Am 10. Dezember 2025 hielt der freiheitliche Sprecher für Land- und Forstwirtschaft, Albert Royer, eine eindringliche Rede im österreichischen Nationalrat. Der Anlass war eine aktuelle Studie, die die alarmierende psychische Belastung der heimischen Landwirte aufzeigt. Fast die Hälfte der Bauern käm
Am 10. Dezember 2025 hielt der freiheitliche Sprecher für Land- und Forstwirtschaft, Albert Royer, eine eindringliche Rede im österreichischen Nationalrat. Der Anlass war eine aktuelle Studie, die die alarmierende psychische Belastung der heimischen Landwirte aufzeigt. Fast die Hälfte der Bauern kämpft mit psychischen Problemen, was eine dramatisch höhere Rate als in der Gesamtbevölkerung darstellt. Royer machte die jahrzehntelange Agrarpolitik der ÖVP dafür verantwortlich.
Royer kritisierte, dass die ÖVP, die sich selbst als Bauernpartei bezeichnet, die Landwirte in eine Spirale aus Geldsorgen, Bürokratie und Überarbeitung getrieben habe. Das Mantra vom 'Wachsen oder Weichen' habe die bäuerlichen Familienbetriebe an den Rand des Ruins gebracht. Täglich müssten neun Höfe schließen, was Royer als systematische Vernichtung der Landwirtschaft bezeichnete.
Die psychische Belastung der Landwirte ist laut der Studie eklatant. Fachbegriffe wie 'Burnout' und 'Depression' sind in der Landwirtschaft keine Seltenheit mehr. Burnout beschreibt einen Zustand emotionaler Erschöpfung und reduzierter Leistungsfähigkeit, der durch chronischen Stress verursacht wird. Depression hingegen ist eine ernsthafte psychische Erkrankung, die durch anhaltende Traurigkeit und Interessenverlust gekennzeichnet ist.
Historisch gesehen war die österreichische Agrarpolitik stark von der Förderung kleiner und mittlerer Betriebe geprägt. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die Landwirtschaft in Österreich durch Subventionen und Schutzmaßnahmen unterstützt, um die Versorgungssicherheit zu gewährleisten. In den letzten Jahrzehnten hat sich der Fokus jedoch auf Effizienz und Wettbewerbsfähigkeit verschoben, was zu einem Strukturwandel führte.
Im Vergleich zu Deutschland und der Schweiz zeigt sich, dass auch dort die Agrarpolitik ähnliche Herausforderungen mit sich bringt. In Deutschland gibt es ähnliche Diskussionen über die psychische Gesundheit der Landwirte, während die Schweiz verstärkt auf nachhaltige Landwirtschaft setzt. Die Unterschiede in der Agrarpolitik führen zu unterschiedlichen Belastungen und Chancen für die Landwirte.
Die Auswirkungen der Agrarpolitik sind weitreichend. Ein Beispiel ist die Versorgungssicherheit, die bei einem weiteren Rückgang der landwirtschaftlichen Betriebe gefährdet sein könnte. Wenn die heimische Produktion abnimmt, steigt die Abhängigkeit von Importen, was in Krisenzeiten zu leeren Regalen führen könnte. Zudem sind viele regionale Arbeitsplätze in der Landwirtschaft und den damit verbundenen Branchen bedroht.
Statistiken zeigen, dass die landwirtschaftlichen Betriebe in Österreich seit Jahren rückläufig sind. Der Rückgang der Betriebe hat auch Auswirkungen auf die regionale Wirtschaft, da viele Arbeitsplätze in der Landwirtschaft und den nachgelagerten Bereichen verloren gehen. Experten warnen, dass ohne politische Maßnahmen die Zahl der Höfe weiter sinken wird.
Die Zukunft der Landwirtschaft in Österreich hängt stark von politischen Entscheidungen ab. Experten fordern eine Neuausrichtung der Agrarpolitik, die den Fokus auf Nachhaltigkeit und Unterstützung kleiner Betriebe legt. Ohne eine solche Neuausrichtung droht ein weiterer Rückgang der Betriebe, was langfristig die Versorgungssicherheit gefährden könnte.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die aktuelle Agrarpolitik in Österreich unter massiver Kritik steht. Die FPÖ fordert ein Umdenken, um die heimische Landwirtschaft zu retten und die psychische Gesundheit der Landwirte zu verbessern. Die nächsten Jahre werden entscheidend dafür sein, ob die Politik die notwendigen Schritte unternimmt, um diesen Herausforderungen zu begegnen.