Dritte Runde der Pflege-Gespräche thematisiert Zukunft der Pflegefinanzierung
Der Österreichische Gemeindebund diskutiert am 20. Februar 2026 die Finanzierung der Pflege zwischen Bund, Ländern und Gemeinden.
Die demografische Entwicklung stellt Österreichs Pflegesystem vor große Herausforderungen. Der Österreichische Gemeindebund greift diese brennende Thematik mit der dritten Ausgabe seiner "Pflege-Gespräche" auf und lädt am 20. Februar 2026 zu einer hochkarätigen Diskussionsrunde ins Wiener Haus der Industrie.
Die Überalterung der Gesellschaft macht sich besonders dort bemerkbar, wo der Alltag organisiert wird: in den Gemeinden und Familien. Dort zeigen sich die Auswirkungen des demografischen Wandels am deutlichsten, wenn es um die konkrete Umsetzung von Pflegeleistungen geht. Die Gemeinden stehen dabei vor der Aufgabe, trotz komplexer Finanzierungsstrukturen zwischen Bund, Ländern und Kommunen eine verlässliche Pflegeversorgung zu gewährleisten.
Johannes Pressl, Präsident des Österreichischen Gemeindebundes, wird die Veranstaltung moderieren und dabei den Fokus auf die zentrale Frage richten: "Wer trägt die Pflege von morgen?" Diese Fragestellung ist angesichts der steigenden Pflegekosten und des wachsenden Bedarfs von besonderer Relevanz für alle Ebenen der österreichischen Verwaltung.
Ein Hauptziel der Veranstaltung ist es, die komplexen Finanzierungsstrukturen im österreichischen Pflegesystem transparent zu machen. Die Aufteilung der Kosten und Zuständigkeiten zwischen Bund, Ländern und Gemeinden ist für viele Beteiligte oft schwer durchschaubar. Diese Intransparenz erschwert nicht nur die politische Diskussion, sondern auch die praktische Umsetzung von Pflegereformen.
Die Diskussionsrunde soll Klarheit in diese Strukturen bringen und aufzeigen, welche Handlungsoptionen den verschiedenen Akteuren zur Verfügung stehen. Dabei geht es nicht nur um die reine Kostenverteilung, sondern auch um die Frage, wie Effizienz und Qualität in der Pflege gewährleistet werden können.
Auf dem Podium werden Vertreterinnen und Vertreter aus verschiedenen Bereichen diskutieren, die alle einen direkten Bezug zur Pflegethematik haben. Neben Repräsentanten von Bund, Ländern und Gemeinden werden auch Vertreter der Kammern an der Diskussion teilnehmen. Diese Zusammensetzung gewährleistet, dass sowohl die politische als auch die praktische Perspektive in die Diskussion einfließt.
Besonders wichtig ist dabei der Einbezug der Gemeindevertreter, da sie täglich mit den Herausforderungen der Pflegeorganisation konfrontiert sind. Sie können aus erster Hand berichten, wo die aktuellen Strukturen an ihre Grenzen stoßen und welche Lösungsansätze in der Praxis bereits erprobt werden.
Der Untertitel der Veranstaltung "Pflege zwischen Anspruch und Leistbarkeit" bringt das Spannungsfeld auf den Punkt, in dem sich die österreichische Pflegepolitik bewegt. Einerseits steigen die Ansprüche an die Qualität und Verfügbarkeit von Pflegeleistungen kontinuierlich. Andererseits müssen diese Leistungen auch finanzierbar bleiben, ohne die öffentlichen Haushalte zu überlasten.
Diese Balance zu finden ist eine der größten politischen Herausforderungen der kommenden Jahre. Dabei geht es nicht nur um die absolute Höhe der Pflegekosten, sondern auch um deren Verteilung zwischen den verschiedenen Kostenträgern und um die Frage, welche Leistungen von der öffentlichen Hand finanziert werden sollen.
Die Veranstaltung soll nicht nur Probleme aufzeigen, sondern konkrete, tragfähige Lösungsschritte identifizieren. Dabei stehen verschiedene Zukunftsmodelle zur Diskussion, die von einer Reform der bestehenden Strukturen bis hin zu grundlegend neuen Finanzierungsansätzen reichen können.
Ein wichtiger Aspekt dabei ist die Frage nach der Rolle der verschiedenen staatlichen Ebenen. Während der Bund für die grundsätzlichen Rahmenbedingungen verantwortlich ist, obliegt die konkrete Umsetzung oft den Ländern und Gemeinden. Diese Aufteilung führt immer wieder zu Koordinationsproblemen und Finanzierungslücken.
Die Veranstaltung findet im Urbansaal des Hauses der Industrie am Schwarzenbergplatz in Wien statt. Um eine möglichst breite Teilnahme zu ermöglichen, wird die Diskussion hybrid durchgeführt. Interessierte können sowohl vor Ort als auch online via Microsoft Teams teilnehmen.
Die Registrierung beginnt bereits um 12:00 Uhr, die eigentliche Veranstaltung läuft von 13:00 bis 15:00 Uhr. Diese zeitliche Struktur ermöglicht es auch Berufstätigen, an der wichtigen Diskussion teilzunehmen. Die Anmeldung erfolgt über das Online-Portal des Gemeindebundes.
Die "Pflege-Gespräche" haben sich als wichtige Plattform für den Austausch zwischen verschiedenen Stakeholdern im österreichischen Pflegesystem etabliert. Die dritte Ausgabe dieser Reihe zeigt, dass der Diskussionsbedarf in diesem Bereich nach wie vor groß ist. Jede Veranstaltung beleuchtet dabei andere Aspekte der komplexen Pflegethematik.
Durch die Kontinuität dieser Diskussionsreihe wird gewährleistet, dass wichtige Themen nicht nur einmalig behandelt, sondern kontinuierlich weiterverfolgt werden. Dies ist besonders wichtig, da sich die Rahmenbedingungen in der Pflege ständig ändern und neue Herausforderungen entstehen.
Obwohl die Veranstaltung in Wien stattfindet, sind die diskutierten Themen für ganz Österreich von Relevanz. Die Herausforderungen der Pflegefinanzierung betreffen alle Gemeinden, unabhängig von ihrer Größe oder geografischen Lage. Besonders kleinere Gemeinden stehen oft vor besonderen Problemen bei der Organisation von Pflegeleistungen.
Die Online-Teilnahmemöglichkeit stellt sicher, dass auch Vertreter aus entlegeneren Gebieten an der Diskussion teilnehmen können. Dies ist wichtig, da gerade diese Regionen oft mit besonderen Herausforderungen bei der Pflegeversorgung konfrontiert sind.
Die Ergebnisse der Diskussion werden voraussichtlich in die weitere politische Arbeit des Gemeindebundes einfließen und können damit direkten Einfluss auf die Gestaltung der österreichischen Pflegepolitik haben. Für alle Interessierten besteht die Möglichkeit, sich online zu registrieren und an dieser wichtigen Zukunftsdiskussion teilzunehmen.