Am 18. Jänner 2026 fand im niederösterreichischen Landesklinikum Mauer eine bewegende Gedenkveranstaltung statt. An diesem Ort, der während der NS-Zeit als 'Heil- und Pflegeanstalt Mauer-Öhling' bekannt war, wurde der Opfer der NS-Euthanasie gedacht. Diese Veranstaltung markiert den 86. Jahrestag de
Am 18. Jänner 2026 fand im niederösterreichischen Landesklinikum Mauer eine bewegende Gedenkveranstaltung statt. An diesem Ort, der während der NS-Zeit als 'Heil- und Pflegeanstalt Mauer-Öhling' bekannt war, wurde der Opfer der NS-Euthanasie gedacht. Diese Veranstaltung markiert den 86. Jahrestag des Beginns der systematischen Ermordung von Menschen mit körperlichen oder psychischen Erkrankungen im Schloss Hartheim. Innenminister Gerhard Karner betonte in seiner Rede die Notwendigkeit, die Geschichten der 2.848 ermordeten Patientinnen und Patienten nicht zu vergessen.
Die NS-Euthanasie war ein düsteres Kapitel der Geschichte, das in Österreich tiefe Spuren hinterlassen hat. Zwischen 1940 und 1945 wurden im Rahmen der Aktion T4 zahlreiche Menschen ermordet, die als 'lebensunwert' galten. Schloss Hartheim in Oberösterreich war eines der sechs Haupttötungsanstalten im Deutschen Reich. Hier wurden Menschen unter dem Vorwand der medizinischen Behandlung ermordet. Die Gedenkveranstaltung in Mauer erinnert an diese Verbrechen und fordert eine Auseinandersetzung mit der Vergangenheit.
Im Vergleich zu Deutschland und der Schweiz wurden in Österreich die Verbrechen der NS-Euthanasie lange Zeit weniger intensiv aufgearbeitet. Während in Deutschland zahlreiche Erinnerungsorte etabliert wurden, hinkt Österreich in dieser Hinsicht hinterher. Die Gedenkveranstaltung in Mauer ist ein Schritt in die richtige Richtung, um das Bewusstsein für diese Geschichte zu schärfen.
Die systematische Ermordung von Menschen mit Behinderungen und psychischen Erkrankungen hat nicht nur die betroffenen Familien, sondern die gesamte Gesellschaft nachhaltig beeinflusst. Die Stigmatisierung von Menschen mit Behinderungen war eine direkte Folge dieser Ideologie. Heute ist es wichtiger denn je, für eine inklusive Gesellschaft einzutreten, in der jedes Leben gleich viel wert ist.
Die Dimension der NS-Euthanasie in Österreich ist erschreckend. Schätzungen zufolge wurden in Österreich etwa 30.000 Menschen im Rahmen der Euthanasieprogramme getötet. Die Gedenktafel in Mauer erinnert auch an elf Kriegsgefangene aus verschiedenen Ländern, die dort ermordet wurden. Diese Zahlen verdeutlichen die Brutalität und das Ausmaß der Verbrechen.
Die Gedenkarbeit in Österreich hat sich in den letzten Jahren intensiviert. Mit der bevorstehenden Niederösterreichischen Landesausstellung 2026 wird der Gedenkort in Mauer weiterentwickelt. Diese Ausstellung wird das Thema 'Mensch.Psyche.Gesundheit' in den Mittelpunkt stellen und das Schicksal der Opfer sichtbar machen. Innenminister Karner betonte, dass Gedenkarbeit auch Zukunftsarbeit ist, um die Demokratie zu stärken und die Rechtsstaatlichkeit zu bewahren.
Die Gedenkveranstaltung in Mauer ist ein wichtiger Schritt, um die Erinnerung an die Opfer der NS-Euthanasie wachzuhalten und eine Mahnung an die Gesellschaft, wachsam zu sein. Es liegt in unserer Verantwortung, diese Geschichten zu erzählen und sicherzustellen, dass solche Verbrechen nie wieder geschehen.