Am 15. Dezember 2025 hat der Finanzausschuss in Wien eine bedeutende Entscheidung getroffen: Die Elektrizitätsabgabe soll ab 2026 erheblich gesenkt werden. Diese Maßnahme zielt darauf ab, die Stromkosten für Haushalte und Unternehmen zu reduzieren und somit die finanzielle Belastung durch hohe Energ
Am 15. Dezember 2025 hat der Finanzausschuss in Wien eine bedeutende Entscheidung getroffen: Die Elektrizitätsabgabe soll ab 2026 erheblich gesenkt werden. Diese Maßnahme zielt darauf ab, die Stromkosten für Haushalte und Unternehmen zu reduzieren und somit die finanzielle Belastung durch hohe Energiepreise zu mindern. Die Abgabe soll von 1,5 auf 0,82 Cent pro Kilowattstunde sinken, während private Haushalte sogar nur noch 0,1 Cent zahlen sollen. Diese Entscheidung fiel mit einer Mehrheit der Stimmen von ÖVP, SPÖ, NEOS und Grünen, während die FPÖ zunächst dagegen stimmte, jedoch bis zur Abstimmung im Nationalratsplenum noch Beratungen innerhalb der Partei plant.
Die Elektrizitätsabgabe ist eine Steuer, die auf den Verbrauch von elektrischer Energie erhoben wird. Sie wurde ursprünglich eingeführt, um den Staatshaushalt zu unterstützen und gleichzeitig Anreize für einen bewussteren Umgang mit Energie zu schaffen. In den letzten Jahren sind die Energiepreise jedoch stark gestiegen, was sowohl Haushalte als auch Unternehmen erheblich belastet hat. Die Senkung der Abgabe ist Teil eines umfassenderen Plans, die Energiekosten zu senken und die Wettbewerbsfähigkeit österreichischer Unternehmen zu stärken.
Historisch gesehen hat Österreich immer wieder Anpassungen der Elektrizitätsabgabe vorgenommen, um auf wirtschaftliche und politische Veränderungen zu reagieren. In den 1990er Jahren wurde die Abgabe als Teil eines umfassenden Pakets zur Förderung erneuerbarer Energien eingeführt. Seither hat sich der Fokus jedoch verschoben, und die aktuelle Senkung ist eine Reaktion auf die jüngsten wirtschaftlichen Herausforderungen und die Notwendigkeit, die Inflation zu bekämpfen.
Im Vergleich zu Deutschland und der Schweiz, die ebenfalls mit hohen Energiepreisen kämpfen, geht Österreich mit der Abgabensenkung einen entschlossenen Schritt. Während Deutschland auf eine komplexe Mischung aus Subventionen und Steuern setzt, um die Energiekosten zu senken, hat die Schweiz in den letzten Jahren vermehrt auf den Ausbau erneuerbarer Energien gesetzt. Österreichs Ansatz, die Abgabe direkt zu senken, könnte kurzfristig effektivere Entlastungen bieten, birgt jedoch auch Risiken, insbesondere in Bezug auf das Budgetdefizit.
Die Senkung der Elektrizitätsabgabe wird sich direkt auf die Stromrechnungen der österreichischen Haushalte auswirken. Ein durchschnittlicher Haushalt könnte im Jahr 2026 bis zu 50 Euro einsparen, was insbesondere für einkommensschwache Familien eine erhebliche Entlastung darstellt. Auch Unternehmen profitieren von der Senkung, da die Abgabe für sie halbiert wird. Dies könnte die Wettbewerbsfähigkeit österreichischer Unternehmen auf dem internationalen Markt verbessern und zur Schaffung neuer Arbeitsplätze beitragen.
Dennoch gibt es auch kritische Stimmen. Einige Experten warnen davor, dass die Senkung der Abgabe ohne ausreichende Gegenfinanzierung das Maastricht-Defizit des Landes erhöhen könnte. Die Regierung plant, die Mindereinnahmen teilweise durch höhere Dividenden von staatseigenen Unternehmen auszugleichen, doch bleibt abzuwarten, ob dies ausreicht, um die finanziellen Auswirkungen vollständig abzufedern.
Die geplante Senkung der Elektrizitätsabgabe wird die Stromkosten im Jahr 2026 um etwa 5 % reduzieren. Experten schätzen, dass dies die Gesamtinflationsrate um etwa 0,1 %-Punkte senken könnte. Die Mindereinnahmen für den Staat werden auf etwa 400 Millionen Euro geschätzt. Diese Zahlen verdeutlichen die finanzielle Dimension der Maßnahme und die damit verbundenen Herausforderungen.
Die Senkung der Elektrizitätsabgabe ist nur ein Teil eines umfassenderen Maßnahmenpakets, das die österreichische Regierung plant, um die Energiepreise zu stabilisieren und die Inflation zu bekämpfen. Weitere Maßnahmen sind in Planung, um die langfristige Energieversorgung zu sichern und die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen zu reduzieren. Die Regierung hat angekündigt, im kommenden Jahr weitere Schritte zur Umstrukturierung des Energiemarktes zu unternehmen, um nachhaltige und kosteneffiziente Lösungen zu fördern.
Es bleibt abzuwarten, wie sich die Maßnahme auf die wirtschaftliche Entwicklung Österreichs auswirken wird. Die Regierung hofft, dass die Senkung der Elektrizitätsabgabe positive Signale an die Wirtschaft sendet und das Vertrauen der Verbraucher stärkt. Langfristig könnte dies zu einer stabileren wirtschaftlichen Lage und einer nachhaltigen Energiepolitik führen.
Die Entscheidung des Finanzausschusses, die Elektrizitätsabgabe zu senken, ist ein wichtiger Schritt zur Entlastung der österreichischen Haushalte und Unternehmen. Während die Maßnahme kurzfristig positive Effekte auf die Stromkosten und die Inflation haben dürfte, bleibt die Frage der langfristigen Finanzierung offen. Die österreichische Regierung steht vor der Herausforderung, eine Balance zwischen kurzfristiger Entlastung und langfristiger Haushaltsstabilität zu finden. Weitere Informationen und Entwicklungen zu diesem Thema werden in den kommenden Monaten erwartet.