Die jüngst veröffentlichten Zahlen der Statistik Austria vom 22. Januar 2026 zur Einkommens- und Armutsgefährdung von Menschen mit Behinderungen sind ein dringender Weckruf. Diese Statistik zeigt, dass in Österreich Menschen mit Behinderungen signifikant geringere Einkommen erzielen, häufiger arbeit
Die jüngst veröffentlichten Zahlen der Statistik Austria vom 22. Januar 2026 zur Einkommens- und Armutsgefährdung von Menschen mit Behinderungen sind ein dringender Weckruf. Diese Statistik zeigt, dass in Österreich Menschen mit Behinderungen signifikant geringere Einkommen erzielen, häufiger arbeitslos sind und deutlich öfter von Armut betroffen sind. Ralph Schallmeiner, Sprecher der Grünen für Menschen mit Behinderung, betont: Diese Situation ist kein Naturgesetz, sondern ein Auftrag zum Handeln.
Armutsgefährdung beschreibt die Wahrscheinlichkeit, dass eine Person in Armut gerät. In Österreich sind Menschen mit Behinderungen besonders betroffen. Diese Gruppe hat im Schnitt rund 5.000 Euro weniger Nettojahreseinkommen. Dies resultiert häufig aus eingeschränktem Zugang zu Bildung und Arbeit, was zu finanzieller Unsicherheit führt.
Die Armutsgefährdung von Menschen mit Behinderungen ist kein neues Phänomen. Bereits in den 1980er Jahren wurden erste Studien veröffentlicht, die auf die finanziellen Schwierigkeiten dieser Gruppe hinwiesen. Trotz zahlreicher sozialpolitischer Maßnahmen hat sich die Situation nur geringfügig verbessert.
Im Vergleich zu Deutschland und der Schweiz zeigt sich, dass Österreich in Bezug auf die Inklusion von Menschen mit Behinderungen im Arbeitsmarkt hinterherhinkt. Während Deutschland durch gezielte Förderprogramme die Beschäftigungsquote erhöht hat, setzt die Schweiz auf ein inklusives Bildungssystem, das langfristig bessere Chancen auf dem Arbeitsmarkt bietet.
Die finanziellen Einschränkungen haben weitreichende Folgen für die Lebensqualität. Ein Beispiel: Anna, eine 35-jährige Rollstuhlfahrerin aus Wien, berichtet, dass sie aufgrund ihres geringen Einkommens oft auf notwendige medizinische Behandlungen verzichten muss. Diese Einschränkungen führen zu einer Abwärtsspirale, die schwer zu durchbrechen ist.
Statistik Austria zeigt, dass 28% der Menschen mit Behinderungen armutsgefährdet sind, im Gegensatz zu 14% der Gesamtbevölkerung. Diese Zahlen verdeutlichen den dringenden Handlungsbedarf.
Ralph Schallmeiner fordert eine grundlegende Reform des Ausgleichstaxfonds (ATF), um Unternehmen zu motivieren, Menschen mit Behinderungen in existenzsichernde Jobs zu integrieren. Derzeit zahlen Unternehmen, um diese Gruppe aus dem Arbeitsmarkt auszuschließen.
Eine Verbesserung der Situation erfordert umfassende Reformen. Dazu gehört die Anpassung des Bildungssystems, um Inklusion zu fördern, sowie eine Reform des Arbeitsmarktes. Nur so kann langfristig eine Verbesserung der Lebensbedingungen erreicht werden.
Die Armutsgefährdung von Menschen mit Behinderungen ist ein dringendes soziales Problem, das sofortige Maßnahmen erfordert. Die Regierung ist gefordert, nicht nur zu reden, sondern zu handeln. Es gilt, die Länder in die Pflicht zu nehmen, um eine inklusive Gesellschaft zu schaffen. Die Zeit zu handeln ist jetzt.