Am 19. Jänner 2026 wird in der ORF-Sendung „Thema“ ein brisantes Thema beleuchtet: Femizide in Österreich. Die Sendung wirft ein Licht auf die erschütternden Berichte von Überlebenden, die von Mordversuchen durch ihre Partner erzählen. Diese Geschichten sind nicht nur ergreifend, sondern auch alarmi
Am 19. Jänner 2026 wird in der ORF-Sendung „Thema“ ein brisantes Thema beleuchtet: Femizide in Österreich. Die Sendung wirft ein Licht auf die erschütternden Berichte von Überlebenden, die von Mordversuchen durch ihre Partner erzählen. Diese Geschichten sind nicht nur ergreifend, sondern auch alarmierend, denn sie zeigen die brutale Realität, der viele Frauen in Österreich ausgesetzt sind. Seit Beginn des Jahres wurden bereits zwei Frauen von ihren Partnern getötet, und die Dunkelziffer der Gewalt in Beziehungen ist erschreckend hoch.
Femizide, also die Tötung von Frauen aufgrund ihres Geschlechts, sind ein weltweit verbreitetes Problem, das auch Österreich betrifft. Der Begriff 'Femizid' beschreibt dabei nicht nur die physischen Tötungen, sondern auch die systematische Gewalt gegen Frauen, die in vielen Fällen zu ihrem Tod führt. In Österreich sind die Zahlen alarmierend: Laut einer Studie des Innenministeriums wurden im Jahr 2025 insgesamt 31 Frauen Opfer eines Femizids. Diese Zahl verdeutlicht, dass es sich hierbei nicht um Einzelfälle handelt, sondern um ein strukturelles Problem.
Die Problematik der Gewalt gegen Frauen hat in Österreich eine lange Geschichte. Bereits in den 1970er Jahren begann die Frauenbewegung, auf die Missstände hinzuweisen und Schutzräume wie Frauenhäuser zu etablieren. Trotz dieser Fortschritte ist die Situation vieler Frauen nach wie vor prekär. Die gesellschaftliche Akzeptanz von Gewalt in Beziehungen, oft als 'Beziehungsdrama' verharmlost, trägt dazu bei, dass viele Fälle unentdeckt bleiben. Die aktuelle Lage zeigt, dass trotz gesetzlicher Maßnahmen wie dem Gewaltschutzgesetz von 1997 und dem Opferschutzgesetz von 2006, die Umsetzung und der Schutz für Frauen oft unzureichend sind.
Im Vergleich zu Deutschland und der Schweiz zeigt sich, dass Österreich ähnliche Herausforderungen im Umgang mit Femiziden hat. Während in Deutschland jährlich etwa 140 Frauen von ihren Partnern getötet werden, sind es in der Schweiz durchschnittlich 25 Fälle pro Jahr. Diese Zahlen verdeutlichen, dass das Problem nicht auf Österreich beschränkt ist, jedoch variiert die gesellschaftliche und rechtliche Reaktion auf diese Taten. In der Schweiz beispielsweise gibt es seit 2020 ein nationales Aktionsprogramm zur Prävention von Gewalt gegen Frauen, das auch in Österreich als Modell dienen könnte.
Die Auswirkungen von Femiziden auf die Gesellschaft sind tiefgreifend. Sie betreffen nicht nur die direkt Betroffenen, sondern auch deren Familien und das soziale Umfeld. Ein Beispiel ist die Wienerin Hanife Ada, die einen Mordversuch durch ihren Partner überlebte. Ihre Geschichte zeigt, wie schwierig es ist, sich aus einer Gewaltbeziehung zu befreien und welche psychischen und physischen Folgen dies haben kann. Frauen, die solche Erfahrungen gemacht haben, berichten oft von langanhaltenden Traumata und der Notwendigkeit, ihr Leben komplett neu zu ordnen.
Laut einer Studie der Universität Wien sind 35% der Frauen in Österreich mindestens einmal in ihrem Leben Opfer von physischer oder sexueller Gewalt geworden. Diese Zahlen sind erschreckend und zeigen, dass es sich um ein weit verbreitetes Problem handelt. Die Dunkelziffer wird als noch höher eingeschätzt, da viele Frauen aus Angst oder Scham keine Anzeige erstatten. Die österreichische Polizei registrierte im Jahr 2025 über 20.000 Anzeigen wegen häuslicher Gewalt, wobei die Mehrheit der Opfer Frauen waren.
Experten wie die Soziologin Dr. Maria Huber betonen die Notwendigkeit, das Bewusstsein für Femizide in der Gesellschaft zu schärfen und umfassende Präventionsmaßnahmen zu ergreifen. Dazu gehören nicht nur gesetzliche Verschärfungen, sondern auch Bildungsprogramme, die schon in Schulen ansetzen. Zudem fordern sie eine bessere finanzielle Ausstattung von Frauenhäusern und Beratungsstellen, um den Betroffenen effektiv helfen zu können.
Die Zukunft der Bekämpfung von Femiziden in Österreich hängt von der Bereitschaft der Gesellschaft und der Politik ab, dieses Problem ernsthaft anzugehen. Es braucht einen nationalen Aktionsplan, der alle relevanten Akteure einbezieht und auf Prävention, Schutz und Unterstützung der Opfer fokussiert. Langfristig ist es essenziell, die gesellschaftlichen Strukturen zu hinterfragen, die Gewalt gegen Frauen begünstigen und aufrecht erhalten.
Femizide sind ein erschütterndes und dringliches Problem in Österreich, das nicht länger ignoriert werden kann. Die Geschichten der Überlebenden wie Hanife Ada sind ein eindringlicher Appell an die Gesellschaft, hinzusehen und zu handeln. Es liegt an uns allen, durch Bildung, Prävention und Unterstützung der Opfer, eine Veränderung herbeizuführen. Wie können wir als Gesellschaft sicherstellen, dass solche Taten der Vergangenheit angehören?
Weitere Informationen und Hilfsangebote finden Sie auf den Websites von Frauenhelpline und Gewaltschutzzentrum Österreich.