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Gesundheit

Durchbruch in der Schulterchirurgie: Osteoporose-Medikament halbiert Risiko für erneute Sehnenrisse

18. März 2026
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Eine bahnbrechende Entdeckung österreichischer Forscher könnte die Behandlung von Schulterverletzungen revolutionieren: Ein seit Jahren bewährtes Osteoporose-Medikament reduziert das Risiko für erneute Sehnenrisse nach Schulteroperationen um mehr als die Hälfte.

Erste Ergebnisse einer klinischen Studie des Ludwig Boltzmann Instituts für Traumatologie und der AUVA zeigen: Eine einmalige Verabreichung des Osteoporosemedikaments Zoledronsäure während der Operation kann die Heilung nach Schulteroperationen verbessern.

Was ist die Rotatorenmanschette und warum ist sie so anfällig?

Risse der sogenannten Rotatorenmanschette, eine Gruppe von Muskeln und deren Sehnen, die das Schultergelenk umfasst, zählen zu den häufigsten Verletzungen des Bewegungsapparats. Die außergewöhnliche Beweglichkeit der Schulter resultiert aus ihrem speziellen anatomischen Aufbau. Kommt es zu einem Riss der Rotatorenmanschette, treten häufig Folgeschäden auf: Die Muskulatur verfettet und der Oberarmkopf kann an Knochensubstanz verlieren, was die Heilung der Sehne erschwert.

Das Problem der schlechten Heilung

Trotz moderner Operationstechniken kommt es oft zu erneuten Sehnenrissen, weil die Heilung der Sehne am Knochen nicht optimal verläuft.

Zoledronsäure: Vom Osteoporosemedikament zum Heilungshelfer

Zoledronsäure ist ein etabliertes Osteoporosemedikament aus der Gruppe der Bisphosphonate. Die Studie hat untersucht, ob die einmalige Verabreichung von Zoledronsäure während des Eingriffs die Heilung nach Schulteroperationen verbessern kann.

Innovative Anwendung eines bewährten Wirkstoffs

In der prospektiven, randomisierten und placebokontrollierten klinischen Studie erhielten Teilnehmer:innen während der Operation entweder Zoledronsäure oder ein Placebo. Die ersten Teilergebnisse wurden im The American Journal of Sports Medicine veröffentlicht.

Studienergebnisse

An der Studie nahmen 80 Patient:innen ohne Osteoporose teil, die sich einer Schulteroperation unterzogen. Sechs Monate nach dem Eingriff zeigten sich Unterschiede zwischen den Gruppen: In der Zoledronsäure-Gruppe traten bei 15 Prozent erneute Sehnenrisse auf, in der Kontrollgruppe bei 35 Prozent. Zusätzlich verbesserten sich in der Behandlungsgruppe Beweglichkeit, Kraft und Schmerzwerte sowie die Verfettung der Schultermuskulatur – Angaben, die in den veröffentlichten Teilergebnissen berichtet werden.

Translationale Forschung als Schlüssel

Die Studie zeigt, wie translationale Forschung klinische Fragestellungen aus der Praxis gemeinsam mit Forschungseinrichtungen wissenschaftlich bearbeiten und in die Patientenversorgung zurückführen kann. Das Clinical Center for Studies in Regenerative Medicine (CCSRM) koordinierte die Planung und Durchführung der klinischen Studie.

Als nächster Schritt sind größere, multizentrische Studien und längere Nachbeobachtungszeiträume geplant, um die Ergebnisse zu bestätigen. Langfristig könnte Zoledronsäure Teil eines neuen Standardprotokolls in der Schulterchirurgie werden.

Publikation:

Intraoperative Zoledronic Acid for Arthroscopic Rotator Cuff Repair. Short-Term Results From a Prospective, Randomized, Placebo-Controlled Phase II Trial. The American Journal of Sports Medicine 54, 2 (2026). https://doi.org/10.1177/03635465251399167

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