Am 3. Februar 2026 veröffentlichte die Universität für Bodenkultur Wien eine aufschlussreiche Studie, die das Verständnis der Baumverjüngung revolutionieren könnte. In Österreich, einem Land, das für seine weitläufigen Wälder bekannt ist, spielt die nachhaltige Bewirtschaftung dieser natürlichen Res
Am 3. Februar 2026 veröffentlichte die Universität für Bodenkultur Wien eine aufschlussreiche Studie, die das Verständnis der Baumverjüngung revolutionieren könnte. In Österreich, einem Land, das für seine weitläufigen Wälder bekannt ist, spielt die nachhaltige Bewirtschaftung dieser natürlichen Ressourcen eine entscheidende Rolle. Die neue Forschung zeigt, dass nicht nur die spektakulären Mastjahre, in denen Bäume massenhaft Samen produzieren, entscheidend sind, sondern das Zusammenspiel vieler Jahre mit unterschiedlich starker Samenproduktion.
In der Forstwirtschaft bezeichnet man Jahre, in denen Bäume besonders viele Samen produzieren, als Mastjahre. Diese Jahre galten lange als Schlüssel zur erfolgreichen Baumverjüngung. Doch was genau passiert in einem Mastjahr? Bäume setzen in diesen Jahren eine ungewöhnlich hohe Anzahl von Samen an, was zunächst als Verschwendung erscheinen mag. Doch diese Strategie hat sich als äußerst effektiv erwiesen. Durch die hohe Samenproduktion wird die Chance erhöht, dass zumindest einige Samen keimen und zu neuen Bäumen heranwachsen.
Die Praxis der Forstwirtschaft hat sich über die Jahrhunderte stark verändert. In der Vergangenheit verließ man sich oft auf die Natur, um die Wälder zu regenerieren. Mit der Industrialisierung und dem steigenden Holzbedarf änderte sich dies. Die Forstwirtschaft wurde intensiver, und der Fokus lag darauf, möglichst schnell und effizient neue Bäume zu pflanzen. Doch diese Herangehensweise hat ihre Grenzen. Die Studie der BOKU zeigt, dass eine natürliche Regeneration, die auf die unregelmäßige Samenproduktion setzt, die Widerstandsfähigkeit der Wälder erhöhen kann.
Während Österreich auf eine lange Tradition der nachhaltigen Forstwirtschaft zurückblicken kann, sieht die Situation in anderen Ländern oft anders aus. In Deutschland und der Schweiz wird ebenfalls viel Wert auf den Erhalt der Wälder gelegt, doch die Methoden variieren. In Deutschland wird beispielsweise verstärkt auf Aufforstung gesetzt, während in der Schweiz die natürliche Verjüngung durch Schutzmaßnahmen unterstützt wird. Diese unterschiedlichen Ansätze bieten wertvolle Erkenntnisse, wie Wälder in Zeiten des Klimawandels geschützt werden können.
Ein weiterer spannender Aspekt der Studie ist die Rolle von Samenfressern wie Mäusen und Wühlmäusen. Diese Tiere reagieren stark auf das jährliche Samenangebot. Nach einem Mastjahr, in dem viele Samen verfügbar sind, können ihre Populationen stark ansteigen. Doch im darauffolgenden Jahr, wenn weniger Samen vorhanden sind, brechen diese Populationen oft wieder ein. Dieses Wechselspiel zwischen Bäumen und Tieren beeinflusst die Waldverjüngung stärker als bisher angenommen.
Für die Bürger Österreichs hat diese Forschung konkrete Auswirkungen. Die Erkenntnisse können dazu beitragen, die Wälder widerstandsfähiger gegen den Klimawandel zu machen. Wälder sind nicht nur ein wichtiger Bestandteil der österreichischen Landschaft, sondern auch ein bedeutender Wirtschaftsfaktor. Sie bieten Erholung, schützen vor Naturgefahren und sind Lebensraum für zahlreiche Tier- und Pflanzenarten. Eine nachhaltige Bewirtschaftung, die auf die natürlichen Prozesse setzt, kann langfristig die Biodiversität und die Stabilität der Wälder sichern.
Die Studie der BOKU basiert auf Langzeitdaten aus Urwäldern in Österreich und Polen. Diese Daten wurden über mehr als zwei Jahrzehnte gesammelt und bieten einzigartige Einblicke in die Dynamik der Waldverjüngung. Die Forscher fanden heraus, dass extrem hohe Samenmengen nicht automatisch zu mehr jungen Bäumen führen. Entscheidend ist vielmehr, wie viele Jungbäume die ersten kritischen Jahre überstehen. Diese Erkenntnis unterstreicht die Bedeutung einer langfristigen Perspektive in der Forstwirtschaft.
Die Ergebnisse der Studie haben weitreichende Implikationen für die Zukunft der Wälder. In Zeiten des Klimawandels, der die Bedingungen für Bäume und Samenfresser verändert, ist es wichtiger denn je, die natürlichen Strategien der Wälder zu verstehen. Unregelmäßige Samenproduktion könnte sich als Schlüsselstrategie erweisen, um Wälder widerstandsfähiger zu machen. Die Forscher betonen, dass erfolgreiche Verjüngung kein Produkt eines einzigen guten Jahres ist, sondern das Ergebnis langfristiger Prozesse.
Die Studie der BOKU bietet wertvolle Erkenntnisse für die nachhaltige Bewirtschaftung der Wälder in Österreich und darüber hinaus. Sie zeigt, dass weniger manchmal mehr ist und dass die Natur oft die besten Strategien bereithält. Für die Bürger bedeutet dies, dass sie sich auf gesunde, stabile Wälder freuen können, die auch zukünftigen Generationen erhalten bleiben. Weitere Informationen zu den aktuellen Forschungsprojekten finden Sie auf der Website der BOKU.