Am 27. November 2025, mitten im hektischen Treiben des Black Friday, richten sich weltweit die Augen auf Amazon. Von Wien bis Neu-Delhi, von Montreal bis Sydney, erheben sich Stimmen gegen den Tech-Giganten. Es geht um mehr als nur um Rabatte und Schnäppchen: Es geht um Arbeitsrechte, Umweltschutz u
Am 27. November 2025, mitten im hektischen Treiben des Black Friday, richten sich weltweit die Augen auf Amazon. Von Wien bis Neu-Delhi, von Montreal bis Sydney, erheben sich Stimmen gegen den Tech-Giganten. Es geht um mehr als nur um Rabatte und Schnäppchen: Es geht um Arbeitsrechte, Umweltschutz und die Macht von Großkonzernen. Attac Österreich hat heute eine umfassende Recherche veröffentlicht, die Amazons Praktiken unter die Lupe nimmt und eine breite Debatte entfacht.
In mehr als 30 Ländern haben sich Arbeiterinnen und Arbeiter, Gewerkschaften und zivilgesellschaftliche Gruppen zusammengeschlossen, um gegen die Praktiken von Amazon zu protestieren. Diese Proteste sind Teil der globalen Kampagne Make Amazon Pay, die darauf abzielt, die Macht von Amazon zu begrenzen und faire Arbeitsbedingungen zu schaffen. Die Protestierenden fordern eine gerechte Besteuerung, verbindliche Arbeitsrechte und eine Stärkung der regionalen Wirtschaft.
Die Diskussion um die Macht von Tech-Giganten wie Amazon ist nicht neu. Seit der Gründung von Amazon im Jahr 1994 hat sich das Unternehmen von einem Online-Buchhändler zu einem der mächtigsten Konzerne der Welt entwickelt. In den letzten Jahrzehnten hat Amazon seine Geschäftsfelder kontinuierlich erweitert, von der Logistik über Cloud-Computing bis hin zu künstlicher Intelligenz. Diese Expansion hat Amazon eine zentrale Rolle in der globalen Wirtschaft verschafft, aber auch Kritik hervorgerufen.
In Österreich hat Amazon in den letzten Jahren stark expandiert. Mit mehreren Logistikzentren und einem wachsenden Marktanteil im Online-Handel hat Amazon die lokale Wirtschaft maßgeblich beeinflusst. Doch mit der Expansion kommen auch Herausforderungen: Lokale Händler stehen unter Druck, und die Arbeitsbedingungen in den Logistikzentren werden immer wieder kritisiert.
Während die Proteste gegen Amazon in Österreich an Fahrt gewinnen, lohnt sich ein Blick über die Grenzen. In Deutschland sind ähnliche Proteste keine Seltenheit. Gewerkschaften wie Verdi haben in der Vergangenheit immer wieder gegen die Arbeitsbedingungen bei Amazon protestiert. In der Schweiz hingegen ist Amazon weniger präsent, doch auch hier wächst die Kritik an der Marktmacht des Konzerns.
Die Auswirkungen von Amazons Praktiken sind vielfältig. Für Konsumenten bedeuten die aggressiven Preisstrategien von Amazon oft günstige Angebote. Doch der Preis, den die Gesellschaft zahlt, ist hoch. Lokale Händler kämpfen ums Überleben, und Arbeitsplätze in traditionellen Handelsberufen sind bedroht. Gleichzeitig sind die Arbeitsbedingungen bei Amazon selbst oft prekär: Hoher Leistungsdruck, befristete Verträge und geringe Arbeitsplatzsicherheit sind an der Tagesordnung.
Ein weiteres großes Thema ist der Umweltschutz. Amazons Logistikflotten und der massenhafte Versandhandel tragen erheblich zur Klimakrise bei. Trotz gegenteiliger Versprechen steigen die Emissionen des Konzerns weiter an. Dies hat nicht nur globale Auswirkungen, sondern betrifft auch direkt die Umwelt in Österreich.
Statistiken zeigen, dass Amazon im Jahr 2025 durch Steuersenkungen 1,4 Milliarden Dollar weniger Steuern gezahlt hat als im Vorjahr. Diese Steuertricks und Gewinnverschiebungen entziehen der Allgemeinheit dringend benötigte Mittel, die für soziale Sicherheit, Bildung und Klimaschutz eingesetzt werden könnten. Gleichzeitig wächst die Macht von Amazon durch den Ausbau von Amazon Web Services (AWS), dem weltweit größten Cloudanbieter.
Hanna Braun von Attac Österreich fordert eine Zerschlagung von Amazon, um die Monopolmacht des Konzerns zu begrenzen. Auch Christy Hoffmann von der UNI Global Union kritisiert die Praktiken von Amazon scharf. Sie betont, dass die Unterstützung autoritärer Politiker und die Unterdrückung von Gewerkschaften die Ungleichheit vertiefen und die Grundrechte der Arbeiterinnen und Arbeiter untergraben.
Die Zukunftsperspektive ist ungewiss. Während Amazon weiterhin wächst und expandiert, nehmen die Proteste und der Druck auf den Konzern zu. Es bleibt abzuwarten, ob und wie sich die Forderungen der Protestierenden durchsetzen werden. Klar ist jedoch, dass die Diskussion um die Macht der Tech-Giganten und die Notwendigkeit fairer Arbeitsbedingungen und eines nachhaltigen Wirtschaftssystems weiter an Bedeutung gewinnen wird.
Die Proteste gegen Amazon sind ein starkes Zeichen des Widerstands gegen ein Wirtschaftssystem, das Profite über Menschen und planetare Grenzen stellt. Sie fordern uns alle auf, über die Konsequenzen unseres Konsumverhaltens nachzudenken und uns für eine gerechtere und nachhaltigere Zukunft einzusetzen. Wie werden Sie sich am Black Friday entscheiden? Werden Sie Teil der Veränderung?
Für weiterführende Informationen besuchen Sie die Webseite von Attac Österreich oder die Kampagnenseite Make Amazon Pay.