Am 10. November 2025 fand im österreichischen Parlament ein bedeutsamer Festakt statt, der an die Gründung des Nationalfonds vor 30 Jahren erinnerte. Dieses Ereignis markiert nicht nur ein Jubiläum, sondern auch einen Meilenstein in der Aufarbeitung der nationalsozialistischen Vergangenheit Österrei
Am 10. November 2025 fand im österreichischen Parlament ein bedeutsamer Festakt statt, der an die Gründung des Nationalfonds vor 30 Jahren erinnerte. Dieses Ereignis markiert nicht nur ein Jubiläum, sondern auch einen Meilenstein in der Aufarbeitung der nationalsozialistischen Vergangenheit Österreichs. Der Nationalfonds wurde am 27. April 1995, zum 50. Jahrestag der Wiederherstellung der Republik, ins Leben gerufen. Sein Ziel: Die Anerkennung und Unterstützung der Opfer des Nationalsozialismus. Die Veranstaltung betonte die fortwährende Verantwortung Österreichs gegenüber den Überlebenden und ihren Nachkommen.
Der Nationalfonds der Republik Österreich wurde als Reaktion auf die lange Zeit verdrängte Mitverantwortung Österreichs an den Verbrechen des Nationalsozialismus gegründet. Bundeskanzler Franz Vranitzky bekannte 1991 erstmals die Mitschuld vieler Österreicherinnen und Österreicher an den NS-Verbrechen. Dies war ein bedeutender Schritt, der die Gründung des Fonds im Jahr 1995 vorbereitete. Der Fonds dient der Entschädigung und Anerkennung der Opfer und unterstützt Projekte zur Aufarbeitung der NS-Vergangenheit.
Der Begriff Nationalfonds bezieht sich auf eine staatlich unterstützte Einrichtung, die finanzielle Mittel bereitstellt, um Opfergruppen zu entschädigen und kulturelle sowie historische Projekte zu fördern. Antisemitismus beschreibt Vorurteile und Diskriminierung gegenüber Jüdinnen und Juden. Diese Begriffe sind zentral für das Verständnis der Arbeit des Nationalfonds.
Die Gründung des Nationalfonds war ein Wendepunkt in der österreichischen Erinnerungskultur. Im Vergleich dazu hat Deutschland bereits in den 1950er Jahren mit der Entschädigung von NS-Opfern begonnen, während die Schweiz sich lange Zeit schwer tat, ihre Rolle während des Zweiten Weltkriegs kritisch zu hinterfragen. Österreich hat mit der Gründung des Nationalfonds einen wichtigen Schritt in Richtung Anerkennung und Aufarbeitung gemacht.
Der Nationalfonds hat bisher über 3.200 Projekte mit mehr als 40 Millionen Euro gefördert. Diese Projekte reichen von Bildungsinitiativen über Gedenkstätten bis hin zur Unterstützung von Überlebenden. Ein Beispiel ist die Errichtung der Shoah-Namensmauern-Gedenkstätte in Wien, die an die ermordeten Jüdinnen und Juden erinnert. Solche Projekte tragen dazu bei, das Bewusstsein für die Verbrechen des NS-Regimes wachzuhalten und die Erinnerungskultur zu stärken.
Seit seiner Gründung hat der Nationalfonds bedeutende Summen in die Entschädigung und Unterstützung der NS-Opfer investiert. Die Vergabe des Simon-Wiesenthal-Preises ist ein weiterer wichtiger Aspekt der Fondsarbeit. Dieser Preis wird an Personen und Organisationen verliehen, die sich gegen Antisemitismus und für die Aufklärung über den Holocaust einsetzen.
In den kommenden Jahren wird der Nationalfonds seine Arbeit verstärkt auf die Prävention und Aufklärung ausrichten. Eine jährliche Konferenz im Parlament soll Impulse für eine zeitgemäße Erinnerungsarbeit setzen. Die Errichtung einer Gedenkstätte für die Roma und Sinti ist ein weiteres geplantes Projekt, das die umfassende Erinnerungskultur Österreichs weiter stärken soll.
Das 30-jährige Bestehen des Nationalfonds ist nicht nur ein Anlass zum Feiern, sondern auch zur Reflexion über die Verantwortung Österreichs. Der Fonds hat in den letzten drei Jahrzehnten einen wesentlichen Beitrag zur Aufarbeitung der NS-Vergangenheit geleistet und wird dies auch in Zukunft tun. Lassen Sie uns gemeinsam dafür sorgen, dass die Erinnerung an die Opfer des Nationalsozialismus lebendig bleibt und als Mahnung für kommende Generationen dient.
Weiterführende Informationen finden Sie auf der Webseite des Parlaments.