Ein spannendes Treffen im Herzen der Wiener Politiklandschaft verspricht eine Wende in der österreichischen Minderheitenpolitik. Die Volksgruppenvertreter fordern nicht weniger als eine Revolution im Bildungssystem und eine grundlegende Überarbeitung des Volksgruppengesetzes. Doch was steckt hinter
Ein spannendes Treffen im Herzen der Wiener Politiklandschaft verspricht eine Wende in der österreichischen Minderheitenpolitik. Die Volksgruppenvertreter fordern nicht weniger als eine Revolution im Bildungssystem und eine grundlegende Überarbeitung des Volksgruppengesetzes. Doch was steckt hinter diesen dramatischen Forderungen?
Im Parlament kamen die Vorsitzenden der Volksgruppenbeiräte und die Bereichssprecher der Parlamentsfraktionen zusammen, um über die Zukunft der autochthonen Volksgruppen zu diskutieren. Im Fokus stand die Förderung der Volksgruppensprachen im Bildungssystem sowie eine Novellierung des Volksgruppengesetzes. Ein parlamentarischer Konvent wurde vorgeschlagen, um diese Anliegen zu konkretisieren.
Die Vertreter der Volksgruppen betonten die Notwendigkeit einer durchgehenden Sprachbildung von der Kindheit bis zur Universität. Bernard Sadovnik, Vorsitzender des slowenischen Volksgruppenbeirats, plädierte für eine offensive Sprachpolitik, um die Minderheitensprachen als europäische Schätze sichtbarer zu machen. Ähnliche Töne schlug Sebastian Walcher aus der Steiermark an, der die Bedeutung des Bildungssystems für den Spracherhalt unterstrich.
Josef Buranits vom kroatischen Volksgruppenbeirat forderte eine Novellierung des Volksgruppengesetzes von 1976, um es an die heutigen Bedürfnisse anzupassen. Ein parlamentarischer Konvent zur Reform des Gesetzes könnte 2026, zum 50-jährigen Jubiläum des Gesetzes, ein wichtiges Signal senden. Auch die 70. Jährung des Staatsvertrags böte Gelegenheit, die Anliegen der Volksgruppen ins Rampenlicht zu rücken.
Die politischen Vertreter im Parlament zeigten sich offen für die Anliegen der Volksgruppen. ÖVP-Mandatarin Agnes Totter lobte die Verdoppelung der Volksgruppenförderung und wünschte sich konkrete Umsetzungsmaßnahmen. NEOS-Politiker Michael Bernhard forderte, dass aus dem Dialogforum konkrete Lösungen entstehen müssen. Die Grüne Olga Voglauer schlug eine parlamentarische Enquete zur Gesetzesausarbeitung vor.
Nationalratspräsident Wolfgang Rosenkranz versprach, den Dialog weiterzuführen und die Vorschläge der Volksgruppenvertreter ernst zu nehmen. Er möchte alle relevanten Ministerien in die Gespräche einbinden, um den Anliegen gerecht zu werden.
Die nächste Veranstaltung mit Volksgruppenbezug wird am 8. April 2025 im Parlament stattfinden, wenn der Internationale Roma-Tag begangen wird. Ob bis dahin die geforderten Änderungen umgesetzt werden, bleibt abzuwarten. Doch eines ist sicher: Die Volksgruppen in Österreich geben nicht auf und kämpfen weiter für ihre Rechte!