Im hektischen Alltag eines Kindergartens in Wien, am 19. Januar 2026, spielt sich eine Vielzahl emotionaler Szenen ab. Die Frustration eines Kindes, das seinen Reißverschluss nicht schließen kann, die Enttäuschung über fehlenden Glitzer oder die Traurigkeit über ein vergessenes Kuscheltier sind allt
Im hektischen Alltag eines Kindergartens in Wien, am 19. Januar 2026, spielt sich eine Vielzahl emotionaler Szenen ab. Die Frustration eines Kindes, das seinen Reißverschluss nicht schließen kann, die Enttäuschung über fehlenden Glitzer oder die Traurigkeit über ein vergessenes Kuscheltier sind alltägliche Herausforderungen. Diese emotionalen Erfahrungen sind nicht nur flüchtige Momente, sondern prägen die Entwicklung der Kinder nachhaltig. Die Fähigkeit, diese Emotionen wahrzunehmen, zu verstehen und zu regulieren, bildet eine wichtige Grundlage für das soziale Miteinander und das psychische Wohlbefinden.
Emotionsregulation beschreibt die Fähigkeit, eigene Gefühle zu erkennen, zu verstehen und angemessen zu steuern. Dies ist eine Schlüsselkompetenz, die Kinder im Kindergartenalter entwickeln sollten. Pädagogische Fachkräfte spielen dabei eine zentrale Rolle, indem sie Kindern helfen, ihre Emotionen zu bewältigen. Der Prozess der Co-Regulation, bei dem Erwachsene Kindern bei der Emotionsbewältigung unterstützen, ist entscheidend für die kindliche Entwicklung.
Die Bedeutung der Emotionsregulation im Bildungswesen hat sich über die Jahre gewandelt. In den 1970er Jahren lag der Fokus noch stark auf kognitiven Fähigkeiten. Erst in den letzten Jahrzehnten wurde die emotionale Bildung als gleichwertig anerkannt. In Österreich wurde diese Entwicklung durch die Einführung von Bildungsplänen für Kindergärten im Jahr 2009 gefördert, die explizit die Förderung emotionaler Kompetenzen betonen.
Im Vergleich zu Deutschland und der Schweiz hat Österreich einen ähnlichen Ansatz zur Emotionsregulation in Kindergärten. Während in Deutschland der Bildungs- und Erziehungsplan von 2004 die Förderung emotionaler Kompetenzen hervorhebt, legt die Schweiz seit 2012 im Lehrplan 21 ebenfalls großen Wert auf die emotionale Bildung. Österreichs Fokus auf interdisziplinäre Unterstützung, wie sie die St. Nikolausstiftung bietet, ist jedoch einzigartig.
Die Förderung der Emotionsregulation hat direkte Auswirkungen auf den Alltag der Kinder und ihrer Familien. Kinder, die lernen, ihre Emotionen zu regulieren, sind besser in der Lage, Konflikte zu lösen und soziale Beziehungen zu pflegen. Dies führt zu einem harmonischeren Zusammenleben und kann langfristig das psychische Wohlbefinden und die schulische Leistung der Kinder verbessern.
Laut einer Studie der Universität Wien aus dem Jahr 2023 zeigen Kinder, die gezielt in ihrer Emotionsregulation gefördert werden, eine um 30% höhere soziale Kompetenz. In den Kindergärten der St. Nikolausstiftung, die rund 90 Standorte in Wien betreibt, wird dieser Ansatz erfolgreich umgesetzt. Die interdisziplinäre Zusammenarbeit von Psychologen, Pädagogen und Therapeuten hebt die Qualität der Betreuung deutlich an.
Die Zukunft der Emotionsregulation in der Elementarpädagogik sieht vielversprechend aus. Mit der zunehmenden Anerkennung der Bedeutung emotionaler Bildung könnten weitere Bildungsinitiativen und Forschungsprojekte folgen. Die Digitalisierung bietet zudem neue Möglichkeiten, emotionale Bildung durch interaktive Lernplattformen zu unterstützen.
Die Veröffentlichung des Fachbuchs „Emotionsregulation im Kindergarten – Strategien für den pädagogischen Alltag“ ist ein wichtiger Schritt zur Verbesserung der emotionalen Bildung in Österreich. Pädagogische Fachkräfte erhalten wertvolle Werkzeuge, um Kinder in ihrer emotionalen Entwicklung zu unterstützen. Die Weiterentwicklung dieser Konzepte und ihre Integration in den Bildungsalltag werden entscheidend für die zukünftige Generation sein. Weitere Informationen und eine Leseprobe des Buches finden Sie auf der Webseite der St. Nikolausstiftung.