Am 13. Januar 2026 verkündete die Medizinische Universität Wien einen bedeutenden Fortschritt in der Behandlung von Lungenkrebs. Ein Forschungsteam hat eine innovative Kombinationstherapie gegen eine besonders häufige und schwer behandelbare Form von Lungenkrebs entwickelt. Diese Entdeckung könnte f
Am 13. Januar 2026 verkündete die Medizinische Universität Wien einen bedeutenden Fortschritt in der Behandlung von Lungenkrebs. Ein Forschungsteam hat eine innovative Kombinationstherapie gegen eine besonders häufige und schwer behandelbare Form von Lungenkrebs entwickelt. Diese Entdeckung könnte für viele Patient:innen in Österreich und darüber hinaus lebensverändernd sein.
Lungenkrebs zählt zu den häufigsten und tödlichsten Krebserkrankungen weltweit. In Österreich sind jährlich Tausende von dieser Diagnose betroffen. Besonders herausfordernd ist die Behandlung von KRAS-mutierten Lungenadenokarzinomen, die bei etwa einem Drittel aller Fälle auftreten. Diese Mutationen betreffen vor allem Raucher:innen und sind bekannt dafür, dass sie schnell Resistenzen gegen bestehende Therapien entwickeln.
Die Forscher:innen der MedUni Wien haben eine Kombination aus zwei Wirkstoffklassen identifiziert, die vielversprechende Ergebnisse zeigt: ERBB-Hemmer und Aurora-Kinase-Hemmer. Diese Wirkstoffe wirken auf zentrale Mechanismen der Krebszellen ein. ERBB-Rezeptoren sind Proteine auf der Zelloberfläche, die Wachstumssignale in die Zelle leiten. Aurora-Kinasen hingegen sind Enzyme, die eine Schlüsselrolle bei der Zellteilung spielen.
Die Kombination dieser beiden Wirkstoffe zielt darauf ab, die Überlebensmechanismen der Krebszellen zu unterbrechen. Insbesondere bei KRAS-mutierten Tumoren, die alternative Signalwege nutzen, um Therapien zu umgehen, zeigt sich diese Strategie als effektiv. Die Studie, die im renommierten Fachmagazin „npj Precision Onkology“ veröffentlicht wurde, belegt, dass diese Kombinationstherapie nicht nur das Wachstum der Tumoren hemmt, sondern auch resistente Zellklone beseitigen kann.
Die Behandlung von Lungenkrebs hat in den letzten Jahrzehnten erhebliche Fortschritte gemacht. In den 1970er Jahren waren die Überlebenschancen für Lungenkrebspatient:innen noch sehr gering. Erst mit der Entwicklung zielgerichteter Therapien und der Entdeckung von genetischen Mutationen, die spezifisch angegangen werden können, verbesserten sich die Prognosen. Die Einführung von Immuntherapien in den letzten Jahren hat ebenfalls zu einem Paradigmenwechsel in der Onkologie geführt.
Dennoch bleibt die Behandlung von KRAS-mutierten Tumoren eine Herausforderung. Diese Tumoren sind bekannt dafür, dass sie schnell Resistenzen entwickeln und somit die Effektivität von Therapien einschränken. Die aktuelle Forschung der MedUni Wien könnte hier einen entscheidenden Wendepunkt darstellen.
In Deutschland und der Schweiz werden ähnliche Ansätze verfolgt, jedoch ist die Kombination aus ERBB- und Aurora-Kinase-Hemmern ein Novum. Während in Deutschland der Fokus stärker auf der Entwicklung von Immuntherapien liegt, hat die Schweiz in den letzten Jahren bedeutende Fortschritte in der personalisierten Medizin gemacht. Österreich könnte mit der aktuellen Studie eine Vorreiterrolle in der Lungenkrebsforschung einnehmen.
Für Lungenkrebspatient:innen in Österreich bedeutet diese Entdeckung Hoffnung auf eine wirksamere Behandlung. Die Möglichkeit, Resistenzen zu überwinden und die Überlebensrate zu verbessern, könnte die Lebensqualität vieler Betroffener erheblich steigern. Ein Beispiel aus der Praxis zeigt, dass Patient:innen, die bisher auf konventionelle Therapien nicht ansprachen, durch die neue Kombinationstherapie eine signifikante Tumorverkleinerung erlebten.
Die schnelle Verfügbarkeit von Afatinib, einem der beiden Wirkstoffe, und die fortgeschrittenen klinischen Prüfungen von Aurora-Kinase-Hemmern lassen hoffen, dass diese Therapie bald in die klinische Praxis Einzug halten könnte.
Statistiken zeigen, dass in Österreich jährlich etwa 4.000 Menschen an Lungenkrebs sterben. Die Überlebensrate für fortgeschrittene Stadien liegt bei weniger als 10%. Die neue Therapie könnte diese Zahlen erheblich verbessern, indem sie die Resistenzen durchbricht und die Effektivität der Behandlung erhöht.
Die Zukunft der Lungenkrebsbehandlung könnte durch diese Forschung maßgeblich beeinflusst werden. Die Forscher:innen der MedUni Wien planen bereits weitere Studien, um die Langzeitwirkung und die optimale Dosierung der Kombinationstherapie zu untersuchen. Sollte die Therapie in den klinischen Alltag integriert werden, könnte sie als Modell für die Behandlung anderer Krebsarten dienen.
Die internationale Onkologie-Gemeinschaft beobachtet diese Entwicklungen mit großem Interesse. Die Möglichkeit, bestehende Resistenzen zu überwinden und die Wirksamkeit von Therapien zu steigern, könnte die Behandlung von Krebserkrankungen revolutionieren.
Die Medizinische Universität Wien hat mit ihrer aktuellen Studie einen bedeutenden Beitrag zur Lungenkrebsforschung geleistet. Die neu entwickelte Kombinationstherapie bietet Hoffnung für viele Patient:innen und könnte die Behandlung von KRAS-mutierten Lungenadenokarzinomen nachhaltig verändern. Die nächsten Schritte werden zeigen, ob diese Therapie tatsächlich den erhofften Durchbruch in der Onkologie darstellt.
Für weitere Informationen über die Studie und ihre Ergebnisse besuchen Sie die Pressemitteilung der MedUni Wien.