Die Vorstellung, dass das Internet eine öffentliche Infrastruktur ist, ist nicht neu. Schon in den frühen 2000er Jahren begannen Experten darüber zu diskutieren, wie das Internet reguliert und geschützt werden sollte, um die Meinungsfreiheit zu gewährleisten. In Ländern wie Südkorea und Finnland wurde der Zugang zum Internet bereits als Grundrecht anerkannt, was zeigt, wie wichtig dieser Aspekt für die Zukunft der Gesellschaft ist.
Ein weiterer Punkt, den Bartos ansprach, war die problematische Verbindung zwischen sozialen Medien und politischen Strömungen. Sie erklärte, dass die Finanzierung bestimmter Plattformen durch politische Gruppen die Unabhängigkeit der Medien gefährden kann. In einer Welt, in der Plattformen wie Facebook und Twitter eine zentrale Rolle in der Nachrichtenverbreitung spielen, ist diese Problematik besonders relevant.
Historisch gesehen gab es immer wieder Versuche, Medien für politische Zwecke zu instrumentalisieren. In der Vergangenheit wurden Zeitungen und Fernsehsender von politischen Parteien genutzt, um ihre Agenda zu verbreiten. Die Digitalisierung hat diesen Prozess jedoch beschleunigt und globalisiert, was die Herausforderung noch größer macht.
Antonia Titze, Social-Media-Redakteurin beim Standard, hob die Bedeutung von Transparenz im Journalismus hervor. Sie betonte, dass die finanziellen Hürden, die viele Medienhäuser zu überwinden haben, das Vertrauen der Leser schmälern können. Transparenz in der Berichterstattung und in den Geschäftsmodellen könnte helfen, dieses Vertrauen zurückzugewinnen.
Der Ruf nach mehr Transparenz ist nicht neu. Bereits in den 1960er Jahren forderten Medienkritiker mehr Offenheit in der Berichterstattung. Die Watergate-Affäre in den USA war ein Wendepunkt, der zeigte, wie wichtig investigativer Journalismus und Transparenz sind. Heute, im digitalen Zeitalter, ist diese Forderung aktueller denn je.
Titze sprach auch über die geringe Aufmerksamkeitsspanne der Nutzer im digitalen Zeitalter. Algorithmen, die Inhalte basierend auf Nutzerpräferenzen ausspielen, tragen dazu bei, dass nur bestimmte Nachrichten wahrgenommen werden. Dies stellt eine Herausforderung für Journalisten dar, die versuchen, komplexe Themen zu vermitteln.
Um diese Herausforderung zu bewältigen, könnten Medienhäuser in Zukunft verstärkt auf interaktive Formate und visuelle Erzählweisen setzen. Diese Ansätze könnten helfen, die Aufmerksamkeit der Nutzer zu gewinnen und gleichzeitig tiefere Einblicke in komplexe Themen zu bieten.
Valerie Huber, Schauspielerin und Autorin, warnte vor den Gefahren sozialer Medien. Obwohl sie die Möglichkeit bieten, Themen aufzugreifen, die in klassischen Medien oft unterrepräsentiert sind, führen sie auch zu einer Entfremdung von der Natur und von uns selbst. Huber betonte, dass politische Inhalte oft weniger sichtbar sind als unterhaltsame Inhalte.
Die Diskussion über die Auswirkungen sozialer Medien ist seit ihrer Entstehung ein heißes Thema. Bereits in den 2010er Jahren begannen Forscher, die psychologischen Effekte von Plattformen wie Instagram und Snapchat zu untersuchen. Die Ergebnisse zeigten, dass exzessive Nutzung zu Isolation und Depression führen kann, was die Notwendigkeit eines bewussteren Umgangs mit diesen Medien unterstreicht.
Die Gen Z steht vor der Herausforderung, die Medienlandschaft aktiv mitzugestalten. Huber betonte, dass es wichtig ist, dass verschiedene Generationen in den Dialog treten und voneinander lernen. Nur so kann eine zukunftsfähige Medienlandschaft entstehen.
Ein Blick in die Geschichte zeigt, dass jede Generation ihre eigenen Herausforderungen und Chancen hatte. Die Babyboomer revolutionierten die Arbeitswelt, die Generation X prägte die digitale Transformation, und nun liegt es an der Gen Z, die Medien neu zu definieren. Diese Aufgabe erfordert Mut, Kreativität und den Willen zur Zusammenarbeit.
Die Diskussionen beim Journalistinnenkongress 2025 haben gezeigt, dass die Gen Z eine Schlüsselrolle in der Zukunft der Medien spielen wird. Ihre Fähigkeit, technologische Innovationen zu nutzen und neue Formen des Journalismus zu entwickeln, könnte die Art und Weise, wie wir Nachrichten konsumieren, grundlegend verändern.
Experten sind sich einig, dass die Medienlandschaft in den nächsten Jahren dynamischer und vielfältiger werden wird. Neue Technologien wie künstliche Intelligenz und Augmented Reality könnten neue Möglichkeiten für den Journalismus eröffnen. Gleichzeitig wird die Frage der Ethik und der Verantwortung immer wichtiger, um das Vertrauen der Öffentlichkeit zu gewinnen.
Die Zukunft der Medien liegt in den Händen der Gen Z. Ihre Fähigkeit, die Herausforderungen der digitalen Welt zu meistern und eine neue, nachhaltige Medienlandschaft zu schaffen, wird entscheidend für die Zukunft der Gesellschaft sein. Der Journalistinnenkongress 2025 hat deutlich gemacht, dass es an der Zeit ist, alte Denkmuster zu hinterfragen und neue Wege zu gehen.
Die kommenden Jahre werden zeigen, wie gut die Gen Z auf diese Herausforderung vorbereitet ist. Eines ist sicher: Die Medienwelt wird sich weiterentwickeln, und es liegt an uns allen, diese Entwicklung positiv zu gestalten.