Die Einführung des elektronischen Eltern-Kind-Passes, der ursprünglich für Anfang 2026 geplant war, wurde auf den 1. Oktober 2026 verschoben. Diese Entscheidung fiel am 2. Dezember 2025 im Gesundheitsausschuss des österreichischen Parlaments. Die Verzögerung wird mit der Komplexität des Projekts beg
Die Einführung des elektronischen Eltern-Kind-Passes, der ursprünglich für Anfang 2026 geplant war, wurde auf den 1. Oktober 2026 verschoben. Diese Entscheidung fiel am 2. Dezember 2025 im Gesundheitsausschuss des österreichischen Parlaments. Die Verzögerung wird mit der Komplexität des Projekts begründet, wie aus den Erläuterungen des Gesetzesentwurfs hervorgeht, der mit den Stimmen von ÖVP, SPÖ, NEOS und Grünen angenommen wurde.
Die Umstellung vom traditionellen Papierheft auf eine digitale Lösung erfordert umfangreiche technische Anpassungen und eine enge Zusammenarbeit zwischen den verschiedenen Akteuren im Gesundheitswesen. Der elektronische Eltern-Kind-Pass soll die Früherkennung von gesundheitlichen und psychosozialen Risikofaktoren verbessern und die Zusammenarbeit zwischen Gesundheitsdiensteanbietern erleichtern.
Der Mutter-Kind-Pass wurde in Österreich erstmals in den 1970er Jahren eingeführt, um die Gesundheit von Müttern und deren Kindern systematisch zu überwachen. Seitdem hat das Programm zahlreiche Anpassungen erfahren. Der Schritt zur Digitalisierung ist ein weiterer Meilenstein in dieser Entwicklung. Im Vergleich dazu haben Länder wie Deutschland und die Schweiz bereits ähnliche digitale Systeme implementiert, wobei Österreich nun nachzieht, um die Effizienz und Zugänglichkeit der Gesundheitsversorgung zu verbessern.
Für die österreichischen Familien bedeutet die Einführung des elektronischen Eltern-Kind-Passes eine erhebliche Veränderung im Umgang mit Gesundheitsdaten. Die digitale Dokumentation soll den Zugang zu medizinischen Informationen erleichtern und die Koordination zwischen verschiedenen Gesundheitsdienstleistern verbessern. Ein Beispiel dafür ist die geplante Integration von Erinnerungsfunktionen für Untersuchungstermine, die Eltern unterstützen sollen, alle notwendigen Vorsorgeuntersuchungen rechtzeitig wahrzunehmen.
Das Untersuchungsprogramm erfasst jährlich rund 425.000 Kinder sowie 82.000 Schwangere und Neugeborene. Die Umstellung auf ein digitales System wird voraussichtlich zu Einsparungen von bis zu 4,5 Milliarden Euro führen, indem Effizienzsteigerungen und verbesserte Datenmanagementprozesse umgesetzt werden. Die Ausweitung der Löschfrist von ELGA-Daten von zehn auf 30 Jahre soll zudem die Langzeitverfügbarkeit wichtiger Gesundheitsinformationen sicherstellen.
Die Einführung des elektronischen Eltern-Kind-Passes wird in den kommenden Jahren die Grundlage für eine umfassendere Digitalisierung im österreichischen Gesundheitswesen legen. Langfristig könnte dies zu einer besseren Gesundheitsversorgung und einer effizienteren Nutzung von Ressourcen führen. Die Regierung plant, die technische Umsetzung bis zum neuen Startdatum im Oktober 2026 abzuschließen und die notwendigen gesetzlichen Anpassungen vorzunehmen.
Die Verschiebung der Einführung des elektronischen Eltern-Kind-Passes zeigt die Herausforderungen, die mit der Digitalisierung im Gesundheitswesen verbunden sind. Dennoch bietet die Umstellung eine Chance für Verbesserungen in der Gesundheitsversorgung und der Verwaltung von Gesundheitsdaten. Die kommenden Monate werden entscheidend sein, um die technischen und organisatorischen Voraussetzungen für einen erfolgreichen Start im Oktober 2026 zu schaffen.
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