Am 22. März stand der Weltwassertag unter dem Motto „Wasser und Gender“. Während weltweit über eine Milliarde Frauen keinen sicheren Zugang zu Trinkwasser haben, kann Österreich auf eine beeindruckende Wasserinfrastruktur verweisen.
Am 22. März stand der Weltwassertag unter dem Motto „Wasser und Gender“. In Österreich weist die Wasserinfrastruktur hohe Versorgungsraten auf. Umweltminister Norbert Totschnig nannte anlässlich des Aktionstages Zahlen aus der Wasserwirtschaft: 330 Kilometer neue Trinkwasserleitungen wurden 2025 verlegt; das Umweltministerium unterstützte Gemeinden im vergangenen Jahr mit 168 Millionen Euro bei der Trinkwasserversorgung und der Abwasserentsorgung. Für 2026 stehen weitere 126 Millionen Euro für Trink- und Abwasserprojekte bereit. Totschnig betonte, dass auch künftig weiterhin Investitionen in die Wasserwirtschaft nötig seien.
Im Zeitraum von 1959 bis 2024 wurden im Bereich der Siedlungswasserwirtschaft Investitionen in Höhe von rund 70 Milliarden Euro getätigt. Heute bestehen rund 175.000 Kilometer öffentliche Trink- und Abwasserleitungen. Dabei sind bereits 93 Prozent der österreichischen Bevölkerung an die öffentliche Trinkwasserversorgung und 96 Prozent an die Kanalisation angeschlossen.
Der Klimawandel stellt die Wasserwirtschaft vor Herausforderungen: Die Verdunstung in Österreich hat in den letzten Jahrzehnten um 17 Prozent zugenommen. Weitere Veränderungen untersucht die laufende Studie „Wasser im Klimawandel“, die im Auftrag des BMLUK durchgeführt wird. Erste Ergebnisse weisen auf saisonale Verschiebungen der Niederschläge hin: trockenere Sommer, feuchtere Winter und intensivere Starkregenereignisse. Diese Entwicklungen beeinflussen Grundwasserneubildung, Wasserverfügbarkeit und Hochwasserrisiken. Die Studie wird gemeinsam mit den Bundesländern und führenden österreichischen Forschungseinrichtungen durchgeführt und läuft bis Ende 2026; die Endergebnisse liefern Prognosen bis zum Jahr 2100 für Österreich.
Über die Hälfte der Trinkwasserleitungen und rund 30 Prozent der Abwasserleitungen in Österreich wurden vor 1983 gebaut. Aus diesem Grund sind laufende Sanierungen und Instandhaltungen wichtig. Um eine fundierte Datengrundlage für künftige Entscheidungen zu schaffen, startet das BMLUK eine bundesweite Erhebung bei den Gemeinden und Verbänden. Ziel ist es, den zukünftigen Investitionsbedarf in die Trinkwasser- und Abwasserinfrastruktur zu erheben.
„Sauberes Trinkwasser aus der Leitung und eine funktionierende Abwasserentsorgung sind für uns in Österreich selbstverständlich. Dahinter steht jedoch eine beeindruckende Infrastruktur“, betonte Umweltminister Norbert Totschnig.