VKI testet 14 Geräte - Europäische Marken dominieren Spitzenfeld
Neuer Test zeigt: Sieben von 14 Akku-Staubsaugern sind empfehlenswert, zwei Modelle fallen komplett durch. Laufzeit bleibt Schwachstelle.
Der Akku-Staubsauger hat sich in vielen österreichischen Haushalten als praktischer Helfer etabliert. Doch wie gut sind die kabellosen Geräte wirklich? Der Verein für Konsumenteninformation (VKI) hat gemeinsam mit der Stiftung Warentest 14 aktuelle Modelle unter die Lupe genommen - mit gemischten Ergebnissen.
Das Fazit des umfangreichen Tests fällt ernüchternd aus: Nur sieben der 14 getesteten Akku-Staubsauger können als gute Haushaltshelfer empfohlen werden. Ein Gerät landete im Mittelfeld, während sechs weitere Modelle die Erwartungen nicht erfüllen konnten. Besonders enttäuschend: Zwei Produkte erhielten sogar die schlechteste Bewertung "nicht zufriedenstellend" und fielen komplett durch.
"Die Ergebnisse zeigen deutlich, dass Verbraucher beim Kauf eines Akku-Staubsaugers genau hinschauen sollten", erklärt VKI-Projektleiter Christian Undeutsch. "Nicht jedes Gerät hält, was die Werbung verspricht."
Eine interessante Erkenntnis des Tests: Ausnahmslos europäische Marken sicherten sich die Spitzenplätze. Diese Geräte überzeugten sowohl mit ihrer Reinigungsleistung als auch mit ihrer soliden Verarbeitung. Die besten Modelle stammten von etablierten europäischen Herstellern, die bereits seit Jahren im Staubsauger-Segment tätig sind.
Eine bemerkenswerte Ausnahme bildete jedoch der "Philips 5000 Series Flex", der trotz europäischer Herkunft nur mit "weniger zufriedenstellend" bewertet wurde. Dieses Ergebnis zeigt, dass auch bekannte Markennamen nicht automatisch für Qualität garantieren.
Besonders bedenklich sind die Erkenntnisse zu gesundheitlichen Aspekten: Der Philips-Staubsauger fiel nicht nur durch schwache Saugleistung auf, sondern bläst auch vergleichsweise viel Feinstaub zurück in die Raumluft. "Das ist ein gravierender Nachteil für Hausstaub-Allergiker", warnt Undeutsch. Für Menschen mit Allergien kann dies zu einer erheblichen Verschlechterung der Raumluftqualität führen.
Noch problematischer: Im Griff des Philips-Geräts wurde Naphthalin nachgewiesen, ein Stoff, der im Verdacht steht, krebserregend zu sein. Auch beim chinesischen Hersteller Xiaomi (Modell G20 Max) fanden die Tester diesen bedenklichen Stoff im Griff. Die gemessenen Werte lagen zwar knapp unter dem Grenzwert des GS-Siegels ("Geprüfte Sicherheit"), dennoch ist dies ein beunruhigender Fund.
Komplett durchgefallen sind der "Shark PowerPro IZ380EU" und der "Anyson Stars 5". Beide Modelle versagten beim wichtigsten Kriterium - der Saugleistung - vollständig. Besonders interessant ist der Fall des "Anyson Stars 5": Dieses Gerät erinnert optisch stark an die beliebten Dyson-Staubsauger und wurde ausschließlich über Amazon vertrieben. Ein klassischer Fall von Produktpiraterie, der Verbraucher mit vermeintlich günstigem Markendesign lockt, aber qualitativ völlig versagt.
Trotz technischer Fortschritte bleibt die Laufzeit der Akkus ein kritischer Punkt. Während moderne Akku-Staubsauger bei der reinen Saugleistung durchaus mit kabelgebundenen Geräten mithalten können, zeigen sich deutliche Schwächen bei der Betriebsdauer.
Auf höchster Leistungsstufe, wie sie für Teppiche benötigt wird, ist die Luft bereits nach wenigen Minuten raus: Beim Xiaomi-Modell nach nur sechs Minuten, beim Samsung-Gerät nach neun Minuten. Diese kurzen Laufzeiten machen eine gründliche Reinigung größerer Wohnungen praktisch unmöglich.
Zwar erreichen einzelne Modelle längere Betriebszeiten, jedoch meist auf Kosten der Reinigungsleistung. Verbraucher stehen damit vor einem Dilemma: Entweder kurze, aber effektive Reinigung oder längere Laufzeit mit reduzierter Saugkraft.
"Ein Wechselakku wäre eine sinnvolle Lösung", erklärt Christian Undeutsch, "jedoch ist dieser meist nicht im Lieferumfang enthalten." Verbraucher müssen für einen zweiten Akku oft zusätzlich 50 bis 100 Euro investieren.
Der Haltbarkeitstest offenbarte weitere Schwachstellen: Bei manchen Geräten lässt die Akkukapazität bereits nach kurzer Zeit merklich nach. Besonders dramatisch war der Kapazitätsverlust beim "Dyson V11 Advanced", einem eigentlich hochpreisigen Gerät.
Zusätzlich erschweren manche Hersteller den Akkuwechsel unnötig. Bei Xiaomi kann ein defekter Akku beispielsweise nur über einen autorisierten Servicepartner getauscht werden - ein Service, der oft teuer und zeitaufwändig ist.
Basierend auf den Testergebnissen sollten österreichische Verbraucher beim Kauf eines Akku-Staubsaugers mehrere Faktoren berücksichtigen:
Der Test zeigt: Teuer ist nicht automatisch besser. Während einige Premiummodelle enttäuschen, überzeugen mittelpreisige Geräte europäischer Hersteller mit solidem Preis-Leistungs-Verhältnis. Verbraucher sollten daher nicht blind auf Markennamen oder hohe Preise vertrauen.
Die Testergebnisse machen deutlich, dass bei Akku-Staubsaugern noch Entwicklungsbedarf besteht. Insbesondere bei der Akkutechnologie sind Fortschritte nötig, um längere Laufzeiten bei gleichbleibend hoher Leistung zu ermöglichen.
Für Verbraucher bedeutet dies: Wer sich für einen Akku-Staubsauger entscheidet, sollte realistische Erwartungen haben und das Gerät als Ergänzung, nicht als vollständigen Ersatz für einen kabelgebundenen Staubsauger betrachten.
Die detaillierten Testergebnisse mit allen Bewertungen und Empfehlungen sind ab sofort online unter www.vki.at/akkusauger-2026 verfügbar und bieten Verbrauchern eine wertvolle Entscheidungshilfe beim Kauf.