Ein denkwürdiger Tag für die Stadt Wien: Am 21. Oktober 2025 schrieb sich der deutsche Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier gemeinsam mit seiner Ehefrau Elke Büdenbender in das Goldene Buch der Stadt ein. Dieses Ereignis fand im Stadtsenatssitzungssaal des Rathauses statt und wurde von Bürgermeis
Ein denkwürdiger Tag für die Stadt Wien: Am 21. Oktober 2025 schrieb sich der deutsche Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier gemeinsam mit seiner Ehefrau Elke Büdenbender in das Goldene Buch der Stadt ein. Dieses Ereignis fand im Stadtsenatssitzungssaal des Rathauses statt und wurde von Bürgermeister Michael Ludwig sowie hochrangigen Vertretern der Stadt Wien begleitet. Der Besuch Steinmeiers in Österreich ist Teil eines dreitägigen Staatsbesuchs, der unter anderem die Eröffnung des Neubaus der Deutschen Botschaft in Wien zum Anlass hat.
Das Goldene Buch Wiens ist mehr als nur ein Gästebuch. Es ist ein historisches Dokument, das die Besuche bedeutender Persönlichkeiten in der Stadt festhält. Bürgermeister Ludwig bezeichnete den Eintrag Steinmeiers als „Moment der doppelten Ehre“ – für die Stadt und für die Gäste, die sich verewigen dürfen. „Es ist ein Spiegel der Zeit“, erklärte Ludwig, „in dem jedes Kapitel ein Stück Geschichte mit dem Weltgeschehen verbindet.“
Die Beziehungen zwischen Österreich und Deutschland sind historisch gewachsen und von großer Bedeutung. Ludwig betonte die gemeinsamen Werte wie Demokratie, Rechtsstaatlichkeit und Solidarität, die beide Länder verbinden. Diese Prinzipien seien, so Ludwig, „Leitmotive in Steinmeiers politischem Handeln“. Die Eröffnung der neuen Deutschen Botschaft in Wien sei nicht nur ein symbolischer Akt, sondern ein Ausdruck der lebendigen Partnerschaft zwischen den beiden Ländern.
Der Wiener Bürgermeister würdigte Steinmeier als „gestandenen Europäer“, der die europäische Idee nicht nur in Brüssel oder Straßburg, sondern im täglichen Miteinander der Menschen sieht. „Mit Klarheit und großem Verständnis setzt sich Steinmeier für ein Europa ein, das Vielfalt als Stärke und Solidarität als Fundament begreift“, so Ludwig weiter. Diese Haltung sei in der heutigen Zeit besonders wichtig: „Mut zum Dialog, Respekt vor Differenzen und die Überzeugung, dass Kompromisse kein Zeichen von Schwäche, sondern von Stärke sind.“
Ein demokratisches und weltoffenes Deutschland ist laut Ludwig unverzichtbar für die Einheit Europas. Die Zukunft beider Länder sei eng miteinander verflochten, besonders bei Themen wie Klimaschutz, Energie und Verkehr. Wien sieht sich als „Partnerstadt Europas“ und setzt auf soziale Innovation, leistbares Leben, klimafreundliche Mobilität und digitalen Humanismus.
Frank-Walter Steinmeier ist nicht nur politisch, sondern auch kulturell mit Österreich verbunden. Seine Liebe zur Literatur, insbesondere zur österreichischen, zeigte sich in seiner Laudatio auf Christoph Ransmayr bei der Verleihung des Ludwig-Börne-Preises 2020. Diese Wertschätzung der österreichischen Kultur ist für Wien eine besondere Ehre, da die Stadt stets ein Zentrum europäischen Denkens gewesen sei.
Der Eintrag Steinmeiers in das Goldene Buch wird, so Ludwig, „als Zeichen unserer Freundschaft und unseres gemeinsamen europäischen Glaubens an Demokratie, Freiheit und Menschlichkeit veredeln“.
Frank-Walter Steinmeier, geboren 1956 in Detmold, zählt zu den prägenden politischen Persönlichkeiten der deutschen Nachkriegsgeschichte. Seit 1975 Mitglied der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands, war er als Chef des Bundeskanzleramts und Außenminister maßgeblich an der deutschen und europäischen Außenpolitik beteiligt. Seit 2017 ist er Bundespräsident der Bundesrepublik Deutschland und wurde 2022 für eine zweite Amtszeit wiedergewählt.
Der Staatsbesuch Steinmeiers in Österreich ist ein weiteres Kapitel in der langen Geschichte der deutsch-österreichischen Beziehungen. Es bleibt abzuwarten, welche weiteren Entwicklungen diese Partnerschaft in der Zukunft nehmen wird. Klar ist jedoch, dass die enge Zusammenarbeit beider Länder von entscheidender Bedeutung für die Stabilität und den Zusammenhalt Europas ist.