Am 13. Januar 2026 hat das Österreichische Rote Kreuz gemeinsam mit der MedUni/AKH Wien einen dringenden Appell an die Bevölkerung gerichtet: Die Blutkonserven in Österreich sind auf einem kritisch niedrigen Niveau. Die aktuelle Grippe- und Erkältungswelle hat dazu geführt, dass viele Menschen nicht
Am 13. Januar 2026 hat das Österreichische Rote Kreuz gemeinsam mit der MedUni/AKH Wien einen dringenden Appell an die Bevölkerung gerichtet: Die Blutkonserven in Österreich sind auf einem kritisch niedrigen Niveau. Die aktuelle Grippe- und Erkältungswelle hat dazu geführt, dass viele Menschen nicht zur Blutspende kommen können. Gleichzeitig ist der Bedarf in den Spitälern sprunghaft angestiegen, was die Situation weiter verschärft. Bundesrettungskommandant Gerry Foitik betont die Dringlichkeit: „Alle 90 Sekunden wird in Österreich eine Blutkonserve benötigt.“
Blutspenden sind für das Gesundheitssystem unerlässlich. Blut kann nicht künstlich hergestellt werden und ist nur 42 Tage haltbar. Das bedeutet, dass ein kontinuierlicher Nachschub lebensnotwendig ist. Besonders im Winter steigt der Bedarf an Blutkonserven, da es vermehrt zu Unfällen und Operationen bei Schnee und Glätte kommt. Zusätzlich sind chronisch Kranke mit schwachem Immunsystem während Infektionen oft auf Bluttransfusionen angewiesen.
Die Geschichte der Blutspende reicht weit zurück. Bereits im 17. Jahrhundert wurden erste Versuche unternommen, Blut zu transfundieren. Doch erst im 20. Jahrhundert, mit der Entdeckung der Blutgruppen durch Karl Landsteiner, wurde die Bluttransfusion sicherer und zuverlässiger. In Österreich hat sich das Blutspendewesen seitdem kontinuierlich entwickelt. Heute sind es Organisationen wie das Rote Kreuz, die maßgeblich für die Sammlung und Verteilung von Blutkonserven verantwortlich sind.
Im Vergleich zu Deutschland und der Schweiz steht Österreich vor ähnlichen Herausforderungen. Auch dort sind die Blutspendezahlen während der Grippewellen rückläufig. In Deutschland gibt es ähnliche Aufrufe, während die Schweiz auf innovative Lösungen wie mobile Blutspendeeinheiten setzt, um die Versorgung sicherzustellen. Dennoch bleibt die Problematik der Haltbarkeit von Blutkonserven eine konstante Herausforderung.
Die Auswirkungen der Blutknappheit sind vielfältig. Patienten, die auf planbare Operationen warten, müssen möglicherweise länger auf einen Termin warten, da die Priorität auf Notfällen liegt. In Extremfällen kann es auch zu einer Verschiebung von wichtigen medizinischen Eingriffen kommen. Für chronisch Kranke kann dies lebensbedrohlich sein, da sie regelmäßig auf Bluttransfusionen angewiesen sind. Ein Beispiel ist die Behandlung von Krebspatienten, die während der Chemotherapie oft Bluttransfusionen benötigen, um die Nebenwirkungen der Behandlung zu lindern.
Statistiken zeigen, dass in Österreich jährlich etwa 500.000 Blutspenden benötigt werden. Derzeit liegt die Spendenbereitschaft jedoch unter dem notwendigen Niveau. Die durchschnittliche Haltbarkeit einer Blutkonserve beträgt 42 Tage, was bedeutet, dass ständig neue Spenden erforderlich sind, um den Bedarf zu decken. Laut dem Roten Kreuz ist der Bedarf im Winter um bis zu 30% höher als im Sommer, was die aktuelle Situation besonders kritisch macht.
Die Zukunft der Blutspende in Österreich hängt stark von der Bereitschaft der Bevölkerung ab, regelmäßig zu spenden. Technologische Fortschritte, wie die Entwicklung von künstlichem Blut, könnten langfristig Abhilfe schaffen, sind jedoch noch nicht marktreif. Kurzfristig sind Aufklärungskampagnen und mobile Spendeeinheiten mögliche Ansätze, um die Spendenbereitschaft zu erhöhen. Experten betonen, dass es wichtig ist, das Bewusstsein für die Bedeutung der Blutspende zu schärfen, um auch in Zukunft eine stabile Versorgung sicherzustellen.
Die aktuelle Lage zeigt, wie wichtig es ist, dass sich möglichst viele Menschen zur Blutspende bereit erklären. Jeder kann einmal selbst in die Situation kommen, auf eine Blutspende angewiesen zu sein. Das Österreichische Rote Kreuz und die MedUni/AKH Wien rufen daher alle gesunden Erwachsenen auf, einen Termin zu vereinbaren und regelmäßig Blut zu spenden. Weitere Informationen und die Möglichkeit zur Terminvereinbarung finden sich auf blut.at. Lassen Sie uns gemeinsam dafür sorgen, dass alle Patienten in Österreich die notwendige Versorgung erhalten.