Gesundheit entsteht nicht nur in Krankenhäusern oder Arztpraxen – sie entwickelt sich dort, wo Menschen ihren Alltag verbringen. Diese revolutionäre Erkenntnis prägte vor vier Jahrzehnten ein Dokument, das bis heute die Gesundheitspolitik beeinflusst.
Gesundheit entsteht nicht nur in Krankenhäusern oder Arztpraxen – sie entwickelt sich dort, wo Menschen ihren Alltag verbringen. Diese Erkenntnis prägte vor vier Jahrzehnten ein Dokument, das bis heute die Gesundheitspolitik beeinflusst. Die Ottawa-Charta der Weltgesundheitsorganisation (WHO) wird in Österreich als Grundlage für Gesundheitsförderung bezeichnet. In der Charta wird postuliert, dass Gesundheit primär im Alltag der Menschen entsteht – dort, wo sie wohnen, lernen, leben und arbeiten.
Im Zentrum der Ottawa-Charta steht der Lebenswelten-Ansatz, der betont, dass Gesundheit in den alltäglichen Lebensräumen der Menschen entsteht, etwa in Schulen, Betrieben, Stadtvierteln und Gemeinden. Gesundheitsministerin Claudia Schumann wird mit den Worten zitiert: "Die Ottawa-Charta war ein Wendepunkt unseres heutigen Verständnisses von Gesundheit. Sie macht deutlich, dass Gesundheit nicht nur im Gesundheitssystem entsteht, sondern im Alltag der Menschen. Faktoren wie Lebensweise, soziale Bedingungen und Umwelt spielen dabei eine zentrale Rolle."
Der Fonds Gesundes Österreich (FGÖ) ist einer von drei Geschäftsbereichen der Gesundheit Österreich (GÖG) und arbeitet seit seiner Gründung 1998 daran, die Prinzipien der Ottawa-Charta in Österreich umzusetzen. Als Kompetenz- und Förderstelle unterstützt der FGÖ Projekte, die gesundheitsförderliche Lebenswelten schaffen und zu mehr gesundheitlicher Chancengerechtigkeit beitragen. Staatssekretärin Ulrike Königsberger-Ludwig wird zu dieser Ausrichtung wie folgt zitiert: "Die Ottawa-Charta gilt als Meilenstein der Gesundheitsförderung und ist zugleich ein starkes politisches Signal für mehr soziale Gerechtigkeit. Sie steht für Prävention, Chancengleichheit, Mitbestimmung und gemeinsame Verantwortung."
Anlässlich des Weltgesundheitstags rückt das Motto "Together for health. Stand with science" die Rolle von Wissenschaft und internationaler Zusammenarbeit in den Fokus. Die GÖG trägt als wissenschaftlich tätige Organisation dazu bei, Grundlagen für Gesundheitsförderung aufzubereiten und Politik sowie Praxis zu unterstützen. Geschäftsführer Herwig Ostermann wird mit den Worten zitiert: "Gesundheitsförderung muss in Österreich dauerhaft Teil der gesundheitspolitischen Steuerung bleiben. Die GÖG verbindet dafür strategische Entwicklung, fachliche Begleitung und die Unterstützung konkreter Maßnahmen – damit aus Grundsätzen wirksame Praxis wird."