Innovativer Rundgang verbindet Stadt und Parlament zum Open Data Day
Ein einzigartiger Spaziergang durch Wien zeigt am 13. März 2026, wie offene Daten unser Leben beeinflussen - vom Denkmalschutz bis zum Parlament.
Wien wird am 13. März 2026 zum Schauplatz einer besonderen Innovation: Ein "Datenlehrpfad" führt interessierte Bürgerinnen und Bürger durch die Innenstadt und zeigt dabei praktische Anwendungen von Open Data auf. Die gemeinsame Initiative der Stadt Wien und der Parlamentsdirektion macht erstmals die Welt der offenen Daten für alle erlebbar.
Open Data - zu Deutsch "offene Daten" - bezeichnet frei zugängliche, maschinenlesbare Informationen, die ohne Einschränkungen weiterverarbeitet und geteilt werden dürfen. Diese Daten werden hauptsächlich von öffentlichen Stellen bereitgestellt, um Transparenz zu fördern und Innovation zu ermöglichen. Konkrete Beispiele sind Fahrplandaten der öffentlichen Verkehrsmittel, Budgetzahlen der Gemeinden oder Umweltmessungen, die von Interessierten vielfältig genutzt werden können.
In Österreich haben sich sowohl die Bundesregierung als auch Städte wie Wien dem Open-Data-Gedanken verschrieben. Durch die Bereitstellung dieser Daten können Entwickler Apps programmieren, Journalisten investigative Recherchen durchführen und Wissenschaftler neue Erkenntnisse gewinnen.
Unter dem Motto "Daten in Raum und Zeit" führt der Datenlehrpfad zu sieben verschiedenen Stationen, die jeweils unterschiedliche Aspekte von Open Data beleuchten. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer besuchen das Bundesdenkmalamt, Wien Digital, Wiener Wasser, Urban Innovation Vienna, die Stadtvermessung Wien, die Wiener Linien und schließlich das österreichische Parlament.
Jede Station bietet einzigartige Einblicke: Beim Bundesdenkmalamt erfahren die Besucher, welche Verbindung zwischen den historischen Denkmälern Wiens und Open Data besteht. Die Stadtvermessung Wien zeigt auf, welche Vermessungsdaten öffentlich verfügbar sind und wie diese in der Praxis genutzt werden können. Die Wiener Linien demonstrieren, wie Fahrplandaten und Verkehrsinformationen in Echtzeit zur Verfügung gestellt werden.
Wien Digital, als zentrale Stelle für die Digitalisierung der Hauptstadt, präsentiert moderne Lösungen für Smart City-Anwendungen. Urban Innovation Vienna zeigt, wie Daten zur Stadtentwicklung beitragen können. Wiener Wasser erklärt, welche Informationen über die Wasserqualität und -versorgung öffentlich zugänglich sind.
Diese Vielfalt macht deutlich, wie tief Open Data bereits in das tägliche Leben integriert ist, ohne dass es vielen Bürgern bewusst wäre. Von der morgendlichen Routenplanung mit öffentlichen Verkehrsmitteln bis zur Kontrolle der Luftqualität - offene Daten begleiten uns durch den Tag.
Den Höhepunkt und Abschluss des Datenlehrpfads bildet eine Fachrunde im österreichischen Parlament. Diese findet am Freitag, 13. März 2026, um 15 Uhr im Lokal 2 des Parlaments statt. Hier erhalten die Teilnehmer Informationen zu den neuesten Entwicklungen des Open-Data-Angebots des Parlaments.
Simon Hofer, der Open-Data-Beauftragte des Parlaments, wird gemeinsam mit Daniel Bliem von der Universität Wien praktische Anwendungsmöglichkeiten der Parlamentsdaten demonstrieren. Diese Präsentation zeigt, wie parlamentarische Informationen - von Abstimmungsergebnissen bis zu Anfragen - für Bürger, Medien und Forscher nutzbar gemacht werden.
Im Anschluss an die Fachrunde haben die Teilnehmer die Möglichkeit zu einer Führung durch das historische Parlamentsgebäude, wodurch sich der Kreis zwischen traditioneller Politik und moderner Datentransparenz schließt.
Besonders bemerkenswert ist die Zusammenarbeit zwischen dem Parlament und der Universität Wien im Bereich Open Data. Diese Kooperation hat bereits mehrere Showcases hervorgebracht, die zeigen, wie parlamentarische Daten wissenschaftlich aufbereitet und für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden können.
Die Universität Wien nutzt die Parlamentsdaten für verschiedene Forschungsprojekte und entwickelt innovative Visualisierungen, die komplexe politische Prozesse verständlicher machen. Diese Projekte sind online verfügbar und bieten Bürgern neue Möglichkeiten, politische Entscheidungen nachzuvollziehen.
Der Datenlehrpfad steht symbolisch für einen wichtigen Trend in der modernen Demokratie: die zunehmende Transparenz politischer und administrativer Prozesse durch Open Data. Wenn Bürger Zugang zu Rohdaten haben, können sie selbst Analysen durchführen, Entscheidungen hinterfragen und konstruktive Kritik üben.
Dies stärkt nicht nur das demokratische Bewusstsein, sondern fördert auch Innovation. Wenn Entwickler auf offene Daten zugreifen können, entstehen oft überraschende und nützliche Anwendungen, die den Alltag der Menschen verbessern.
Österreich positioniert sich mit Initiativen wie dem Datenlehrpfad als Vorreiter im Bereich Open Government Data in Europa. Die Zusammenarbeit zwischen verschiedenen Institutionen - von der Stadtverwaltung bis zum Parlament - zeigt, wie eine koordinierte Open-Data-Strategie aussehen kann.
Für Wien bedeutet der Datenlehrpfad auch eine Chance, sich als Smart City zu präsentieren und zu zeigen, wie digitale Innovationen das Stadtleben verbessern können. Die Hauptstadt hat bereits in der Vergangenheit mit innovativen digitalen Projekten Aufmerksamkeit erregt.
Für Medienvertreter ist eine Anmeldung zur Fachrunde im Parlament erforderlich. Diese kann über die offizielle Website des Parlaments erfolgen. Die Veranstaltung ist Teil des internationalen Open Data Day, der weltweit begangen wird und die Bedeutung offener Daten für Gesellschaft und Wirtschaft unterstreicht.
Der Datenlehrpfad 2026 verspricht, ein einzigartiges Erlebnis zu werden, das die abstrakte Welt der Daten greifbar und verständlich macht. Er zeigt, wie moderne Demokratie und Bürgerbeteiligung im digitalen Zeitalter aussehen können.