Ein historischer Tag für das niederösterreichische Waldviertel: Nach umfassenden Modernisierungsarbeiten erstrahlt der Bahnhof Sigmundsherberg in neuem Glanz. Die 53 Millionen Euro teure Investition markiert einen wichtigen Schritt in der NÖ-Bahnoffensive.
Ein historischer Tag für das niederösterreichische Waldviertel: Nach umfassenden Modernisierungsarbeiten erstrahlt der Bahnhof Sigmundsherberg in neuem Glanz. Die 53 Millionen Euro teure Investition markiert einen wichtigen Schritt in der NÖ-Bahnoffensive.
Der Bahnhof Sigmundsherberg ist neugestaltet, vollständig barrierefrei und bietet den Fahrgästen verbesserte Zugangs- und Umsteigemöglichkeiten zwischen der Franz-Josefs-Bahn und der Kamptalbahn. Es wurden neue und verlängerte Bahnsteige, ein modernisierter Warteraum sowie zeitgemäße Fahrgastinformation, etwa durch digitale Infostelen, umgesetzt. Ein Großteil der Arbeiten – einschließlich des neuen elektronischen Stellwerks – wurde seit Mai 2024 während des laufenden Bahnbetriebs umgesetzt. Der bestehende Mittelbahnsteig wurde erweitert.
Ein wesentlicher Bestandteil der Bahnhofserneuerung ist der neue, barrierefreie Personensteg, der die Park-&-Ride-Anlage, die Bahnsteige und den Zugang zum Ortszentrum miteinander verbindet. Die rund 103 Tonnen schwere Stahlkonstruktion wurde im Herbst 2025 mithilfe eines 750-Tonnen-Krans und eines 350-Tonnen-Krans eingehoben. Der Personensteg ist 58 Meter lang; die Aufgänge und Lifttürme sind jeweils rund zwölf Meter hoch. Insgesamt besteht die Konstruktion aus 3.273 vorgefertigten Einzelteilen.
Mit dem neuen Personensteg und den modernen Aufzugsanlagen ist der Bahnhof nun durchgängig barrierefrei. Die Aufzüge sind seit Anfang März in Betrieb und ermöglichen einen stufenlosen Zugang zu allen Bahnsteigen. Dadurch wird der Zugang insbesondere für mobilitätseingeschränkte Personen, ältere Fahrgäste sowie für Reisende mit Kinderwagen oder schwerem Gepäck erleichtert. Auch der Umstieg zwischen Zügen der Franz-Josefs-Bahn und der Kamptalbahn ist nun komfortabler möglich. Der bisherige Übergangssteg mit steilen Stiegen wird im Mai im Rahmen nächtlicher Arbeiten abgebaut.
Parallel zur Bahnhofseröffnung werden entlang der Franz-Josefs-Bahn weitere Infrastrukturmaßnahmen umgesetzt. In den kommenden Jahren erneuern die ÖBB Gleis- und Weichenanlagen, Oberleitungen, Brücken sowie den Ober- und Unterbau; mehrere Bahnhöfe werden bis 2027 mit elektronischen Stellwerken ausgestattet.
Für Arbeiten, die während des laufenden Betriebs nicht möglich sind, bündeln die ÖBB die Bauphasen: Der nördliche Abschnitt České Velenice – Sigmundsherberg ist von 18. bis 27. April 2026 unterbrochen. Direkt anschließend folgen von 27. April bis 9. Juni 2026 Arbeiten im Abschnitt Sigmundsherberg – Absdorf-Hippersdorf. In dieser Zeit sind auch Einschränkungen auf der Kamptalbahn Sigmundsherberg – Krems/Donau notwendig. Für alle betroffenen Strecken richten die ÖBB einen Schienenersatzverkehr mit Bussen ein; auf der Kamptalbahn können in der Früh einzelne Züge für Pendler und Schüler angeboten werden. Zwischen Absdorf-Hippersdorf und Wien verkehren die Züge wie gewohnt. Fahrgäste werden gebeten, sich vor Fahrtantritt in der ÖBB-Fahrplanauskunft Scotty über ihre Verbindung zu informieren.
Auf Schiene sind auch weitere Verbesserungen der Infrastruktur geplant, die in den 2030er-Jahren umgesetzt werden: Abschnitte nördlich von Absdorf-Hippersdorf sollen über eine Länge von 2,5 Kilometern sowie östlich von Irnfritz über 4 Kilometer zweigleisig ausgebaut werden. Neben dem abschnittsweisen zweigleisigen Ausbau ist die Anhebung der Höchstgeschwindigkeit in manchen Streckenabschnitten der Franz-Josefs-Bahn geplant. Die Bezirkshauptstadt Horn erhält bis zum Fahrplanwechsel im Dezember 2030 eine teilweise neue und elektrifizierte Streckenanbindung und damit erstmals eine attraktive Verbindung ohne Umsteigen nach Wien, so die Zielsetzung der NÖ-Bahnoffensive. Weiters werden Eisenbahnkreuzungen modernisiert oder aufgelassen.
Die neue Infrastruktur und die neu errichteten elektronischen Stellwerke sollen künftig zwischen Wien und Gmünd sowie in die Gegenrichtung einen durchgehenden Stundentakt bzw. einen Halbstundentakt in der Hauptverkehrszeit ermöglichen. Weiters werden Fahrzeiten verkürzt und es sind zusätzliche Halte in Großweikersdorf, Ziersdorf, Limberg-Maissau und Eggenburg geplant.
Weitere Informationen: Büro LH-Stellvertreter Udo Landbauer, Alexander Murlasits, Leitung Presse und Öffentlichkeitsarbeit, Telefon 0676/812 13742, E-Mail [email protected]