„Cash & Crime
Die Finanzmarktaufsicht startet True-Crime-Format über Investmentbetrug. Ermittlerin berichtet von sechsstelligen Schäden durch WhatsApp-Gruppen.
Mit vermeintlich exklusiven Anlagetipps und professionell wirkenden Chat-Gruppen locken Betrüger österreichische Anleger in die Falle. Die Finanzmarktaufsicht (FMA) reagiert auf diese wachsende Bedrohung mit einem neuen Podcast-Format und klärt über die perfiden Maschen auf, die im vergangenen Jahr auch hierzulande große Kreise gezogen haben.
Der bereits etablierte Podcast „Reden wir über Geld" der Finanzmarktaufsicht erhält mit „Cash & Crime" ein zusätzliches Format mit True-Crime-Charakter. Host Patricia Floh-Weninger begrüßt darin ihre Kollegin Bibiane Kaufmann, eine langjährige Ermittlerin der FMA, die aus erster Hand von wahren Fällen berichtet. Dabei geht es um echtes Geld und echte Menschen, die Betrügern zum Opfer gefallen sind – wobei alle personenbezogenen Daten selbstverständlich anonymisiert werden.
Das neue Format soll Hörerinnen und Hörer nicht nur unterhalten, sondern vor allem aufklären und sensibilisieren. Denn die Methoden der Finanzbetrüger werden immer raffinierter und schwerer zu durchschauen.
In der ersten Folge mit dem Titel „Die WhatsApp-Connection" steht eine Betrugsmasche im Mittelpunkt, die 2023 besonders stark um sich gegriffen hat. Die Masche funktioniert folgendermaßen: Betrüger erstellen professionell wirkende WhatsApp-Gruppen oder andere Chat-Gruppen, in denen sich vermeintliche Investment-Profis als Experten ausgeben.
Diese falschen Finanzberater locken mit Nachrichten wie „Und mit nur 250€ kannst DU dabei sein" neue Opfer an. Sie versprechen exklusive Anlagetipps, schnelle Gewinne und eine einmalige Chance auf Reichtum. Was harmlos beginnt, entwickelt sich schnell zu einem ausgeklügelten Betrugsschema.
Die Betrüger arbeiten mit perfiden psychologischen Methoden. In den Chat-Gruppen wird ein Umfeld geschaffen, das Vertrauen und Dringlichkeit vermittelt. Andere Gruppenmitglieder – oft ebenfalls Komplizen – berichten von angeblichen Erfolgen und Gewinnen. Dies erzeugt Gruppendruck und die Angst, eine lukrative Gelegenheit zu verpassen.
Schritt für Schritt werden die Opfer zu immer höheren Überweisungen veranlasst. Was mit kleinen Beträgen beginnt, kann schnell zu existenzbedrohenden Verlusten führen. Die FMA berichtet von Fällen mit sechsstelligen Schäden – keine Seltenheit bei dieser Betrugsmasche.
Am Beispiel der anonymisierten „Simone M." zeigt die Podcast-Folge konkret auf, wie die Betrugsmasche abläuft und worauf potenzielle Opfer achten müssen. Der Fall verdeutlicht, dass prinzipiell jeder zum Opfer werden kann – unabhängig von Bildungsstand oder Lebenserfahrung.
Die Ermittlerin Bibiane Kaufmann erklärt im Podcast, welche Warnsignale es gibt und wie sich Anleger vor solchen Betrugsmaschen schützen können. Ihre Erfahrungen aus jahrelanger Ermittlungsarbeit bieten wertvolle Einblicke in die Arbeitsweise der Betrüger.
Die FMA gibt konkrete Tipps, wie sich Anleger vor WhatsApp-Anlagebetrug schützen können:
Wer glaubt, Opfer eines Anlagebetrugs geworden zu sein, sollte umgehend handeln. Die FMA empfiehlt, sofort Anzeige bei der Polizei zu erstatten und alle verfügbaren Unterlagen und Kommunikationsverläufe zu sichern. Je schneller gehandelt wird, desto größer sind die Chancen, dass Ermittlungen erfolgreich verlaufen.
Mit ihrem Podcast „Reden wir über Geld" und dem neuen Format „Cash & Crime" verfolgt die FMA eine wichtige präventive Strategie. Finanzbildung und Aufklärung sind entscheidende Faktoren im Kampf gegen Anlagebetrug. Je besser Menschen über die Risiken und Warnsignale informiert sind, desto schwerer haben es Betrüger.
Der Podcast vermittelt wichtige Informationen rund um Finanzthemen sowie aktuelle Betrugsmaschen – kompakt, verständlich und direkt von den Experten der FMA. Das Format ist dabei bewusst zugänglich gestaltet, um auch Menschen ohne tiefere Finanzmarktkenntnis zu erreichen.
Alle Folgen des FMA-Podcasts „Reden wir über Geld" sind kostenlos verfügbar. Interessierte finden sie unter redenwiruebergeld.fma.gv.at/podcast sowie auf den gängigen Podcast-Plattformen wie Spotify, Apple Podcasts und Google Podcasts.
Zusätzlich zum Podcast bietet die FMA auf ihrer Website umfassende Informationen zu Geldanlage und zur Vermeidung von Anlagebetrug. Auch auf Instagram ist das Projekt unter @redenwiruebergeld aktiv und informiert über aktuelle Entwicklungen im Finanzbereich.
Die neue Podcast-Serie kommt zu einem wichtigen Zeitpunkt. Online-Anlagebetrug nimmt stetig zu, und die Methoden der Betrüger werden immer ausgefeilter. Gleichzeitig nutzen immer mehr Menschen soziale Medien und Messenger-Dienste für Finanzinformationen, was neue Angriffsflächen schafft.
Die FMA reagiert mit ihrem True-Crime-Format auf diese Entwicklung und nutzt ein populäres Medienformat, um wichtige Botschaften zu vermitteln. Die Kombination aus Unterhaltung und Aufklärung könnte sich als besonders wirkungsvoll erweisen, um Menschen für die Gefahren des Anlagebetrugs zu sensibilisieren.
Mit „Cash & Crime" setzt die österreichische Finanzmarktaufsicht ein wichtiges Zeichen im Kampf gegen Finanzkriminalität. Das neue Format könnte als Vorbild für andere Aufsichtsbehörden dienen, die ebenfalls nach innovativen Wegen suchen, um Verbraucher vor Betrug zu schützen.