Es ist ein Thema, das niemanden kalt lässt: Suizidalität unter Jugendlichen ist in Österreich alarmierend hoch. Laut einer aktuellen Pressemitteilung der Rat auf Draht gemeinnützige GmbH, die am 9. September 2025 veröffentlicht wurde, wurde im ersten Halbjahr dieses Jahres bereits 593 Mal zu Suizida
Es ist ein Thema, das niemanden kalt lässt: Suizidalität unter Jugendlichen ist in Österreich alarmierend hoch. Laut einer aktuellen Pressemitteilung der Rat auf Draht gemeinnützige GmbH, die am 9. September 2025 veröffentlicht wurde, wurde im ersten Halbjahr dieses Jahres bereits 593 Mal zu Suizidalität beraten. Diese erschreckenden Zahlen verdeutlichen die Dringlichkeit, mit der wir uns dieser Problematik widmen müssen.
Die Pubertät ist eine Zeit des Umbruchs und der Veränderung. Es ist eine Phase, in der Jugendliche mit einer Vielzahl von körperlichen, emotionalen und sozialen Herausforderungen konfrontiert sind. Doch diese Belastungen werden oft nicht als ernsthafte Krisen wahrgenommen. "Die Pubertät ist eine Zeit großer körperlicher, emotionaler und sozialer Veränderungen. Viele Belastungen in dieser Lebensphase werden nicht als ernsthafte Krisen wahrgenommen, sondern oft bagatellisiert. Dabei können sie existenzielle Ängste und Lebensüberdruss auslösen", erklärt eine Expertin von Rat auf Draht.
Jugendliche befinden sich in einer intensiven Phase der Identitätsentwicklung. Ihre Fähigkeit zur Impulskontrolle und emotionalen Regulation ist oft noch nicht vollständig ausgereift. Dies kann zu Rückzug, Leistungsabfall in der Schule oder impulsivem Verhalten führen. Diese Symptome werden von Eltern und Lehrern häufig übersehen oder missverstanden, was es den Jugendlichen erschwert, die notwendige Unterstützung zu erhalten.
Ein stabiler Selbstwert und Selbstmitgefühl sind entscheidend, um Krisen zu bewältigen. Selbstmitgefühl hilft, innere Selbstkritik zu mildern und emotional stabiler zu bleiben. "Jugendliche, die lernen, sich selbst mit Verständnis zu begegnen, zeigen eine höhere Widerstandsfähigkeit und können schwierige Lebensphasen mit mehr Hoffnung und Zuversicht bewältigen", so die Expertin.
In der heutigen digitalen Welt wird das Selbstwertgefühl von Jugendlichen kontinuierlich herausgefordert. Plattformen wie Instagram und TikTok präsentieren oft idealisierte Darstellungen von vermeintlich perfekten Leben. Diese unrealistischen Ideale können das eigene Selbstbild verzerren und zu erhöhtem psychischen Druck führen. Deshalb ist es wichtig, Jugendliche dabei zu unterstützen, diese Inhalte kritisch zu reflektieren und ein realistisches, gefestigtes Selbstbild zu entwickeln.
Eltern spielen eine entscheidende Rolle, wenn es darum geht, ein unterstützendes Umfeld zu schaffen. Ein Umfeld, in dem offen über Gefühle und Probleme gesprochen werden kann, vermittelt Sicherheit und Vertrauen. "Stärkt man Jugendliche in ihrer emotionalen Stabilität, ihrem Selbstmitgefühl und ihrer Fähigkeit zur positiven Selbstwahrnehmung, schafft man Schutzmechanismen gegen Suizidrisiken. Zudem wirkt ein solches Umfeld der Isolation und Verzweiflung entgegen", betont die Expertin.
Auch im schulischen Kontext ist die Förderung von Resilienz und Selbstmitgefühl wichtig. Beratungsangebote sollten leicht zugänglich sein und psychische Gesundheit sollte als fester Bestandteil im Schulalltag verankert werden.
Rat auf Draht ist ein Angebot von SOS-Kinderdorf und bietet rund um die Uhr kostenlose und anonyme Beratungen für Kinder und Jugendliche an. Diese wichtige Arbeit wird zu einem großen Teil aus Spenden finanziert. Ein "Aus" des Notrufes würde mehr als 40.000 Hilfesuchende pro Jahr im Stich lassen. Deshalb ist es wichtig, diese Initiative zu unterstützen. Jede Minute zählt, um einen jungen Menschen aus einer akuten Krisensituation zu retten.
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