Der Sommer 2025 verspricht ein hitziger zu werden – und das nicht nur wegen der steigenden Temperaturen. Auf europäischer Ebene werden entscheidende Weichenstellungen in der Agrar- und Forstpolitik erwartet, die weitreichende Folgen für Landwirte und Verbraucher haben könnten. Die Landwirtschaftskam
Der Sommer 2025 verspricht ein hitziger zu werden – und das nicht nur wegen der steigenden Temperaturen. Auf europäischer Ebene werden entscheidende Weichenstellungen in der Agrar- und Forstpolitik erwartet, die weitreichende Folgen für Landwirte und Verbraucher haben könnten. Die Landwirtschaftskammer Österreich (LKÖ) hat auf einer Pressekonferenz in Graz bereits vor den anstehenden Herausforderungen gewarnt. Doch was bedeutet das alles konkret? Lassen Sie uns einen genaueren Blick auf die brisanten Themen werfen, die diesen Sommer bestimmen werden.
Ein zentrales Thema, das die Gemüter erhitzt, ist der Mehrjährige Finanzrahmen (MFR) der Europäischen Union. Dieser legt fest, wie die finanziellen Mittel der EU über einen Zeitraum von sieben Jahren verteilt werden. Für die Agrarpolitik bedeutet das, dass die Mittel, die den Landwirten zur Verfügung stehen, in diesem Zeitraum festgeschrieben werden. Die Vorschläge für den MFR 2028-2034 sollen am 16. Juli präsentiert werden und werden mit Spannung erwartet.
Josef Moosbrugger, Präsident der LKÖ, hat in diesem Zusammenhang den sogenannten 'Finanz-Eintopf' kritisiert. Dieser Begriff steht für die Idee, dass die finanziellen Mittel der EU zentral verwaltet und von den Mitgliedstaaten flexibel verteilt werden können. Moosbrugger sieht hierin eine Gefahr für die Wettbewerbsfairness unter den europäischen Landwirten. 'Wir brauchen keinen Finanz-Eintopf aus Brüssel, den jedes Land nach Belieben auf die einzelnen Sektoren aufteilen kann', so Moosbrugger. Er fordert stattdessen eine zweckgebundene Finanzierung für die Land- und Forstwirtschaft.
Ein weiterer Brennpunkt ist die internationale Handelspolitik. Moosbrugger betont, dass österreichische Bauern oft strenge Standards einhalten müssen, während importierte Produkte oft nicht denselben Anforderungen genügen. Dies führe zu einer Verzerrung des Wettbewerbs, die dringend angegangen werden müsse. 'Es kann nicht sein, dass von uns österreichischen Bäuerinnen und Bauern immer 'Top' verlangt wird, bei anderen aber 'Flop' ausreicht', kritisiert Moosbrugger.
Ein weiteres drängendes Thema ist der Abbau von Bürokratie. Die Landwirtschaftskammer fordert einen realistischen Umgang mit Betriebsmitteln und eine Vereinfachung der bürokratischen Hürden für Familienbetriebe. 'Das ständig fortschreitende Verschwinden unverzichtbarer Wirkstoffe zum Schutz unserer Ernten ist mittlerweile zum echten Problem geworden', erklärt Moosbrugger. Viele dieser Wirkstoffe sind essenziell, um die Ernte zu schützen und die Nahrungsmittelproduktion sicherzustellen.
Ein besonders umstrittenes Thema ist die EU-Industrie-Emissionsrichtlinie. Diese soll ab 2030 auch für bäuerliche Familienbetriebe gelten, was laut Andreas Steinegger, Präsident der Landwirtschaftskammer Steiermark, zu unnötiger Bürokratie und hohen Kosten führen würde. 'Die bäuerlichen Familienbetriebe können doch nicht nach den Vorgaben von Industrieanlagen beurteilt werden', so Steinegger. Die Richtlinie sieht vor, dass bestehende Ställe auf den aktuellen technischen Stand gebracht werden müssen, was für viele Betriebe eine enorme finanzielle Belastung darstellt.
Ein weiteres heißes Eisen ist die EU-Entwaldungsverordnung. Diese fordert den Nachweis, dass Holz und Holzprodukte entwaldungsfrei sind, was für die gesamte Wertschöpfungskette Forst/Holz einen enormen bürokratischen Aufwand bedeutet. Steinegger fordert eine 'Null-Risiko-Ländereinstufung', die den bürokratischen Aufwand minimieren würde. Der Umweltausschuss im EU-Parlament hat sich bereits am 25. Juni für diese Einstufung ausgesprochen.
Entgegen der landläufigen Meinung sind Wirtschaftswälder keineswegs artenarm. Die steirische Waldwirtschaft hat in einer mehrjährigen Studie nachgewiesen, dass in den Wirtschaftswäldern eine Vielzahl von Arten lebt. 'Rund 3.000 Arten wurden nachgewiesen – darunter zahlreiche Rote-Liste-Arten, Endemiten und sogar Erstnachweise für die Steiermark', erklärt Steinegger stolz.
Ein weiteres zentrales Thema dieses Sommers ist der Klimaschutz. Die Landwirtschaft ist einer der Hauptsektoren, die vom Klimawandel betroffen sind, kann aber auch einen wesentlichen Beitrag zu dessen Bekämpfung leisten. Regional-Lebensmittel, erneuerbare Rohstoffe und Energie sind nur einige der Ansätze, die die Landwirtschaft bietet. Moosbrugger weist in diesem Zusammenhang auf die Bildungsoffensive 'Landwirtschaft.Klima.fit' hin, die 163 konkrete Handlungsempfehlungen für die bäuerlichen Betriebe umfasst.
Doch wie sieht die Zukunft aus? Experten sind sich einig, dass eine starke und nachhaltige Agrarpolitik unerlässlich ist, um den Herausforderungen der kommenden Jahre zu begegnen. 'Wir stehen vor großen Herausforderungen, aber auch vor großen Chancen', erklärt ein Experte. 'Wenn wir es schaffen, die richtigen Weichen zu stellen, können wir nicht nur die Landwirtschaft, sondern auch die gesamte Gesellschaft stärken.'
Der Sommer 2025 wird zweifellos ein entscheidender sein. Die Entscheidungen, die in den kommenden Wochen auf europäischer Ebene getroffen werden, könnten die Landwirtschaft in Europa nachhaltig verändern. Bleiben Sie dran, um zu erfahren, wie sich diese spannenden Entwicklungen weiter entfalten.