Am 10. November 2025 veröffentlichte die Österreichische Apothekerkammer beeindruckende Ergebnisse einer Testkampagne in Kärntner Apotheken, die das immense Einsparungspotenzial durch Vorsorgeuntersuchungen aufzeigt. Der Bericht des Instituts für Pharmaökonomische Forschung (IPF) zeigt, dass durch D
Am 10. November 2025 veröffentlichte die Österreichische Apothekerkammer beeindruckende Ergebnisse einer Testkampagne in Kärntner Apotheken, die das immense Einsparungspotenzial durch Vorsorgeuntersuchungen aufzeigt. Der Bericht des Instituts für Pharmaökonomische Forschung (IPF) zeigt, dass durch Diabetes-Point-of-Care-Tests (POCT) in 60 Apotheken über fünf Jahre hinweg Einsparungen von 6,76 Millionen Euro für das Gesundheitssystem möglich sind. Diese Tests fanden zwischen dem 6. und 18. Oktober statt und nutzten ein Budget-Impact-Modell zur Analyse.
Die POCTs in Kärnten sind ein Paradebeispiel für erfolgreiche Prävention. Durch die niederschwellige Testung in Apotheken können Krankheiten wie Diabetes frühzeitig erkannt werden, was die Belastung des Gesundheitssystems reduziert und langfristig Kosten einspart. Die Tests führten zu jährlichen Einsparungen, die von 58.000 Euro im ersten Jahr auf 2,5 Millionen Euro im fünften Jahr ansteigen.
Point-of-Care-Tests sind diagnostische Tests, die direkt am Ort der Patientenversorgung durchgeführt werden können, ohne dass Proben in ein Labor geschickt werden müssen. Diese Tests bieten schnelle Ergebnisse und ermöglichen eine sofortige Behandlung oder Beratung. In Apotheken durchgeführt, sind sie besonders zugänglich für die Bevölkerung.
Während Kärnten mit dieser Initiative voranschreitet, sind ähnliche Programme in Deutschland und der Schweiz bereits etabliert. In Deutschland werden Apotheken zunehmend in die Gesundheitsvorsorge integriert, während in der Schweiz Prävention ein zentraler Bestandteil des Gesundheitssystems ist. Österreich könnte von diesen Modellen lernen und die Apotheken stärker in die Präventionsarbeit einbinden.
Die Tests in Kärnten zeigten, dass 29,4 Prozent der getesteten Personen ein erhöhtes Diabetes-Risiko aufwiesen, während 5,3 Prozent bereits an Diabetes litten. Durch das Screening konnten in fünf Jahren 1.843 Diabetesfälle verhindert werden. Dies bedeutet nicht nur eine erhebliche Entlastung für das Gesundheitssystem, sondern auch eine Verbesserung der Lebensqualität für die Betroffenen.
Ein Beispiel: Eine Person mit Prädiabetes, die durch den Test frühzeitig informiert und beraten wird, kann durch Lebensstiländerungen das Fortschreiten der Krankheit verhindern. Dies reduziert nicht nur persönliche Gesundheitskosten, sondern auch die gesellschaftliche Krankheitslast.
Die Studie des IPF zeigt, dass die Kosten für nicht erkannte Prädiabetes- und Diabetesfälle um 17,72 Millionen Euro sinken, während die Kosten für erkannte Fälle um 10,86 Millionen Euro steigen. Unter Berücksichtigung der Test- und Beratungskosten ergibt sich eine Nettoersparnis von 6,76 Millionen Euro.
Die Apothekerkammer plant, die Testkampagne im Jahr 2026 zu wiederholen. Experten sind sich einig, dass die Integration von Apotheken in die Gesundheitsvorsorge weiter ausgebaut werden sollte. Durch flächendeckende POCTs könnte Österreich langfristig die Krankheitslast reduzieren und die Gesundheitskosten stabilisieren.
Hans Bachitsch, Präsident der Apothekerkammer Kärnten, betont: „Die Kombination aus niedrigschwelliger Testung und kompetenter Beratung ist ein Erfolgsmodell für die Zukunft der Gesundheitsprävention.“
Die Ergebnisse der Diabetes-Testkampagne in Kärntner Apotheken verdeutlichen das enorme Potenzial von Präventionsmaßnahmen. Durch die frühzeitige Erkennung und Behandlung von Krankheiten können nicht nur Kosten gespart, sondern auch die Lebensqualität der Menschen verbessert werden. Die Politik ist gefordert, solche Initiativen zu unterstützen und auszubauen.
Wie könnte eine flächendeckende Einführung von POCTs in ganz Österreich aussehen? Diskutieren Sie mit uns in den Kommentaren oder besuchen Sie unsere Webseite für weitere Informationen.