Am 14. Januar 2026 fand in Wien eine bemerkenswerte Veranstaltung statt, die das Potenzial hat, den österreichischen Journalismus nachhaltig zu verändern. Der Presseclub Concordia war Gastgeber der Gründungsveranstaltung des Netzwerks 'Gemeinwohlorientierter Journalismus'. Diese Initiative zielt dar
Am 14. Januar 2026 fand in Wien eine bemerkenswerte Veranstaltung statt, die das Potenzial hat, den österreichischen Journalismus nachhaltig zu verändern. Der Presseclub Concordia war Gastgeber der Gründungsveranstaltung des Netzwerks 'Gemeinwohlorientierter Journalismus'. Diese Initiative zielt darauf ab, den Fokus von rein kommerziellen Interessen hin zu einem Journalismus zu verschieben, der dem Gemeinwohl dient. Die Veranstaltung ist ab sofort in der OKTOTHEK verfügbar und wird heute um 17:30 Uhr auf OKTO ausgestrahlt.
Der Begriff 'Gemeinwohlorientierter Journalismus' beschreibt eine Form des Journalismus, die sich primär an den Bedürfnissen der Gesellschaft orientiert, statt an den Interessen von Werbekunden oder Aktionären. Dabei wird der Fokus auf Themen gelegt, die für die Allgemeinheit von Bedeutung sind, wie etwa Bildung, Gesundheit und soziale Gerechtigkeit. Walter Strobl vom Presseclub Concordia eröffnete die Veranstaltung mit einem Impulsvortrag, in dem er die juristischen Grundlagen und Grenzen dieser Art des Journalismus erläuterte.
Im Rahmen des Impulsvortrags wurden die rechtlichen Rahmenbedingungen für gemeinwohlorientierten Journalismus diskutiert. In Österreich regelt das Mediengesetz die Pflichten und Rechte von Journalisten. Ein zentraler Aspekt ist die Wahrung der journalistischen Sorgfaltspflicht, die sicherstellt, dass Informationen korrekt und ausgewogen präsentiert werden. Walter Strobl betonte, dass gemeinwohlorientierter Journalismus auch die Verantwortung mit sich bringt, die Öffentlichkeit umfassend und objektiv zu informieren.
Der Gedanke, dass Journalismus dem Gemeinwohl dienen sollte, ist nicht neu. Bereits im frühen 20. Jahrhundert gab es Bestrebungen, den Journalismus von wirtschaftlichen Zwängen zu befreien. In den letzten Jahrzehnten hat der Druck auf Medienunternehmen jedoch zugenommen, was oft zu einer Sensationsberichterstattung geführt hat. In Österreich gab es immer wieder Initiativen, die sich für einen unabhängigen und gemeinwohlorientierten Journalismus stark machten, doch erst jetzt scheint der Gedanke auf fruchtbaren Boden zu fallen.
In Deutschland und der Schweiz gibt es bereits etablierte Modelle für gemeinwohlorientierten Journalismus. In Deutschland agiert beispielsweise die 'taz' als Genossenschaft, die sich durch Mitgliedsbeiträge finanziert und somit unabhängig von Werbung ist. In der Schweiz gibt es ähnliche Modelle, die zeigen, dass ein solcher Ansatz erfolgreich sein kann. Österreich könnte von diesen Beispielen lernen und eigene Wege entwickeln, um den Journalismus nachhaltiger zu gestalten.
Ein gemeinwohlorientierter Journalismus könnte erhebliche Vorteile für die Bürger mit sich bringen. Durch die Fokussierung auf relevante Themen könnte die Berichterstattung dazu beitragen, dass Bürger besser informiert und somit in der Lage sind, fundierte Entscheidungen zu treffen. Ein Beispiel hierfür ist die Berichterstattung über Umweltfragen, die oft komplex und vielschichtig sind. Durch eine tiefere und umfassendere Berichterstattung könnten Bürger besser verstehen, welche Maßnahmen notwendig sind, um den Klimawandel zu bekämpfen.
Statistiken zeigen, dass das Vertrauen in die Medien in den letzten Jahren gesunken ist. Eine Studie der Universität Wien aus dem Jahr 2025 ergab, dass nur noch 35% der Österreicher den Medien voll vertrauen. Ein gemeinwohlorientierter Ansatz könnte dazu beitragen, dieses Vertrauen wiederherzustellen, indem er Transparenz und Rechenschaftspflicht in den Mittelpunkt stellt.
Während der Veranstaltung kamen verschiedene Experten zu Wort. Lea Susemichel von 'an.schläge' betonte die Bedeutung von Diversität im Journalismus, während Helge Fahrnberger von 'Kobuk' die Herausforderungen der Finanzierung ansprach. Christian Jungwirth von 'Okto' hob die Chancen hervor, die sich durch die Digitalisierung für einen gemeinwohlorientierten Journalismus ergeben.
Die Zukunft des gemeinwohlorientierten Journalismus in Österreich sieht vielversprechend aus. Mit der Gründung des Netzwerks und der Unterstützung durch den Presseclub Concordia gibt es eine solide Basis für die Weiterentwicklung dieses Ansatzes. Es bleibt abzuwarten, wie sich diese Initiative in den kommenden Jahren entwickelt und welche konkreten Maßnahmen ergriffen werden, um den Journalismus in Österreich nachhaltiger zu gestalten.
Die Gründungsveranstaltung des Netzwerks 'Gemeinwohlorientierter Journalismus' könnte ein Wendepunkt für den österreichischen Journalismus sein. Die vorgestellten Konzepte und Ideen bieten eine spannende Perspektive für die Zukunft. Es bleibt zu hoffen, dass diese Initiative auf breite Unterstützung stößt und dazu beiträgt, das Vertrauen in die Medien wiederherzustellen. Mehr Informationen zu diesem Thema finden Sie in der OKTOTHEK.