Schnedlitz prangert explodierende Beratungskosten der Regierung an
FPÖ-Generalsekretär Schnedlitz kritisiert die steigenden Ausgaben für externe Berater und fordert sofortige Beendigung der "Geldverschwendung".
Die FPÖ geht scharf mit der aktuellen Regierung ins Gericht und kritisiert die stark gestiegenen Ausgaben für externe Beratungsleistungen. FPÖ-Generalsekretär und Heimatschutzsprecher Michael Schnedlitz bezeichnete die Entwicklung als "schamlose Geldverprasserei auf Kosten der Steuerzahler".
Nach Angaben der FPÖ sind im letzten Quartal 2025 fast 28 Millionen Euro an externe Beratungsunternehmen geflossen. Dies entspreche einer dramatischen Steigerung von über 11 Millionen Euro gegenüber dem Vorquartal. "28 Millionen Euro in drei Monaten ergeben jeden Tag Beraterkosten von über sagenhaften 300.000 Euro", rechnet Schnedlitz vor.
Diese Zahlen werfen Fragen zur Effizienz und zum Umgang mit öffentlichen Mitteln auf. Die Opposition sieht darin einen unverantwortlichen Umgang mit Steuergeldern, während die Regierung die Notwendigkeit externer Expertise für komplexe politische Herausforderungen betont.
Besonders scharf kritisiert Schnedlitz die Prioritätensetzung der Regierung. Er stellt die hohen Beratungskosten den sozialen Problemen des Landes gegenüber: "Wenn man bedenkt, dass in Österreich laut letzten Erhebungen etwa 20.000 Obdachlose ihr Dasein fristen und sich ihre Mahlzeiten erbetteln müssen, ist diese Geldverschwendung umso mehr verwerflich, asozial und unmoralisch."
Der FPÖ-Politiker rechnet vor, dass mit den täglich 300.000 Euro für Berater alle Obdachlosen in Österreich mit warmem Essen zu je 15 Euro versorgt werden könnten. Diese Gegenüberstellung soll die aus Sicht der FPÖ falschen Prioritäten der Regierung verdeutlichen.
Tatsächlich ist die Obdachlosigkeit in Österreich ein zunehmendes Problem. Laut verschiedenen Studien und Erhebungen ist die Zahl der Menschen ohne festen Wohnsitz seit 2021 gestiegen. Die Gründe dafür sind vielfältig und reichen von steigenden Wohnkosten über psychische Erkrankungen bis hin zu wirtschaftlichen Schwierigkeiten.
Sozialorganisationen warnen regelmäßig vor den schwierigen Lebensbedingungen obdachloser Menschen, besonders in den Wintermonaten. Die Versorgung mit warmen Mahlzeiten ist dabei nur ein Aspekt der umfassenden Hilfe, die diese Menschen benötigen.
Schnedlitz sieht in den hohen Beratungskosten ein Symptom für eine verfehlte Regierungspolitik: "Jeder Euro, der in diesen Berater-Dschungel fließt, fehlt zudem bei unseren Familien, Pensionisten und im Sicherheitsbudget." Die FPÖ fordert eine "sofortige Beendigung dieser Exzesse".
Die Kritik richtet sich gegen die schwarz-rot-pinke Koalition, die von der FPÖ als "Verlierer-Koalition" bezeichnet wird. Diese scharfe Rhetorik ist typisch für die oppositionelle Rolle der FPÖ und ihre Strategie, sich als Alternative zur aktuellen Regierung zu positionieren.
Die FPÖ nutzt die Kritik an den Beratungskosten, um ihre grundsätzliche Forderung nach vorgezogenen Neuwahlen zu untermauern. Schnedlitz spricht von einer "Verlierer-Truppe", die "schlichtweg fertig" sei. "Tagtäglich mehren sich die Gründe für eine vorgezogene Neuwahl, damit dieser Spuk endlich ein Ende finden kann", so der FPÖ-Politiker.
Als Alternative propagiert die FPÖ "eine Politik mit Hausverstand und Anstand unter einem Volkskanzler Herbert Kickl". Diese Formulierung zeigt den Führungsanspruch von FPÖ-Chef Herbert Kickl und die Ambitionen der Partei auf die Kanzlerschaft.
Die Beauftragung externer Berater durch die öffentliche Hand ist grundsätzlich nicht ungewöhnlich und kann in bestimmten Situationen sinnvoll sein. Externe Expertise kann bei komplexen Projekten, speziellem Fachwissen oder temporären Engpässen hilfreich sein.
Kritisch wird es jedoch, wenn die Kosten für externe Beratung unverhältnismäßig steigen oder wenn der Eindruck entsteht, dass Kernkompetenzen der Verwaltung ausgelagert werden. In diesem Spannungsfeld bewegt sich die aktuelle Debatte.
Ein wichtiger Aspekt in der Diskussion um Beratungskosten ist die Transparenz. Bürgerinnen und Bürger haben ein berechtigtes Interesse daran zu erfahren, wofür ihre Steuergelder verwendet werden. Gleichzeitig müssen externe Beratungsleistungen einer angemessenen Kontrolle unterliegen.
Die Opposition nutzt die verfügbaren Zahlen, um die Regierung unter Druck zu setzen und ihre eigene politische Position zu stärken. Dies ist ein normaler demokratischer Prozess, bei dem verschiedene Sichtweisen aufeinanderprallen.
Die scharfe Kritik der FPÖ reiht sich ein in eine grundsätzliche Oppositionsstrategie, die darauf abzielt, die Regierung als verschwenderisch und bürgerfern darzustellen. Die Gegenüberstellung von Beratungskosten und sozialen Problemen ist dabei ein bewährtes rhetorisches Mittel.
Gleichzeitig spiegelt die Debatte auch berechtigte Sorgen der Bevölkerung wider. In Zeiten wirtschaftlicher Herausforderungen und steigender Lebenshaltungskosten ist die Sensibilität für den Umgang mit öffentlichen Mitteln besonders hoch.
Die Regierung wird sich den Vorwürfen stellen und ihre Position darlegen müssen. Dabei geht es nicht nur um die konkreten Zahlen, sondern auch um das Vertrauen der Bürgerinnen und Bürger in eine verantwortungsvolle Haushaltsführung.
Die Debatte um die Beratungskosten wird voraussichtlich weitergehen und könnte zu parlamentarischen Anfragen oder anderen politischen Initiativen führen. Die Opposition wird versuchen, das Thema weiter zu befeuern, während die Regierung ihre Ausgaben rechtfertigen muss.
Für die Bürgerinnen und Bürger bleibt die Frage nach dem angemessenen Umgang mit Steuergeldern zentral. Die Balance zwischen notwendiger externer Expertise und verantwortlicher Haushaltsführung wird dabei im Mittelpunkt der politischen Diskussion stehen.