Am 26. November 2025 hat der freiheitliche Europaparlamentarier Mag. Roman Haider eine scharfe Kritik an der geplanten Entwaldungsverordnung der EU geäußert. Diese Verordnung drohe, sich als weiteres Bürokratiemonster zu entpuppen, das insbesondere für Österreich kaum relevante Vorteile, aber erhebl
Am 26. November 2025 hat der freiheitliche Europaparlamentarier Mag. Roman Haider eine scharfe Kritik an der geplanten Entwaldungsverordnung der EU geäußert. Diese Verordnung drohe, sich als weiteres Bürokratiemonster zu entpuppen, das insbesondere für Österreich kaum relevante Vorteile, aber erhebliche Belastungen mit sich bringe. Haiders Aussagen werfen ein Schlaglicht auf die anhaltende Debatte über die Rolle der EU in der nationalen Gesetzgebung und den Einfluss auf die österreichische Forstwirtschaft.
Die geplante Entwaldungsverordnung der EU zielt darauf ab, Entwaldung und Waldschädigung durch den Import von Produkten, die mit Entwaldung in Verbindung stehen, zu reduzieren. Sie sieht eine Einteilung der Länder in Risikokategorien vor: Hoch, Mittel und Niedrig. Diese Klassifizierung soll auf Faktoren wie Waldschädigung und Landnutzungsdynamik basieren. Doch genau hier setzt die Kritik von Haider an: Die Datenlage sei veraltet und intransparent, wichtige regionale Unterschiede würden nicht berücksichtigt.
Der Begriff 'Entwaldung' beschreibt den Verlust von Waldflächen, oft verursacht durch landwirtschaftliche Expansion, Infrastrukturprojekte oder illegale Rodungen. Eine 'Verordnung' ist ein Rechtsakt der EU, der in allen Mitgliedstaaten unmittelbar gilt, ohne dass nationale Umsetzungsgesetze erforderlich sind. 'Bürokratiemonster' ist ein umgangssprachlicher Ausdruck für eine Regelung, die als übermäßig kompliziert und belastend wahrgenommen wird.
Seit ihrer Gründung verfolgt die Europäische Union das Ziel, durch gemeinsame Regelungen und Standards den Binnenmarkt zu harmonisieren. In den letzten Jahrzehnten hat sich jedoch gezeigt, dass einige dieser Regelungen von den Mitgliedstaaten als zu starr und wenig flexibel empfunden werden. Besonders im Bereich Umwelt- und Klimaschutz hat die EU zahlreiche Initiativen gestartet, darunter der Green Deal, der ebenfalls auf Widerstand stieß. Die Entwaldungsverordnung ist ein weiteres Beispiel für die Herausforderungen, die mit der Umsetzung solcher EU-weiten Vorschriften verbunden sind.
Während Österreich mit einer Bewaldungsrate von 47,9 Prozent als besonders waldreich gilt, sieht die Situation in anderen EU-Ländern anders aus. Deutschland kämpft mit den Folgen von Trockenheit und Schädlingen, die zu Waldverlusten führen. In der Schweiz wird der Waldschutz durch strikte nationale Gesetze geregelt, die sich von den EU-Vorgaben unterscheiden. Diese Unterschiede verdeutlichen, warum eine einheitliche EU-Verordnung schwierig umzusetzen ist.
Für Österreich, dessen Wälder täglich um sechs Hektar wachsen, bringt die Entwaldungsverordnung kaum Vorteile, dafür aber erhebliche bürokratische Hürden. Forstwirte und Unternehmen müssten umfangreiche Nachweise erbringen, dass ihre Produkte nicht zur Entwaldung beitragen. Dies könnte insbesondere kleinere Betriebe finanziell belasten und ihre Wettbewerbsfähigkeit beeinträchtigen.
Österreich ist zu 47,9 Prozent bewaldet, was im EU-Vergleich eine der höchsten Raten darstellt. Laut aktuellen Studien wächst der österreichische Wald jährlich um etwa 4.700 Hektar. Diese Zahlen stehen im Widerspruch zur Einstufung Österreichs in eine Risikokategorie, da sie ein geringes Entwaldungsrisiko nahelegen.
Die Kritik an der Entwaldungsverordnung wächst. Im EU-Rat haben sich nur noch drei Staaten für den Kommissionsvorschlag ausgesprochen. Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen und Vizepräsidentin Teresa Ribera stehen im Zentrum der Kritik. Ribera wird als Verfechterin des Green Deals gesehen, der in der Vergangenheit bereits zu Kontroversen geführt hat.
Die Zukunft der Entwaldungsverordnung ist ungewiss. Sollte der Widerstand weiter wachsen, könnte die Verordnung verschoben oder sogar gekippt werden. Dies würde den Weg für eine Neuausrichtung der EU-Umweltpolitik ebnen, die stärker auf die Bedürfnisse der Mitgliedstaaten eingeht.
Die Entwaldungsverordnung der EU steht im Kreuzfeuer der Kritik. Österreichische Politiker und Wirtschaftsvertreter sehen in ihr eine unnötige Belastung ohne erkennbaren Nutzen. Die kommenden Monate werden zeigen, ob die EU-Kommission ihre Pläne anpasst oder ob der Widerstand der Mitgliedstaaten ausreicht, um eine Änderung herbeizuführen.
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