Am 6. November jährt sich die Gründung von Attac Österreich zum 25. Mal. Diese Organisation, die einst als kleine Initiative begann, hat sich zu einer bedeutenden gesellschaftlichen Kraft entwickelt, die aus der Zivilgesellschaft nicht mehr wegzudenken ist. Attac, ein Netzwerk, das sich kritisch mit
Am 6. November jährt sich die Gründung von Attac Österreich zum 25. Mal. Diese Organisation, die einst als kleine Initiative begann, hat sich zu einer bedeutenden gesellschaftlichen Kraft entwickelt, die aus der Zivilgesellschaft nicht mehr wegzudenken ist. Attac, ein Netzwerk, das sich kritisch mit der Globalisierung auseinandersetzt, setzt sich seit einem Vierteljahrhundert für eine demokratische und sozialökologische Gestaltung der globalen Wirtschaft ein.
Attac wurde ursprünglich 1998 in Frankreich gegründet und zwei Jahre später folgte die Gründung in Österreich. Die Organisation steht für "Association pour une taxation des transactions financières et pour l'action citoyenne", was übersetzt "Vereinigung zur Besteuerung von Finanztransaktionen und für aktives zivilgesellschaftliches Handeln" bedeutet. Diese Bezeichnung spiegelt das Hauptziel von Attac wider: die Einführung einer Finanztransaktionssteuer, um spekulative Finanzgeschäfte einzudämmen und die daraus resultierenden Einnahmen für soziale und ökologische Projekte zu nutzen.
Seit ihrer Gründung hat Attac Österreich kontinuierlich gegen die Übermacht großer Konzerne und für ein gutes Leben für alle gekämpft. Mit einer starken Basis aus Ehrenamtlichen und über 12.000 Unterstützern hat sich die Organisation in den letzten 25 Jahren einen festen Platz in der österreichischen Zivilgesellschaft erarbeitet. Die globalen Krisen, die sich in den letzten Jahren zugespitzt haben, machen das Engagement von Attac nötiger denn je.
Attac-Geschäftsführerin Lena Gerdes betont, dass die Klimakrise und der Verlust der Biodiversität sich beschleunigen. Vermögen, Ressourcen und Macht konzentrieren sich zunehmend in den Händen weniger, was zu sozialer Ungleichheit führt. Die Abhängigkeit von fossiler Energie hat eine Energie- und Teuerungskrise ausgelöst, und die globalen Lieferketten gefährden unsere Versorgungssicherheit. Diese Entwicklungen zeigen deutlich, dass die Profit- und Wachstumslogik sowie eine auf globale Konkurrenz ausgerichtete Politik geopolitische Spannungen schüren.
Attac fordert eine umfassende Demokratisierung von Wirtschaft und Gesellschaft. Die Organisation sieht die Notwendigkeit, mit der Profit- und Wachstumslogik zu brechen, da Veränderungen oft an der Macht von Konzernen und ihren engen Verflechtungen mit politischen Eliten scheitern. Anlässlich des 25. Geburtstags hat Attac Österreich seine grundlegende Analyse und Vision in einer neuen Deklaration zusammengefasst: "Eine andere Welt gestalten: Gutes Leben für alle, statt Profite für wenige!"
Noch im November plant Attac eine neue Kampagne gegen Aufrüstung, Militarisierung und den wachsenden Einfluss der Rüstungskonzerne. Das derzeitige Wettrüsten verschärft internationale Spannungen, verstärkt soziale Unsicherheit und verschlingt dringend benötigte Ressourcen. "Mehr Waffen schaffen keine Sicherheit – sie schaffen neue Krisen", erklärt ein Vertreter von Attac. Diese Kampagne zielt darauf ab, der Aufrüstungslogik und dem militärischen Tunnelblick entgegenzutreten.
Seit ihrer Gründung hat Attac viele ihrer anfangs radikal erscheinenden Analysen und Forderungen in der Gesellschaft verankert und von der Politik aufgreifen lassen. Die Organisation hat die negativen Folgen deregulierter Finanzmärkte, neoliberaler Handels- und Energiepolitik sowie der Privatisierung öffentlicher Dienstleistungen verdeutlicht. Vorschläge zur demokratischen Kontrolle der Finanzmärkte und zur gerechten Besteuerung von Konzernen werden heute weltweit diskutiert.
Ein Blick über die Grenzen zeigt, dass Attac auch in anderen Ländern, wie Deutschland und Frankreich, ähnliche Erfolge verzeichnen konnte. In Deutschland etwa hat die Organisation maßgeblich zur Diskussion um die Einführung einer Finanztransaktionssteuer beigetragen. In Frankreich war Attac von Anfang an eine treibende Kraft hinter der Bewegung gegen neoliberale Globalisierung.
Die Arbeit von Attac hat konkrete Auswirkungen auf das Leben der Menschen. Durch die Sensibilisierung für die negativen Folgen der Globalisierung und die Förderung von Alternativen konnte die Organisation dazu beitragen, dass Themen wie soziale Gerechtigkeit und ökologische Nachhaltigkeit stärker ins öffentliche Bewusstsein gerückt sind. Dies hat nicht nur die politische Agenda beeinflusst, sondern auch das Konsumverhalten vieler Menschen verändert.
Die Herausforderungen, denen sich Attac in den kommenden Jahren stellen muss, sind enorm. Die Klimakrise, soziale Ungleichheit und geopolitische Spannungen werden weiterhin die Agenda bestimmen. Doch die Organisation ist fest entschlossen, ihren Kampf für eine gerechtere Welt fortzusetzen. Mit neuen Kampagnen und einer starken Basis aus Unterstützern wird Attac auch in Zukunft eine wichtige Stimme in der Zivilgesellschaft bleiben.
Die nächsten 25 Jahre werden zeigen, ob und wie Attac ihre Vision einer demokratischeren und gerechteren Welt verwirklichen kann. Die Organisation wird weiterhin gegen die Übermacht großer Konzerne kämpfen und für eine Wirtschaft eintreten, die den Menschen und dem Planeten dient.