Am 10. November 2025 wird der Nationalratssaal in Wien zum Schauplatz eines bedeutenden Ereignisses: Der Nationalfonds der Republik Österreich für Opfer des Nationalsozialismus feiert sein 30-jähriges Bestehen. Eingeladen sind hochrangige Persönlichkeiten, darunter Bundespräsident Alexander Van der
Am 10. November 2025 wird der Nationalratssaal in Wien zum Schauplatz eines bedeutenden Ereignisses: Der Nationalfonds der Republik Österreich für Opfer des Nationalsozialismus feiert sein 30-jähriges Bestehen. Eingeladen sind hochrangige Persönlichkeiten, darunter Bundespräsident Alexander Van der Bellen, der die Festrede halten wird.
Der Nationalfonds wurde 1995 gegründet, genau 50 Jahre nach der Unabhängigkeitserklärung Österreichs. Diese Gründung war ein klares Bekenntnis der Republik zu ihrer historischen Verantwortung gegenüber den Opfern des Nationalsozialismus. Der Fonds dient nicht nur der finanziellen Entschädigung, sondern auch der Förderung von Projekten, die das Gedenken an die Opfer wachhalten.
Die Gründung des Nationalfonds war ein Meilenstein in der österreichischen Geschichte. Nach Jahrzehnten des Schweigens und Verdrängens setzte Österreich ein starkes Zeichen der Wiedergutmachung und Anerkennung. Der Fonds wurde ins Leben gerufen, um die materielle und immaterielle Wiedergutmachung für die Opfer des NS-Regimes zu leisten. Die Einrichtung des Fonds fiel in eine Zeit, in der Österreich seine Rolle während des Zweiten Weltkriegs und der NS-Zeit aufarbeitete.
Ein Experte für Zeitgeschichte kommentiert: "Der Nationalfonds ist ein wesentlicher Bestandteil der österreichischen Erinnerungskultur. Er zeigt, dass die Republik bereit ist, sich ihrer Vergangenheit zu stellen und Verantwortung zu übernehmen."
Der Festakt wird um 11 Uhr im Nationalratssaal beginnen. Nach den Eröffnungsworten von Zweitem Nationalratspräsident Peter Haubner wird Bundespräsident Van der Bellen die Festrede halten. Anschließend folgt ein Gespräch zwischen Nationalratspräsident a.D. Andreas Khol und Bundeskanzler a.D. Franz Vranitzky, moderiert von Nationalfonds-Vorständin Hannah Lessing.
Die Lesung wird von Nachfahren der Opfer in dritter Generation gehalten, was die Verbindung zwischen Vergangenheit und Gegenwart eindrucksvoll unterstreicht.
In den vergangenen 30 Jahren hat der Nationalfonds zahlreiche Projekte gefördert und unterstützt. Von der finanziellen Entschädigung bis hin zur Förderung von Bildungsprojekten, die das Bewusstsein für die NS-Zeit schärfen sollen. Der Fonds hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Erinnerung an die Opfer lebendig zu halten und die Lehren aus der Geschichte zu ziehen.
Im Vergleich zu ähnlichen Initiativen in anderen Ländern hat der österreichische Nationalfonds eine besondere Stellung. Während in Deutschland die Entschädigung der Opfer bereits in den 1950er Jahren begann, dauerte es in Österreich bis 1995, bis ein vergleichbarer Fonds eingerichtet wurde. Dies zeigt die unterschiedlichen Wege der Vergangenheitsbewältigung in den beiden Ländern.
Der Nationalfonds hat nicht nur die direkte Unterstützung der Überlebenden und ihrer Nachfahren im Blick, sondern auch die Auswirkungen auf die gesamte Gesellschaft. Durch die Förderung von Bildungsprojekten und Gedenkveranstaltungen trägt der Fonds zur Aufklärung und Sensibilisierung der Öffentlichkeit bei. Ein Historiker betont: "Der Nationalfonds ist ein wichtiger Baustein in der österreichischen Erinnerungskultur. Er erinnert uns daran, dass die Auseinandersetzung mit der Vergangenheit eine dauerhafte Aufgabe ist."
Politisch gesehen hat der Nationalfonds auch eine wichtige Rolle gespielt. Er hat dazu beigetragen, das Bewusstsein für die Verantwortung Österreichs in der NS-Zeit zu schärfen und die politische Kultur des Landes zu verändern. Die Einrichtung des Fonds war ein Zeichen dafür, dass Österreich bereit ist, sich seiner Vergangenheit zu stellen und die notwendigen Schritte zur Wiedergutmachung zu unternehmen.
Der Festakt am 10. November wird nicht nur ein Rückblick auf die vergangenen 30 Jahre sein, sondern auch einen Ausblick auf die zukünftigen Aufgaben des Nationalfonds geben. Die Herausforderungen der kommenden Jahre werden darin bestehen, die Erinnerung an die Opfer des Nationalsozialismus lebendig zu halten und die Lehren aus der Geschichte an die nächsten Generationen weiterzugeben.
Ein Zukunftsforscher erklärt: "Die Arbeit des Nationalfonds wird auch in Zukunft von großer Bedeutung sein. In einer Zeit, in der antisemitische und rassistische Tendenzen wieder zunehmen, ist es wichtiger denn je, die Erinnerung an die Schrecken der Vergangenheit wachzuhalten und die Gesellschaft für die Gefahren von Intoleranz und Hass zu sensibilisieren."
Die Veranstaltung wird live in der Mediathek des Parlaments und ab 11 Uhr in ORF III übertragen. Interessierte können den Festakt somit auch von zu Hause aus verfolgen und an diesem wichtigen Ereignis teilhaben.
Für Medienvertreter gibt es die Möglichkeit, sich über die Website des Parlaments anzumelden, um vor Ort zu berichten und Interviews mit den Teilnehmern zu führen.
Der Festakt anlässlich des 30-jährigen Bestehens des Nationalfonds ist ein bedeutendes Ereignis, das nicht nur die Vergangenheit würdigt, sondern auch die Weichen für die Zukunft stellt. Es ist ein Zeichen dafür, dass Österreich bereit ist, aus der Geschichte zu lernen und Verantwortung zu übernehmen.