Am 13. November 2025 findet in Wien der 6. Präventionsgipfel des „Bundesweiten Netzwerks Extremismusprävention und Deradikalisierung“ statt, ein Ereignis, das angesichts der fortschreitenden Digitalisierung von besonderer Aktualität ist. Die Veranstaltung, die im NOVOTEL Wien Hauptbahnhof abgehalten
Am 13. November 2025 findet in Wien der 6. Präventionsgipfel des „Bundesweiten Netzwerks Extremismusprävention und Deradikalisierung“ statt, ein Ereignis, das angesichts der fortschreitenden Digitalisierung von besonderer Aktualität ist. Die Veranstaltung, die im NOVOTEL Wien Hauptbahnhof abgehalten wird, widmet sich dem Thema „Digitale Resilienz“ und zieht Experten aus verschiedenen Bereichen an, um über die Herausforderungen und Chancen der digitalen Transformation zu diskutieren.
Digitale Resilienz beschreibt die Fähigkeit von Individuen und Organisationen, sich an die Veränderungen und Herausforderungen der digitalen Welt anzupassen und diese zu bewältigen. In der heutigen Zeit, in der digitale Technologien nahezu alle Lebensbereiche durchdringen, ist diese Resilienz von entscheidender Bedeutung. Sie ermöglicht es, auf Cyber-Bedrohungen zu reagieren, die Integrität von Informationen zu wahren und die Privatsphäre zu schützen. Der Gipfel in Wien zielt darauf ab, Strategien zu entwickeln, um diese Resilienz zu stärken und somit Extremismus und Radikalisierung im digitalen Raum entgegenzuwirken.
Die Geschichte der Extremismusprävention in Österreich reicht mehrere Jahrzehnte zurück. Bereits in den 1980er Jahren begannen erste Initiativen, sich mit der Radikalisierung von Jugendlichen auseinanderzusetzen. Mit der zunehmenden Digitalisierung in den 2000er Jahren verlagerte sich der Fokus auf die Online-Welt. Die Gründung des „Bundesweiten Netzwerks Extremismusprävention und Deradikalisierung“ im Jahr 2015 markierte einen wichtigen Meilenstein. Dieses Netzwerk bündelt Ressourcen und Expertise, um auf die komplexen Herausforderungen der digitalen Radikalisierung zu reagieren.
Österreich steht mit seinen Bemühungen nicht allein da. In Deutschland und der Schweiz gibt es ähnliche Initiativen, die jedoch unterschiedliche Ansätze verfolgen. Während Deutschland stark auf Bildungsprogramme setzt, um digitale Kompetenzen zu fördern, legt die Schweiz den Fokus auf die Zusammenarbeit zwischen staatlichen und nicht-staatlichen Akteuren. Österreichs Ansatz, der eine Kombination aus Bildung, staatlichem Eingreifen und zivilgesellschaftlichem Engagement darstellt, gilt als besonders umfassend.
Die Auswirkungen der digitalen Resilienz auf die österreichische Bevölkerung sind vielfältig. Ein konkretes Beispiel ist die Einführung von Schulprogrammen, die Schülern den sicheren Umgang mit digitalen Medien lehren. Diese Programme sollen nicht nur technische Fähigkeiten vermitteln, sondern auch das kritische Denken fördern, um Manipulationen und extremistische Inhalte zu erkennen. Für Erwachsene bieten Workshops und Informationsveranstaltungen die Möglichkeit, sich über die Gefahren im Netz zu informieren und Schutzmaßnahmen zu ergreifen.
Laut einer Studie des Bundesministeriums für Inneres aus dem Jahr 2024 haben sich die Fälle von Online-Radikalisierung in Österreich in den letzten fünf Jahren verdoppelt. Diese alarmierende Entwicklung unterstreicht die Notwendigkeit von Maßnahmen zur Stärkung der digitalen Resilienz. Die Studie zeigt auch, dass besonders Jugendliche im Alter von 14 bis 18 Jahren gefährdet sind, was die Bedeutung von Bildungsinitiativen weiter hervorhebt.
Die Zukunft der Extremismusprävention in Österreich wird maßgeblich von der Fähigkeit abhängen, sich an die sich ständig ändernden digitalen Landschaften anzupassen. Experten prognostizieren, dass künstliche Intelligenz und maschinelles Lernen eine immer größere Rolle spielen werden, um extremistische Inhalte schneller zu identifizieren und zu entfernen. Darüber hinaus wird die internationale Zusammenarbeit entscheidend sein, um grenzüberschreitende Bedrohungen effektiv zu bekämpfen.
Der 6. Präventionsgipfel in Wien stellt einen wichtigen Schritt im Kampf gegen digitale Radikalisierung dar. Mit einem umfassenden Ansatz, der Bildung, Technologie und internationale Zusammenarbeit vereint, ist Österreich gut aufgestellt, um den Herausforderungen der Zukunft zu begegnen. Interessierte Bürger sind eingeladen, sich über die neuesten Entwicklungen zu informieren und aktiv an der Gestaltung einer sicheren digitalen Zukunft mitzuwirken. Weitere Informationen finden Sie auf der Webseite des Bundesministeriums für Inneres.