Am 5. Februar 2026 versammelten sich rund 120 Gäste aus europäischen Institutionen und Partnerorganisationen zum traditionellen Neujahrsempfang der Europa-Büros von Arbeiterkammer (AK) und Österreichischem Gewerkschaftsbund (ÖGB) in Brüssel. Diese Veranstaltung stand ganz im Zeichen der aktuellen He
Am 5. Februar 2026 versammelten sich rund 120 Gäste aus europäischen Institutionen und Partnerorganisationen zum traditionellen Neujahrsempfang der Europa-Büros von Arbeiterkammer (AK) und Österreichischem Gewerkschaftsbund (ÖGB) in Brüssel. Diese Veranstaltung stand ganz im Zeichen der aktuellen Herausforderungen und Entwicklungen in der Arbeitswelt, insbesondere im Hinblick auf die Wahrung und Weiterentwicklung von Arbeitsrechten in Österreich und Europa.
Gregor Schusterschitz, Leiter der Ständigen Vertretung Österreichs, hob in seiner Begrüßungsrede die starke Tradition der österreichischen Sozialpartnerschaft hervor. Diese Partnerschaft zwischen Arbeitnehmern und Arbeitgebern ist ein wesentlicher Bestandteil des österreichischen Wirtschaftsmodells und trägt maßgeblich zur Stabilität der Gesellschaft bei. Das europäische Sozialmodell, so Schusterschitz, sei eine fundamentale Säule für die Stabilität in Europa.
Luc Triangle, Generalsekretär des Internationalen Gewerkschaftsbundes (IGB), betonte die Bedeutung starker Gewerkschaften und Kollektivverträge für den wirtschaftlichen Fortschritt. Laut dem Global Rights Index, den der IGB regelmäßig erhebt, zeigt Österreich nur sporadische Arbeitsrechtsverletzungen. Dennoch sind weltweit Gewerkschaftsrechte unter Druck, was Triangle als Bedrohung für die Demokratie bezeichnete.
Oliver Röpke, Direktor des Büros für Arbeitnehmer:innen-Angelegenheiten bei der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO), erläuterte die Gründungsprinzipien der ILO, die globale soziale Gerechtigkeit und Frieden fördern. Die ILO setzt seit Jahrzehnten Standards für Arbeitnehmerrechte, die in enger Zusammenarbeit mit Gewerkschaften, Arbeitgebern und Regierungen entwickelt werden.
In einem Gespräch mit AK-Präsidentin Renate Anderl und ÖGB-Vizepräsidentin Romana Deckenbacher wurden konkrete Herausforderungen in Österreich diskutiert. Trotz guter Bewertungen im IGB-Bericht gibt es Probleme wie Kündigungen kurz vor der Pension und Lohn- sowie Sozialdumping. Die AK hat 2024 rund 824 Millionen Euro für Mitglieder zurückgeholt, die ihnen vorenthalten wurden.
Im Vergleich zu Deutschland und der Schweiz zeigt sich, dass Österreich dank seiner Kollektivverträge, die 98 Prozent der Arbeitnehmer:innen abdecken, eine Vorreiterrolle einnimmt. Diese Verträge sind das Fundament für faire Mindeststandards und in Österreich verbindlich.
Anderl und Deckenbacher betonten die Notwendigkeit, Arbeitnehmer:innen-Rechte nicht nur zu bewahren, sondern auch weiterzuentwickeln. Zu den Zielen gehören die Stärkung der Europäischen Säule Sozialer Rechte und die Sicherstellung sozialer Standards bei EU-Erweiterungen.
Der Neujahrsempfang in Brüssel verdeutlichte die Bedeutung der Sozialpartnerschaft und Gewerkschaften für die Stabilität und den Fortschritt in Europa. In Zeiten multipler Krisen und Herausforderungen sind soziale Politik und der Schutz von Arbeitnehmerrechten wichtiger denn je. Österreich spielt dabei eine zentrale Rolle und muss seine Position als Vorreiter in der EU weiter ausbauen.
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