Die Bedrohung aus der Luft nimmt zu, doch Österreichs Regierung scheint darauf nicht vorbereitet zu sein. Am 29. Oktober 2025 kritisierten die Grünen die Bundesregierung scharf für ihre neue Drohnenabwehrstrategie, die als unzureichend und verspätet empfunden wird. Doch was steckt wirklich hinter di
Die Bedrohung aus der Luft nimmt zu, doch Österreichs Regierung scheint darauf nicht vorbereitet zu sein. Am 29. Oktober 2025 kritisierten die Grünen die Bundesregierung scharf für ihre neue Drohnenabwehrstrategie, die als unzureichend und verspätet empfunden wird. Doch was steckt wirklich hinter dieser Kritik und wie gefährlich ist die Lage tatsächlich?
In den letzten Jahren hat die Nutzung von Drohnen exponentiell zugenommen. Ursprünglich als Spielzeug oder für kommerzielle Zwecke gedacht, werden Drohnen zunehmend auch für militärische und kriminelle Aktivitäten eingesetzt. Im August 2025 kam es zu einer ernsten Luftraumverletzung durch russische Drohnen über Polen, die die EU in Alarmbereitschaft versetzte.
Drohnen, auch unbemannte Luftfahrzeuge (UAVs) genannt, sind Fluggeräte, die ohne Besatzung fliegen und ferngesteuert oder autonom betrieben werden können. Sie werden in verschiedenen Größen und mit unterschiedlichen Fähigkeiten hergestellt, von kleinen Hobbydrohnen bis hin zu großen militärischen UAVs.
Die Gefahr, die von Drohnen ausgeht, ist nicht nur militärischer Natur. Sie können auch für Spionage, Schmuggel oder Terroranschläge missbraucht werden. Eine Pilotstudie des Verbunds in Wien zeigte, dass innerhalb von drei Monaten über 1.300 Drohneneinsätze über kritischer Infrastruktur registriert wurden.
Die Grünen werfen der Bundesregierung vor, auf die Bedrohung durch Drohnen nicht angemessen reagiert zu haben. David Stögmüller, Wehrsprecher der Grünen, bezeichnete die neue Strategie der Regierung als „Luftschloss“ und kritisierte die mangelnde Bereitschaft, konkrete Maßnahmen zu ergreifen.
„Die Gefahr ist längst real, doch gebannt ist sie durch eine große PR-Ankündigung leider nicht“, betonte Stögmüller. Die Grünen fordern eine umfassende Risikoanalyse, klare rechtliche Zuständigkeiten und sofortige technische sowie organisatorische Schutzvorkehrungen.
Die Diskussion um Drohnenschutz ist nicht neu, hat aber durch die jüngsten Ereignisse an Dringlichkeit gewonnen. Die Verletzung des Luftraums durch russische Drohnen hat gezeigt, wie verletzlich die EU gegenüber solchen Bedrohungen ist. Die Grünen haben seit der ersten Luftraumverletzung in Polen nach einer Strategie gerufen und einen Nationalen Sicherheitsrat veranlasst.
Österreich ist nicht das einzige Land, das sich mit der Drohnenproblematik auseinandersetzen muss. In Deutschland wurde bereits vor Jahren eine umfassende Drohnenabwehrstrategie implementiert, die auf modernster Technologie basiert. Frankreich hat ebenfalls Maßnahmen ergriffen, um seine kritische Infrastruktur zu schützen.
Doch während andere Länder bereits handeln, scheint Österreich noch in der Planungsphase festzustecken. „Es ist überfällig, dass die Regierung endlich aufwacht“, so Stögmüller. „Die Russen werden nicht warten, bis die Bundesregierung ihre Strategie erarbeitet hat.“
Die Bedrohung durch Drohnen betrifft nicht nur die Regierung, sondern auch die Bürger. Kritische Infrastruktur wie Kraftwerke, Flughäfen und Regierungsgebäude sind potenzielle Ziele für Drohnenangriffe. Die Frage, wer im Ernstfall diese Einrichtungen schützt, bleibt unbeantwortet.
Ein Experte aus dem Verteidigungsministerium, der anonym bleiben möchte, erklärte: „Die Bevölkerung muss darauf vertrauen können, dass ihre Sicherheit gewährleistet ist. Die Regierung muss handeln, bevor es zu spät ist.“
Die Bundesregierung hat angekündigt, zwischen den Ministerien zusammenarbeiten zu wollen, um eine Strategie zu erarbeiten. Doch die Grünen kritisieren, dass dies längst hätte geschehen sollen. „Anstatt Verantwortung zu übernehmen, schiebt die Bundesregierung die Aufgabe zwischen Ministerien hin und her“, sagte Stögmüller.
Die Grünen fordern, dass das Thema Drohnenschutz nächste Woche erneut im Innenausschuss behandelt wird. „Zum dritten Mal bringen wir unseren Antrag für eine echte Drohnenschutzstrategie ein“, so Agnes Sirka-Prammer, Sprecherin für Inneres.
Die Drohnentechnologie wird sich weiterentwickeln und die Bedrohungspotenziale werden zunehmen. Umso wichtiger ist es, dass Österreich eine umfassende Strategie entwickelt, um sich gegen diese Bedrohungen zu schützen. Dies erfordert nicht nur technologische Lösungen, sondern auch rechtliche und organisatorische Maßnahmen.
„Wir stehen bereit, konstruktiv an echten Lösungen mitzuarbeiten“, betonte Prammer. Die Regierung muss jetzt handeln, um die Sicherheit des Landes zu gewährleisten.
Die Bedrohung durch Drohnen ist real und erfordert sofortiges Handeln. Die Kritik der Grünen an der Bundesregierung ist ein Weckruf, der nicht ignoriert werden darf. Österreich muss seine Strategie überdenken und konkrete Maßnahmen ergreifen, um die Sicherheit seiner Bürger zu gewährleisten. Die Zeit des Zögerns ist vorbei, es ist Zeit zu handeln.
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