Am 21. Oktober 2025 veröffentlichte die Umweltschutzorganisation GLOBAL 2000 eine kritische Stellungnahme zum Entwurf des Erneuerbaren Ausbau Beschleunigungsgesetzes (EABG). Mit dem Ende der Begutachtungsfrist richtet sich der Fokus nun auf die Verbesserungsvorschläge, die von GLOBAL 2000 vorgelegt
Am 21. Oktober 2025 veröffentlichte die Umweltschutzorganisation GLOBAL 2000 eine kritische Stellungnahme zum Entwurf des Erneuerbaren Ausbau Beschleunigungsgesetzes (EABG). Mit dem Ende der Begutachtungsfrist richtet sich der Fokus nun auf die Verbesserungsvorschläge, die von GLOBAL 2000 vorgelegt wurden. Doch was steckt wirklich hinter dem Gesetz und warum sorgt es für so viel Aufsehen?
Das EABG zielt darauf ab, den Ausbau erneuerbarer Energien in Österreich zu beschleunigen. Ein Ziel, das angesichts der Klimakrise von großer Bedeutung ist. Doch trotz der positiven Absichten gibt es laut GLOBAL 2000 erhebliche Mängel. "Die Bundesländer-Ziele müssen mindestens auf das im Netzinfrastrukturplan festgelegte Niveau angehoben werden", fordert die Klima- und Energiesprecherin von GLOBAL 2000. Doch was bedeutet das konkret?
In Österreich ist die Energiepolitik stark föderal organisiert. Das bedeutet, dass jedes Bundesland eigene Ziele und Strategien verfolgen kann. Der Netzinfrastrukturplan, ein zentrales Dokument, legt die Mindestanforderungen für den Ausbau der erneuerbaren Energien fest. Wenn die Bundesländer diese Ziele nicht erreichen, könnte das den gesamten Fortschritt Österreichs in der Energiewende gefährden.
Ein weiteres Problem ist der Sanktionsmechanismus. Derzeit ist unklar, wie die Bundesregierung auf eine Zielverfehlung reagieren soll. Ohne klare Vorgaben könnte es zu Verzögerungen und Ineffizienzen kommen, die den Ausbau erneuerbarer Energien behindern.
Während Windkraft und Photovoltaik noch viel Ausbaupotenzial bieten, ist der Wasserkraftausbau in Österreich nahezu ausgeschöpft. Die letzten intakten Flussabschnitte sind bedroht, wenn weitere Wasserkraftprojekte umgesetzt werden. Hier prallen Naturschutz und Klimaschutz aufeinander.
"Der Entwurf in seiner derzeitigen Form spielt Naturschutz und Klimaschutz gegeneinander aus", so die Sprecherin von GLOBAL 2000. Ein überragendes öffentliches Interesse könnte zur Zerstörung sensibler Ökosysteme führen, wenn nicht sorgfältig abgewogen wird.
Die RED III EU-Richtlinie sieht vor, dass beim Ausbau erneuerbarer Energien vorrangig bereits verbaute oder anderweitig degradierte Flächen genutzt werden. Diese Priorisierung fehlt jedoch im aktuellen Entwurf des EABG. Ein Versäumnis, das schwerwiegende Konsequenzen für den Naturschutz haben könnte.
Ein weiterer Kritikpunkt ist die mangelnde Einbindung der Öffentlichkeit und von Umweltschutzorganisationen in den Entscheidungsprozess. Neue vereinfachte Verfahren und Anzeigeverfahren sehen keine Beteiligung dieser Gruppen vor. Auch Umweltanwaltschaften sind ausgeschlossen.
"Es gibt auf europäischer Ebene klare Vorgaben dazu, wie die Öffentlichkeit in solche Projekte einzubinden ist", betont GLOBAL 2000. Eine Überarbeitung der Verfahren ist notwendig, um den europäischen Standards gerecht zu werden.
Österreich hat sich in der Vergangenheit als Vorreiter im Bereich erneuerbare Energien positioniert. Bereits in den 1970er Jahren wurde mit dem Bau von Wasserkraftwerken begonnen, um die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen zu reduzieren. Doch mit der zunehmenden Bedeutung von Wind- und Sonnenenergie stehen neue Herausforderungen an.
Politisch ist der Ausbau erneuerbarer Energien ein heikles Thema. Die Interessen der Bundesländer, Energieunternehmen und der Bevölkerung müssen in Einklang gebracht werden. Eine Aufgabe, die nicht immer einfach ist und oft zu Konflikten führt.
Für die Bürger bedeutet der Ausbau erneuerbarer Energien in erster Linie eine saubere und nachhaltige Energieversorgung. Doch es gibt auch Herausforderungen. Der Bau neuer Anlagen kann Landschaften verändern und zu Lärmbelästigungen führen. Zudem sind Investitionen in die Infrastruktur notwendig, die letztlich von den Steuerzahlern getragen werden.
Ein fiktiver Energieexperte äußert sich optimistisch: "Wenn die Kritikpunkte von GLOBAL 2000 berücksichtigt werden, könnte das EABG ein wichtiger Schritt in Richtung einer nachhaltigen Energiezukunft für Österreich sein."
Der Zukunftsausblick ist gemischt. Während der Ausbau erneuerbarer Energien notwendig ist, um die Klimaziele zu erreichen, müssen dabei auch Naturschutz und öffentliche Teilhabe berücksichtigt werden. Die kommenden Monate werden zeigen, ob die Regierung die Kritik von GLOBAL 2000 aufgreift und den Entwurf entsprechend überarbeitet.
Für weitere Informationen und die vollständige Stellungnahme von GLOBAL 2000 besuchen Sie den Original-Link.