Am 11. Dezember 2025 richtete die stellvertretende FPÖ-Frauensprecherin, NAbg. Tina Angela Berger, im Nationalrat einen eindringlichen Appell an die Politik: Die psychosozialen Belastungen in der Land- und Forstwirtschaft, insbesondere für Bäuerinnen, seien enorm. Berger betonte, dass Frauen am Hof
Am 11. Dezember 2025 richtete die stellvertretende FPÖ-Frauensprecherin, NAbg. Tina Angela Berger, im Nationalrat einen eindringlichen Appell an die Politik: Die psychosozialen Belastungen in der Land- und Forstwirtschaft, insbesondere für Bäuerinnen, seien enorm. Berger betonte, dass Frauen am Hof wahre Universalgenies seien, die neben der Arbeit im Stall und auf dem Feld auch den Haushalt führen, Kinder erziehen und oft zusätzlich außerlandwirtschaftlichen Tätigkeiten nachgehen, um den Betrieb am Leben zu halten. Diese Mehrfachbelastung führt laut Berger zu einem Leben im Dauereinsatz, ohne echte Pausen oder freie Wochenenden.
Die gesellschaftliche Erwartungshaltung, immer funktionieren zu müssen, ist tief verwurzelt in der österreichischen Landwirtschaft. Diese Erwartung, gepaart mit der über Generationen gewachsenen Hemmschwelle, Hilfe anzunehmen, führt laut Berger dazu, dass rund 46 Prozent der Betroffenen unter psychischen Beschwerden leiden. Diese Beschwerden sind das Ergebnis von jahrelangen Fehlentwicklungen, die durch politische Entscheidungen verschärft wurden.
Seit Jahrzehnten stellt die ÖVP wesentliche Vertreter der Landwirtschaft in Gemeinden, Ländern, im Bund und in Brüssel. Laut Berger wächst der Druck auf die Familienbetriebe kontinuierlich: mehr Auflagen, mehr Bürokratie und mehr Kontrollen. Diese Faktoren tragen maßgeblich zur steigenden Belastung der bäuerlichen Familien bei. Ein Entschließungsantrag im Parlament allein kann den finanziellen und sozialen Druck nicht mindern, so Berger.
Im Vergleich zu Deutschland und der Schweiz zeigt sich, dass die österreichische Landwirtschaft unter einem besonders hohen bürokratischen Druck steht. Während in Deutschland Initiativen zur Reduzierung der Bürokratie in der Landwirtschaft bereits Früchte tragen, kämpft Österreich noch mit einem komplexen Regelwerk, das viele Landwirte überfordert. In der Schweiz hingegen wird der Fokus stärker auf nachhaltige Landwirtschaft gelegt, was den Betrieben in vielerlei Hinsicht zugutekommt.
Die Auswirkungen dieser Belastungen sind weitreichend. Viele bäuerliche Familien sind gezwungen, ihre Betriebe zu schließen oder zu verkaufen, was nicht nur den Verlust von Arbeitsplätzen bedeutet, sondern auch das kulturelle Erbe und die ländliche Gemeinschaft gefährdet. Ein Beispiel ist der Hof von Familie Huber in Niederösterreich, der nach drei Generationen aufgrund der hohen Auflagen nicht mehr tragfähig war.
Statistiken zeigen, dass die Zahl der landwirtschaftlichen Betriebe in Österreich seit 1990 um über 30 Prozent gesunken ist. Gleichzeitig steigt der Druck auf die verbleibenden Betriebe, effizienter und produktiver zu arbeiten, was oft zu Lasten der Gesundheit der Landwirte geht. Die Forderung nach wirtschaftlicher Entlastung und weniger Bürokratie ist daher dringlicher denn je.
Die Zukunft der österreichischen Landwirtschaft hängt von entscheidenden politischen Maßnahmen ab. Berger fordert neben der wirtschaftlichen Entlastung auch Unterstützung bei der Pflege und klare Zukunftsperspektiven für die nächste Generation. Ohne diese Maßnahmen droht vielen Betrieben das Aus. Die Politik ist gefordert, den bäuerlichen Familien Raum zum Aufatmen zu geben, um die Landwirtschaft nachhaltig zu stärken.
Abschließend bleibt die Frage: Wie kann die Politik die bäuerlichen Familien effektiv unterstützen? Es bleibt zu hoffen, dass die Diskussion im Nationalrat zu konkreten Maßnahmen führt, die den Betrieben die dringend benötigte Entlastung bringen.