Am 18. November 2025 gab die Agentur für Qualitätssicherung und Akkreditierung Austria (AQ Austria) bekannt, dass sie entscheidende Maßnahmen zur Verbesserung der Anerkennungsverfahren an österreichischen Hochschulen ergriffen hat. Diese Initiativen zielen darauf ab, die Anerkennung von formal, non-
Am 18. November 2025 gab die Agentur für Qualitätssicherung und Akkreditierung Austria (AQ Austria) bekannt, dass sie entscheidende Maßnahmen zur Verbesserung der Anerkennungsverfahren an österreichischen Hochschulen ergriffen hat. Diese Initiativen zielen darauf ab, die Anerkennung von formal, non-formal und informell erworbenen Kompetenzen zu erleichtern und zu standardisieren.
Im Juli 2025 veröffentlichte die AQ Austria eine wegweisende Publikation, die als praxisnahe Orientierung für Hochschulen dient. Diese Veröffentlichung bietet nicht nur eine aktualisierte Grundlage für die Umsetzung des 'Recognition of Prior Learning' (RPL), sondern auch Einblicke in die praktische Anwendung und Empfehlungen zur Gestaltung von Validierungs- und Anerkennungsverfahren. Der 'Recognition of Prior Learning' ist ein Prozess, bei dem bereits erlangte Kenntnisse und Fähigkeiten, die außerhalb des formalen Bildungssystems erworben wurden, anerkannt werden, um den Zugang zu weiteren Bildungs- oder Beschäftigungsmöglichkeiten zu erleichtern.
Die Entwicklung der Anerkennungsverfahren in Österreich hat eine lange Geschichte. Bereits in den frühen 2000er Jahren wurden erste Schritte unternommen, um die Durchlässigkeit zwischen verschiedenen Bildungswegen zu erhöhen. Mit der Novellierung der rechtlichen Grundlagen in den Jahren 2021 und 2024 wurde der rechtliche Rahmen weiter angepasst, um den aktuellen Anforderungen gerecht zu werden. Diese Entwicklungen sind Teil einer breiteren europäischen Bewegung, die darauf abzielt, die Mobilität und Anerkennung von Qualifikationen innerhalb Europas zu fördern.
Im Vergleich zu anderen Ländern wie Deutschland und der Schweiz hat Österreich einen einzigartigen Ansatz entwickelt. Während Deutschland sich stark auf die Anerkennung formaler Qualifikationen konzentriert, legt die Schweiz einen besonderen Schwerpunkt auf die Integration non-formaler und informeller Lernprozesse. Österreich hat Elemente beider Ansätze übernommen und strebt eine umfassende Lösung an, die den spezifischen Bedürfnissen des Landes gerecht wird.
Parallel zur nationalen Publikation engagiert sich die AQ Austria im europäischen Erasmus+ Projekt DIGI-REQA. Ziel dieses Projekts ist es, die automatische Anerkennung von Qualifikationen durch digitale Innovationen und integrierte Qualitätssicherungsprozesse zu fördern. Die AQ Austria leitet das Arbeitspaket 'Empowering Automatic Recognition Through Quality Assurance Procedures', das darauf abzielt, die Qualitätssicherungsverfahren zu stärken und die Anerkennung von Micro-Credentials und gemeinsamen Abschlüssen zu unterstützen.
Micro-Credentials sind kleine, flexible Qualifikationen, die spezifische Kompetenzen oder Lernergebnisse nachweisen und zunehmend an Bedeutung gewinnen. Sie bieten eine Möglichkeit, lebenslanges Lernen zu fördern und den Bildungsbedarf in einer sich schnell verändernden Arbeitswelt zu decken.
Die Stärkung der Anerkennungsverfahren hat direkte Auswirkungen auf Studierende, Hochschulen und Arbeitgeber. Für Studierende bedeutet dies eine größere Flexibilität und die Möglichkeit, ihre bereits erworbenen Kompetenzen anerkennen zu lassen, was den Zugang zu höherer Bildung erleichtert. Hochschulen profitieren von standardisierten Verfahren, die die Qualität der Anerkennungsprozesse gewährleisten und die internationale Zusammenarbeit fördern.
Ein Beispiel für die praktische Anwendung ist die Anerkennung von Kompetenzen, die während eines Auslandsaufenthalts erworben wurden. Durch die verbesserten Verfahren können Studierende sicher sein, dass ihre im Ausland erbrachten Leistungen in Österreich anerkannt werden, was die Attraktivität internationaler Studienprogramme erhöht.
Statistiken zeigen, dass die Anzahl der Studierenden, die von Anerkennungsverfahren profitieren, in den letzten Jahren stetig gestiegen ist. Laut einer Studie der AQ Austria haben im Jahr 2024 über 10.000 Studierende Anerkennungsverfahren durchlaufen, was einem Anstieg von 15 % im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Diese Zahlen verdeutlichen die wachsende Bedeutung und Akzeptanz dieser Verfahren im Bildungsbereich.
Die AQ Austria plant, ihre Bemühungen zur Verbesserung der Anerkennungsverfahren weiter auszubauen. In den kommenden Jahren wird der Fokus auf der Digitalisierung der Prozesse und der Entwicklung neuer Tools liegen, die eine noch effizientere und transparentere Anerkennung ermöglichen. Diese Entwicklungen sind entscheidend, um den Bildungsraum Europa zu stärken und den Anforderungen einer globalisierten Welt gerecht zu werden.
Die Initiativen der AQ Austria markieren einen bedeutenden Schritt in der Weiterentwicklung der Anerkennungsverfahren in Österreich. Sie bieten nicht nur eine solide Grundlage für die Anerkennung bereits erworbener Kompetenzen, sondern fördern auch die internationale Zusammenarbeit und Mobilität. Interessierte können weitere Informationen auf der Webseite der AQ Austria finden.