Am 7. Februar 2026 sorgte ein Vorstoß der steirischen ÖVP-Nationalratsabgeordneten Joachim Schnabel und Daniela Gmeinbauer für Aufsehen: Die beiden Politiker unterstützen die Initiative von Manuela Khom, Landesparteiobfrau und Landeshauptmann-Stellvertreterin, die Arbeitszeiten für Lehrlinge zu flex
Am 7. Februar 2026 sorgte ein Vorstoß der steirischen ÖVP-Nationalratsabgeordneten Joachim Schnabel und Daniela Gmeinbauer für Aufsehen: Die beiden Politiker unterstützen die Initiative von Manuela Khom, Landesparteiobfrau und Landeshauptmann-Stellvertreterin, die Arbeitszeiten für Lehrlinge zu flexibilisieren. In einer Zeit, in der die Arbeitswelt immer dynamischer wird, könnte dieser Vorschlag für Österreichs Lehrlinge eine entscheidende Wende bedeuten.
Der Vorschlag sieht vor, dass Lehrlinge künftig die Möglichkeit haben sollen, bis zu zehn Stunden am Tag zu arbeiten, ohne die wöchentliche Arbeitszeit von 40 Stunden zu überschreiten. Dies würde eine flexiblere Verteilung der Arbeitszeit ermöglichen, was insbesondere in Branchen wie dem Handwerk, der Gastronomie oder im Außendienst von Vorteil sein könnte. In diesen Bereichen führen starre Arbeitszeitregelungen oft zu unnötigen Unterbrechungen, die nicht nur den Ausbildungsprozess stören, sondern auch die betriebliche Effizienz beeinträchtigen.
Flexible Arbeitszeiten beziehen sich auf Arbeitszeitmodelle, die es Arbeitnehmern ermöglichen, ihre Arbeitszeiten innerhalb bestimmter Grenzen selbst zu gestalten. Dies kann bedeuten, dass die Start- und Endzeiten des Arbeitstages variieren können oder dass die Arbeitsstunden über die Woche verteilt werden können, um persönliche oder betriebliche Bedürfnisse besser zu berücksichtigen. Diese Flexibilität kann sowohl für Arbeitgeber als auch für Arbeitnehmer Vorteile bieten, indem sie eine bessere Work-Life-Balance ermöglicht und die Produktivität steigert.
Die Arbeitszeitregelungen in Österreich haben sich im Laufe der Jahre erheblich verändert. Ursprünglich waren starre Arbeitszeiten die Norm, was sich jedoch mit den gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Veränderungen des 20. Jahrhunderts zu wandeln begann. Die Einführung der 40-Stunden-Woche in den 1970er Jahren markierte einen wichtigen Meilenstein in der Arbeitszeitpolitik. Seither wurde die Arbeitszeitregelung kontinuierlich angepasst, um den Anforderungen einer modernen Arbeitswelt gerecht zu werden. Die aktuelle Diskussion um die Flexibilisierung der Arbeitszeiten für Lehrlinge ist Teil dieser fortlaufenden Entwicklung und spiegelt den Bedarf wider, die Ausbildung an die Realität der heutigen Arbeitsmärkte anzupassen.
In Deutschland und der Schweiz gibt es ebenfalls Diskussionen über die Flexibilisierung der Arbeitszeiten, insbesondere für Auszubildende. In Deutschland wird die duale Ausbildung als Vorzeigemodell angesehen, doch auch hier gibt es Bestrebungen, die Arbeitszeiten flexibler zu gestalten, um den Bedürfnissen der Betriebe besser gerecht zu werden. In der Schweiz sind flexible Arbeitszeiten bereits in vielen Branchen etabliert, was als Vorbild für andere Länder dienen kann. Der Vergleich zeigt, dass Österreich mit dem Vorstoß von Manuela Khom auf einem ähnlichen Weg ist, um die Attraktivität der dualen Ausbildung zu steigern und den Lehrlingsberuf an die modernen Anforderungen anzupassen.
Die Einführung flexibler Arbeitszeiten könnte erhebliche Auswirkungen auf die Lehrlingsausbildung in Österreich haben. Einerseits könnten Lehrlinge von einer praxisnäheren Ausbildung profitieren, die ihnen mehr Verantwortung und realistischere Einblicke in den Arbeitsalltag bietet. Andererseits besteht die Gefahr, dass ohne klare Schutzregeln die Arbeitsbelastung für junge Menschen zu hoch wird. Es ist daher entscheidend, dass die Flexibilisierung verantwortungsvoll umgesetzt wird, um die Balance zwischen Ausbildung und Arbeitsbelastung zu wahren.
Statistiken zeigen, dass die Zahl der Lehrlinge in Österreich seit Jahren rückläufig ist. Im Jahr 2025 gab es laut der Wirtschaftskammer Österreich rund 110.000 Lehrlinge, was einen Rückgang von etwa 5% im Vergleich zu den Vorjahren darstellt. Diese Entwicklung unterstreicht die Notwendigkeit, die duale Ausbildung attraktiver zu gestalten, um dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken. Flexiblere Arbeitszeiten könnten ein wichtiger Schritt in diese Richtung sein, indem sie die Ausbildung an die Bedürfnisse der modernen Arbeitswelt anpassen.
Experten aus der Wirtschaft und der Bildungsforschung sehen die Flexibilisierung der Arbeitszeiten für Lehrlinge als Chance, die duale Ausbildung zukunftsfähiger zu machen. Sie betonen, dass eine moderne Ausbildung nicht nur auf theoretischem Wissen basieren sollte, sondern auch praktische Erfahrungen in den Vordergrund stellen muss. Durch flexiblere Arbeitszeiten könnten Lehrlinge besser in den betrieblichen Alltag integriert werden, was ihre Lernmotivation und ihre beruflichen Perspektiven erheblich verbessern könnte.
Die Zukunft der Lehrlingsausbildung in Österreich hängt entscheidend davon ab, wie flexibel und anpassungsfähig das System auf die Herausforderungen der modernen Arbeitswelt reagiert. Der Vorstoß von Manuela Khom könnte ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung sein, um die Attraktivität der dualen Ausbildung zu steigern und den Fachkräftemangel zu bekämpfen. Es bleibt abzuwarten, wie die politische Umsetzung dieses Vorschlags erfolgt und welche weiteren Maßnahmen ergriffen werden, um die Lehrlingsausbildung in Österreich zukunftssicher zu gestalten.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Flexibilisierung der Arbeitszeiten für Lehrlinge ein vielversprechender Ansatz ist, um die duale Ausbildung in Österreich zu modernisieren. Dieser Vorstoß könnte nicht nur die Ausbildung praxisnäher gestalten, sondern auch dazu beitragen, die Attraktivität der Lehre zu steigern. Die politische Diskussion darüber, wie dieser Vorschlag umgesetzt werden kann, ist in vollem Gange. Interessierte Leser können sich auf weitere Informationen freuen, wenn die gesetzgeberischen Schritte in den kommenden Monaten konkreter werden.