Am 12. November 2025 hat der Flughafen Salzburg als zweiter Flughafen in Österreich das neue europäische Entry-Exit-System (EES) in Betrieb genommen. Diese Einführung markiert einen bedeutenden Schritt in der Modernisierung der Grenzkontrollen innerhalb der EU. Bei einem Pressegespräch am 19. Dezemb
Am 12. November 2025 hat der Flughafen Salzburg als zweiter Flughafen in Österreich das neue europäische Entry-Exit-System (EES) in Betrieb genommen. Diese Einführung markiert einen bedeutenden Schritt in der Modernisierung der Grenzkontrollen innerhalb der EU. Bei einem Pressegespräch am 19. Dezember 2025 zogen Innenminister Gerhard Karner, Landeshauptfrau Karoline Edtstadler, Landespolizeidirektor Bernhard Rausch und Bettina Ganghofer, Geschäftsführerin der Salzburger Flughafen GmbH, eine erste Bilanz über die bisherigen Erfahrungen.
Das Entry-Exit-System ersetzt die traditionelle manuelle Passstempelung durch eine elektronische Erfassung von Ein- und Ausreisen. Dabei werden biometrische Daten wie Fingerabdrücke und Gesichtsbilder gespeichert. Ziel des Systems ist es, die Sicherheit an den EU-Außengrenzen zu erhöhen, Identitätsbetrug zu verhindern und Überziehungen der erlaubten Aufenthaltsdauer im Schengen-Raum effizienter zu erkennen.
Ein zentrales Element des EES ist die biometrische Erfassung. Biometrie bezieht sich auf die Messung und statistische Analyse von Menschenmerkmalen. Im Kontext des EES bedeutet dies die Erfassung von Fingerabdrücken und Gesichtsbildern, um die Identität von Reisenden eindeutig zu verifizieren. Diese Daten helfen, Identitätsbetrug zu verhindern, indem sie sicherstellen, dass die Person, die einreist, tatsächlich diejenige ist, die sie vorgibt zu sein.
Die Einführung des EES ist Teil einer größeren EU-Strategie zur Verbesserung der Sicherheit an den Außengrenzen. Seit den 1990er Jahren, mit der Einführung des Schengen-Abkommens, das die Abschaffung der Binnengrenzen innerhalb der EU vorsah, gab es immer wieder Diskussionen über die Notwendigkeit einer verstärkten Kontrolle an den Außengrenzen. Die zunehmende Bedrohung durch internationalen Terrorismus und die Migrationskrise von 2015 führten zu einem verstärkten Fokus auf die Außengrenzsicherung. Die Entwicklung des EES begann im Jahr 2013, als die EU-Kommission einen Vorschlag zur Schaffung eines solchen Systems vorlegte. Nach intensiven Verhandlungen wurde das System schließlich 2017 beschlossen, mit dem Ziel, es bis 2025 in allen Mitgliedstaaten einzuführen.
Österreich ist eines der ersten Länder, das das EES implementiert hat, gefolgt von Deutschland und der Schweiz, die ähnliche Systeme testen. In Deutschland wird das System derzeit an den Flughäfen Frankfurt und München erprobt, während die Schweiz an den Grenzübergängen zu Italien und Frankreich Pilotprojekte durchführt. Diese Länder haben ähnliche Herausforderungen und Ziele wie Österreich, was die Sicherheit und Effizienz der Grenzkontrollen betrifft.
Für Reisende bedeutet das EES schnellere und sicherere Grenzübertritte. Drittstaatsangehörige, die in die EU einreisen, müssen nun nicht nur ihre Pässe vorzeigen, sondern auch ihre biometrischen Daten erfassen lassen. Dies könnte zu längeren Wartezeiten führen, insbesondere in der Hochsaison. Die Flughafenpolizei und das Personal sind jedoch gut vorbereitet, um diese Herausforderungen zu meistern. Ein Beispiel: Ein Reisender aus den USA, der nach Salzburg kommt, durchläuft die biometrische Kontrolle und kann so seine Identität schnell verifizieren lassen, was die Sicherheit erhöht und den Prozess effizienter gestaltet.
Seit der Einführung des EES am Flughafen Salzburg wurden bereits über 100.000 Ein- und Ausreisen elektronisch erfasst. Die durchschnittliche Wartezeit hat sich um 15% verkürzt, trotz des erhöhten Passagieraufkommens in der Wintersaison. Diese Zahlen belegen die Effizienz und den Erfolg des neuen Systems.
In den kommenden Jahren wird das EES voraussichtlich in ganz Europa implementiert werden, was zu einer einheitlichen und effizienten Kontrolle der EU-Außengrenzen führen wird. Für den Flughafen Salzburg bedeutet dies, dass die Infrastruktur weiter ausgebaut werden muss, um den Anforderungen gerecht zu werden. Bis 2033 soll eine neue Terminallandschaft entstehen, die alle notwendigen technischen Voraussetzungen erfüllt. Diese Investitionen werden langfristig zu einer Verbesserung der Sicherheitslage und einer effizienteren Abwicklung des Passagierverkehrs führen.
Die Einführung des Entry-Exit-Systems am Flughafen Salzburg ist ein bedeutender Schritt in Richtung moderner und sicherer Grenzkontrollen. Es bietet sowohl für die Behörden als auch für die Reisenden zahlreiche Vorteile. Die Herausforderungen, insbesondere in Bezug auf die Infrastruktur, werden in den kommenden Jahren angegangen werden müssen. Die bisherigen Erfahrungen zeigen jedoch, dass das System funktioniert und einen wichtigen Beitrag zur Sicherheit in Europa leistet.
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Weitere Informationen finden Sie auf der offiziellen Seite des Bundesministeriums für Inneres.