Fraunhofer Austria sucht innovative Produktionsbetriebe - Anmeldung bis 31. März
Trotz Diskussionen um Deindustrialisierung investieren österreichische Unternehmen in moderne Fabriken. Der Wettbewerb würdigt Erfolgsgeschichten.
Während in den Medien regelmäßig über Werksschließungen und Standortverlagerungen berichtet wird, zeichnet sich in der österreichischen Industrielandschaft ein differenzierteres Bild ab. Viele heimische Produktionsbetriebe investieren massiv in Modernisierung und sichern dadurch nicht nur Arbeitsplätze, sondern positionieren sich auch erfolgreich im internationalen Wettbewerb.
Der von Fraunhofer Austria organisierte Wettbewerb "Fabrik des Jahres" geht bereits in die 15. Runde und will bewusst ein Gegengewicht zu den oft negativen Schlagzeilen setzen. "Statt die schwierigen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen zu beklagen sollten wir den Blick auf jene Unternehmen richten, die sich erfolgreich für die Zukunft aufstellen und von ihnen lernen", erklärt Lukas Lingitz, Geschäftsbereichsleiter bei Fraunhofer Austria und Organisator des Wettbewerbs.
Die Initiative zielt darauf ab, jene Betriebe vor den Vorhang zu holen, die durch kontinuierliche Prozessoptimierung, Innovationsinvestitionen und strategische Weiterentwicklung auch in herausfordernden Zeiten wettbewerbsfähig bleiben. "Es sind Betriebe, die ihre Prozesse kontinuierlich weiterentwickeln, in Innovation investieren und dadurch auch in anspruchsvollen Zeiten wettbewerbsfähig bleiben", so Lingitz weiter.
Eine wesentliche Neuerung bringt der Wettbewerb 2026 mit sich: Erstmals werden Reifegrade in den Stufen Gold, Silber und Bronze vergeben. Diese Systematik ermöglicht es allen teilnehmenden Unternehmen, eine objektive Standortbestimmung zu erhalten und konkrete Handlungsempfehlungen für die Weiterentwicklung zu bekommen.
Der Vorteil dieser neuen Bewertungsmethode liegt in der langfristigen Vergleichbarkeit. Unternehmen können ihren Fortschritt über die Jahre hinweg messen, unabhängig vom jeweiligen Ranking im Wettbewerb. Parallel dazu bleiben die gewohnten Auszeichnungen bestehen: Ein Jahressieger sowie Kategoriesieger in den Bereichen Smart Factory, Efficient Factory und Sustainable Factory werden weiterhin gekürt.
Die Wirksamkeit des Wettbewerbs belegen Erfahrungsberichte bisheriger Teilnehmer. Helmut Schwarzl, Geschäftsführer des Sanitärtechnik-Unternehmens Geberit, das zu den preisgekrönten Fabriken der vergangenen Jahre zählt, betont den praktischen Nutzen: "Der Wettbewerb 'Fabrik des Jahres' bietet eine hervorragende Möglichkeit zur Evaluierung unserer Prozesse durch externe Expertinnen und Experten."
Besonders wertvoll sei dabei die Möglichkeit, sich mit anderen Spitzenunternehmen zu messen und voneinander zu lernen. "Außerdem ist es eine schöne Bestätigung für unsere Arbeit, wenn man sich mit den Top-Unternehmen Österreichs messen kann. Ich kann eine Teilnahme nur empfehlen", so Schwarzl.
Der Wettbewerb fungiert nicht nur als Auszeichnungsplattform, sondern auch als wichtiger Katalysator für den Erfahrungsaustausch zwischen den Unternehmen. Durch die Präsentation und Diskussion von Best-Practice-Beispielen entstehen wertvolle Synergien, die der gesamten Branche zugutekommen.
"Mit dem Wettbewerb 'Fabrik des Jahres' schaffen wir eine Bühne für diese Erfolgsgeschichten und fördern zugleich den Austausch von Best-Practice-Inspirationen", erklärt Lingitz die übergeordneten Ziele der Initiative.
Die Teilnahme am Wettbewerb zeigt exemplarisch, wie sich die österreichische Industrie den aktuellen Herausforderungen stellt. Anstatt vor globalen Trends und wirtschaftlichen Unsicherheiten zu kapitulieren, setzen viele Unternehmen auf Transformation und Modernisierung.
Diese Entwicklung manifestiert sich in verschiedenen Bereichen: Digitalisierung der Produktionsprozesse, Implementierung nachhaltiger Technologien, Optimierung der Energieeffizienz und Stärkung der Lieferkettensicherheit stehen dabei im Fokus vieler Betriebe.
Die Kategorisierung des Wettbewerbs spiegelt die wesentlichen Trends der modernen Produktion wider:
Diese drei Dimensionen zeigen auf, dass moderne Fabriken nicht nur produktiver, sondern auch intelligenter und verantwortungsvoller agieren müssen, um langfristig erfolgreich zu sein.
Für österreichische Produktionsbetriebe bietet der Wettbewerb mehrere konkrete Vorteile: Neben der externen Validierung der eigenen Leistung durch Fachexperten erhalten Teilnehmer wertvolle Impulse für die Weiterentwicklung ihrer Betriebe. Die Auszeichnung kann zudem als Qualitätsmerkmal in der Kommunikation mit Kunden und Partnern genutzt werden.
Darüber hinaus ermöglicht die Teilnahme den Zugang zu einem Netzwerk führender Industrieunternehmen und Experten, was neue Kooperationsmöglichkeiten eröffnen kann.
Interessierte Unternehmen haben noch bis zum 31. März die Möglichkeit, sich für den Wettbewerb "Fabrik des Jahres" anzumelden. Die Bewerbung richtet sich an alle österreichischen Produktionsbetriebe, unabhängig von Größe oder Branche.
Fraunhofer Austria, als Teil der größten europäischen anwendungsorientierten Forschungsorganisation, bringt durch die Organisation des Wettbewerbs ihre langjährige Expertise in der Produktionsoptimierung und Industrieforschung ein. Die wissenschaftlich fundierte Bewertung gewährleistet dabei höchste Qualitätsstandards bei der Evaluierung der teilnehmenden Betriebe.