Wien, 14. Dezember 2025 - Eine bahnbrechende Entwicklung im Bereich des Bodenschutzes und der Flächennutzung wurde heute von Umwelt- und Klimaminister Norbert Totschnig vorgestellt. Die erste bundesweite Potenzialflächenkarte Österreichs zeigt das enorme Potenzial ungenutzter Industrie- und Gewerbef
Wien, 14. Dezember 2025 - Eine bahnbrechende Entwicklung im Bereich des Bodenschutzes und der Flächennutzung wurde heute von Umwelt- und Klimaminister Norbert Totschnig vorgestellt. Die erste bundesweite Potenzialflächenkarte Österreichs zeigt das enorme Potenzial ungenutzter Industrie- und Gewerbeflächen auf. Diese Entwicklung könnte einen Wendepunkt in der österreichischen Umweltpolitik darstellen, indem sie den Bodenverbrauch drastisch reduziert und gleichzeitig wirtschaftliche Chancen eröffnet.
Die Potenzialflächenkarte nutzt modernste Künstliche Intelligenz (KI), um brachliegende Flächen zu identifizieren, die bisher übersehen wurden. Diese Flächen umfassen insgesamt 3.800 Standorte mit einer Fläche von rund 1.700 Hektar, die für neue und umweltschonende Entwicklungen bereitstehen.
Brachliegende Flächen sind bereits genutzte, aber derzeit ungenutzte Grundstücke, die infrastrukturell erschlossen sind. Diese Flächen sind oft ehemalige Industrie- oder Gewerbegebiete, die nicht mehr aktiv genutzt werden. Sie stellen eine wertvolle Ressource dar, da sie ohne zusätzliche Bodenversiegelung wieder nutzbar gemacht werden können.
Die Nutzung von Flächen in Österreich hat sich über die Jahre stark verändert. Historisch gesehen wurde der Boden vor allem für die Landwirtschaft genutzt. Mit der Industrialisierung und dem Wachstum der Städte nahm der Druck auf die verfügbaren Flächen zu. In den letzten Jahrzehnten führte die Urbanisierung zu einer verstärkten Versiegelung von Böden, was negative Auswirkungen auf die Umwelt und die Biodiversität hatte.
Österreich hat sich in den letzten Jahren verstärkt um eine nachhaltige Flächennutzung bemüht. Die Einführung der Potenzialflächenkarte ist ein weiterer Schritt in diese Richtung und könnte als Modell für andere Länder dienen.
Im Vergleich zu Deutschland und der Schweiz steht Österreich vor ähnlichen Herausforderungen in Bezug auf die Flächennutzung. Beide Nachbarländer haben ebenfalls Strategien entwickelt, um den Bodenverbrauch zu reduzieren. In Deutschland gibt es bereits ähnliche Initiativen zur Nutzung brachliegender Flächen, während die Schweiz auf strenge Raumplanungsgesetze setzt, um den Bodenverbrauch zu minimieren.
Die Einführung der Potenzialflächenkarte hat direkte Auswirkungen auf die österreichische Bevölkerung und Wirtschaft. Zum einen können durch die Revitalisierung brachliegender Flächen neue Arbeitsplätze geschaffen werden. Dies ist besonders wichtig in wirtschaftlich schwächeren Regionen, wo neue Betriebsansiedlungen dringend benötigt werden.
Darüber hinaus trägt die Wiederverwendung dieser Flächen zur Reduzierung der Bodenversiegelung bei, was positive Auswirkungen auf die Umwelt und die Biodiversität hat. Ein gesunder Boden ist essenziell für die Landwirtschaft und die menschliche Gesundheit, da er als Filter für Schadstoffe dient und Lebensraum für zahlreiche Organismen bietet.
Die Potenzialflächenkarte umfasst 3.800 Standorte mit einer Fläche von 1.700 Hektar. Diese Flächen wurden mithilfe von KI analysiert, die rund 65.000 industriell oder gewerblich gewidmete Grundstücke ab 1.000 m² anhand von Orthofotos, Geodaten und Satellitenbildern untersuchte. Aktuell land- oder forstwirtschaftlich genutzte Flächen wurden herausgefiltert, um Nutzungskonflikte zu vermeiden.
Prof. Dr. Alexander Martin vom Fraunhofer Institut für Integrierte Schaltungen bezeichnet die Potenzialflächenkarte als hervorragendes Beispiel für den erfolgreichen Transfer wissenschaftlicher Methoden in die Praxis. Die Generative Künstliche Intelligenz zur Analyse von Luft- und Satellitenbildern bietet direkte Unterstützung für Gewerbeansiedlungen ohne neue Flächenversiegelungen.
Die Potenzialflächenkarte ist nicht nur ein Werkzeug zur Erfassung ungenutzter Flächen, sondern auch ein wichtiger Baustein für die nachhaltige Standortentwicklung in Österreich. Jedes Jahr werden in Österreich Orthofotos eines Drittels des Landes neu aufgenommen, und die aktualisierten Daten fließen in die Potenzialflächenkarte ein. Dies ermöglicht eine kontinuierliche Anpassung und Optimierung der Flächennutzung.
Umweltminister Totschnig betont, dass die Potenzialflächenkarte den Wirtschaftsstandort Österreich stärkt und Gemeinden sowie Unternehmen unterstützt. Die Karte bietet eine Grundlage für eine nachhaltige Entwicklung und leistet einen wichtigen Beitrag zur Erreichung der Ziele der Bodenstrategie.
Die Einführung der Potenzialflächenkarte markiert einen bedeutenden Schritt in Richtung einer nachhaltigen Flächennutzung in Österreich. Sie bietet nicht nur Lösungen für aktuelle Herausforderungen, sondern auch Chancen für eine zukunftsfähige Entwicklung. Die Karte könnte als Vorbild für andere Länder dienen und zeigt, wie innovative Technologien wie KI zur Lösung komplexer Umweltprobleme beitragen können.
Österreich hat mit der Potenzialflächenkarte ein Instrument geschaffen, das sowohl ökologische als auch ökonomische Vorteile bietet. Die Herausforderung wird nun darin bestehen, die identifizierten Flächen effektiv zu nutzen und die gewonnenen Erkenntnisse in die Praxis umzusetzen. Die Potenzialflächenkarte ist ein Schritt in die richtige Richtung, um eine nachhaltige und lebenswerte Zukunft für kommende Generationen zu sichern.