Im idyllischen Kärnten braut sich ein Sturm zusammen, der das Leben von 95 Landwirten und Grundeigentümern nachhaltig verändern könnte. Die geplante Ortsumfahrung Greifenburg sorgt für Aufruhr und Widerstand. Die Bürgerinitiative „Lebensraum Oberes Drautal“ erhebt ihre Stimme gegen die drohende Ente
Im idyllischen Kärnten braut sich ein Sturm zusammen, der das Leben von 95 Landwirten und Grundeigentümern nachhaltig verändern könnte. Die geplante Ortsumfahrung Greifenburg sorgt für Aufruhr und Widerstand. Die Bürgerinitiative „Lebensraum Oberes Drautal“ erhebt ihre Stimme gegen die drohende Enteignung und die damit verbundenen Konsequenzen für die Region.
Die Nachricht schlug ein wie eine Bombe: 15 Grundeigentümer und zwei Agrargemeinschaften wehren sich gegen die geplante Enteignung durch das Land Kärnten. Der Baustart der bahnparallelen Ortsumfahrung Greifenburg ist für Herbst angekündigt, doch die betroffenen Landwirte und Grundeigentümer sind alles andere als einverstanden.
Die Ortsumfahrung Greifenburg ist Teil eines größeren Verkehrsprojekts, das die Region Kärnten nachhaltig verändern soll. Geplant ist eine neue Trasse, die parallel zur bestehenden Bahnlinie verläuft. Die Kosten für dieses Projekt belaufen sich auf stolze 63,5 Millionen Euro, eine Summe, die viele Bürger als Verschwendung von Steuergeldern betrachten.
Besonders brisant: Die geplante Trasse soll über landwirtschaftlich genutzte Flächen führen, die nicht nur für die lokale Landwirtschaft, sondern auch für den Tourismus von großer Bedeutung sind. Die Bürgerinitiative fordert deshalb eine Alternativtrasse, um die Natur und die Böden zu schonen.
Günter Emberger, einer der betroffenen Grundeigentümer, äußerte sich kritisch: „Die bahnparallele B100-Trasse verursacht mit 63,5 Millionen Euro extremen Steuergeldaufwand, versiegelt weitläufig landwirtschaftliche Flächen und zerstört Erholungsraum als Grundlage des Tourismus.“
Michael Dünhofen, Sprecher der Bürgerinitiative, ergänzt: „Das bereits 2008 genehmigte, UVP-geprüfte und von der Gemeinde akzeptierte Umfahrungsprojekt hätte das Greifenburger Verkehrsproblem schon vor einem Jahrzehnt gelöst, wurde von der damaligen Landesregierung aber aus fragwürdigen Gründen zurückgezogen.“
Auch der Umweltexperte Robert Unglaub schlägt Alarm: „Die aktuellen Pläne eines schnellstraßenartigen Neubaus im Überschwemmungsgebiet der Drau widersprechen der Alpenkonvention.“
Die geplante Enteignung und der Bau der Ortsumfahrung werfen auch ein Schlaglicht auf die politischen Verhältnisse in Kärnten. Kommunalpolitische Beschlüsse werden ignoriert, und die betroffene Bevölkerung fühlt sich von Informationen abgeschnitten.
Experten kritisieren, dass die Landesregierung in Kärnten die Interessen der Bürger nicht ausreichend berücksichtigt. „Es scheint, als ob wirtschaftliche Interessen über das Wohl der Bürger gestellt werden“, so ein anonymer Insider.
Enteignungen im Zuge von Infrastrukturprojekten sind kein ausschließliches Kärntner Phänomen. Auch in anderen Bundesländern, wie etwa in der Steiermark oder in Niederösterreich, kam es in der Vergangenheit zu ähnlichen Konflikten. Doch selten war der Widerstand so groß wie im Oberen Drautal.
Für die betroffenen Landwirte und Grundeigentümer bedeutet die drohende Enteignung nicht nur den Verlust von Eigentum, sondern auch eine Bedrohung ihrer Lebensgrundlage. Viele von ihnen betreiben ihre Höfe seit Generationen und sehen sich nun mit einer ungewissen Zukunft konfrontiert.
Auch die lokale Wirtschaft könnte unter den Auswirkungen der Umfahrung leiden. Der Tourismus, der für die Region von großer Bedeutung ist, könnte durch die Versiegelung von Erholungsräumen Einbußen erleiden. Die Bürgerinitiative warnt zudem vor einer erhöhten Hochwassergefahr, die durch die geplante Trasse begünstigt werden könnte.
Die Berichterstattung über die geplante Enteignung und die Ortsumfahrung Greifenburg ist vielfältig. Während einige Medien die Perspektive der Landesregierung beleuchten, geben andere den betroffenen Bürgern eine Stimme. Die Bürgerinitiative nutzt die Medienpräsenz, um auf ihre Anliegen aufmerksam zu machen und den Druck auf die Politik zu erhöhen.
Wie es in Greifenburg weitergeht, ist ungewiss. Die Bürgerinitiative plant, ihren Protest fortzusetzen und auch rechtliche Schritte zu prüfen. Am 2. Juni 2025 wird eine Pressekonferenz stattfinden, bei der weitere Details bekannt gegeben werden sollen.
Für die Landesregierung wird es eine Herausforderung sein, einen Kompromiss zu finden, der sowohl den Ausbau der Infrastruktur als auch die Interessen der Bürger berücksichtigt. Ein erfolgreicher Kompromiss könnte als Modell für ähnliche Konflikte in anderen Regionen dienen.
Die Entwicklungen in Greifenburg werden mit Spannung verfolgt. Sie könnten weitreichende Konsequenzen für die Region und darüber hinaus haben.