Die COP15 des Ramsar-Übereinkommens hat einen bedeutenden Meilenstein für den Schutz der Feuchtgebiete gesetzt. Vom 23. bis 31. Juli 2025 trafen sich Vertreter aus 173 Ländern in Victoria Falls, Simbabwe, um einen strategischen Plan für die Jahre 2025 bis 2034 zu verabschieden. Dieser Plan legt den
Die COP15 des Ramsar-Übereinkommens hat einen bedeutenden Meilenstein für den Schutz der Feuchtgebiete gesetzt. Vom 23. bis 31. Juli 2025 trafen sich Vertreter aus 173 Ländern in Victoria Falls, Simbabwe, um einen strategischen Plan für die Jahre 2025 bis 2034 zu verabschieden. Dieser Plan legt den Fokus auf den Schutz und die Wiederherstellung von Feuchtgebieten, die als Lebensräume, Wasserspeicher und CO₂-Senken von unschätzbarem Wert sind.
Feuchtgebiete sind Gebiete, die mit Wasser gesättigt sind, sei es permanent oder saisonal. Sie spielen eine entscheidende Rolle im ökologischen Gleichgewicht, da sie Lebensraum für zahlreiche Tier- und Pflanzenarten bieten, Wasser filtern und speichern sowie als natürliche CO₂-Senken dienen. In Österreich gibt es derzeit 25 ausgewiesene Ramsar-Gebiete, die seit 1983 Teil des internationalen Übereinkommens sind. Zuletzt wurde das Feuchtgebiet „Moore im Steirischen Salzkammergut“ aufgenommen.
Das Ramsar-Übereinkommen wurde 1971 ins Leben gerufen und ist das erste internationale Abkommen, das sich dem Schutz und der nachhaltigen Nutzung von Feuchtgebieten widmet. Österreich trat 1983 bei und hat seitdem kontinuierlich daran gearbeitet, seine Feuchtgebiete zu schützen und zu bewahren. Der aktuelle Beschluss auf der COP15 ist ein weiterer Schritt in dieser langen Geschichte des Engagements.
Unter dem Motto "Feuchtgebiete für unsere gemeinsame Zukunft schützen" zielte die COP15 darauf ab, die globale Zusammenarbeit zu stärken. Der beschlossene Plan ist mit dem Global Biodiversity Framework (GBF) und den Sustainable Development Goals (SDGs) abgestimmt und umfasst 29 Resolutionen. Diese sollen die politische Sichtbarkeit der Feuchtgebiete im Kontext von Klimaschutz, Wasser- und Biodiversitätsmanagement erhöhen.
Die österreichische Delegation, geleitet von Monika Mörth, Sektionschefin für Wasserwirtschaft im BMLUK, präsentierte bei der COP15 die neue Ramsar-Regionalinitiative „WILDisland“. Diese Initiative zielt darauf ab, die Zusammenarbeit im Donauraum zu stärken und wird von der Internationalen Kommission zum Schutz der Donau (IKSD) gehostet.
Ein weiterer bemerkenswerter Aspekt ist die Bewerbung der Stadt Schrems in Niederösterreich als „Wetland City“. Diese Anerkennung wäre die erste ihrer Art im deutschsprachigen Raum und würde Schrems als Modellregion für naturnahe Stadtentwicklung und Wasserbewusstsein etablieren.
Der Schutz und die Wiederherstellung von Feuchtgebieten haben direkte Auswirkungen auf die Lebensqualität der Menschen. Diese Gebiete bieten nicht nur Schutz vor Hochwasser, sondern sind auch entscheidend für die Trinkwasserversorgung und die Erhaltung der Biodiversität. Ein gesunder Feuchtgebietsökosystem kann auch den Tourismus fördern, was wirtschaftliche Vorteile für lokale Gemeinschaften mit sich bringt.
Ein führender Experte im Bereich der Umweltwissenschaften betont: "Die Maßnahmen, die auf der COP15 beschlossen wurden, sind entscheidend für die Zukunft unserer Umwelt. Feuchtgebiete sind nicht nur Lebensräume für zahlreiche Arten, sondern auch unverzichtbare CO₂-Senken, die im Kampf gegen den Klimawandel eine zentrale Rolle spielen."
Die Umsetzung des strategischen Plans 2025-2034 wird entscheidend für den langfristigen Schutz der Feuchtgebiete sein. Die nächste Vertragsstaatenkonferenz, COP16, wird 2028 stattfinden und eine Gelegenheit bieten, die Fortschritte zu bewerten und weitere Maßnahmen zu ergreifen. Der Erfolg dieser Bemühungen wird davon abhängen, wie gut die internationalen und nationalen Anstrengungen koordiniert und umgesetzt werden.
Österreich hat sich verpflichtet, seine Feuchtgebiete zu schützen und als Vorreiter im Bereich der nachhaltigen Nutzung und des Schutzes dieser wertvollen Ökosysteme zu agieren. Die Anerkennung von Schrems als „Wetland City“ könnte als Katalysator für ähnliche Projekte in anderen Teilen des Landes dienen und das Bewusstsein für die Bedeutung der Feuchtgebiete weiter erhöhen.
Die Entscheidungen auf der COP15 spiegeln die wachsende Anerkennung der Bedeutung von Feuchtgebieten auf politischer Ebene wider. Die Abstimmung der Maßnahmen mit dem Global Biodiversity Framework und den Sustainable Development Goals zeigt, wie wichtig intersektorale Zusammenarbeit für den Erfolg dieser Initiativen ist. Österreich spielt hier eine wichtige Rolle, indem es nationale Strategien entwickelt, die mit internationalen Zielen im Einklang stehen.
Der strategische Plan 2025-2034 ist ein bedeutender Schritt in Richtung einer nachhaltigen Zukunft, in der Feuchtgebiete als integraler Bestandteil des globalen Ökosystems geschützt und bewahrt werden. Die kommenden Jahre werden zeigen, wie effektiv diese Maßnahmen umgesetzt werden und welchen Einfluss sie auf die Erhaltung unserer natürlichen Ressourcen haben werden.
Weitere Informationen finden Sie auf der offiziellen Pressemitteilung.