Kurzdebatte im Nationalrat: Antrag auf Erbschaftssteuer in Minderheit
Die Grünen forderten im Nationalrat die verfassungskonforme Wiedereinführung der Erbschaftssteuer für Millionenerben. Der Antrag blieb in der Minderheit.
Die Wiedereinführung der Erbschafts- und Schenkungssteuer für Millionenerbschaften stand im Mittelpunkt eines Antrags der Grünen, der in einer Kurzdebatte im Nationalrat diskutiert wurde. Markus Koza (Grüne) betonte, es gehe um einen solidarischen Beitrag von "leistungslosem Einkommen" zur Bewältigung der Krisenkosten und zur Finanzierung der Schulen, der Krankenhäuser und der Universitäten. Er kritisierte, die Regierung wolle bei jenen sparen, "bei denen schon längst nichts mehr zu holen" sei.
Die Grünen stellten das Verlangen, den Antrag betreffend "Faire Besteuerung von Superreichen - Erbschaftssteuer für Millionenerben" bis spätestens 8. Juni 2026 im Finanzausschuss zu behandeln. Dieser Verlangensantrag blieb bei der Abstimmung in der Minderheit.
Im Antrag fordern die Grünen eine "verfassungskonforme Wiedereinführung der Erbschafts- und Schenkungssteuer für Millionenerbschaften, inklusive Erbersatzsteuer für Privatstiftungen". Gleichzeitig sollen "treffsichere Erleichterungen" für die Übergabe von klein- und mittelständischen Familienbetrieben und für die Übertragung von Eigenheimen vorgesehen werden.
Koza wies darauf hin, dass in Österreich 80 % der Steuern und Abgaben auf Arbeit und Konsum entfallen und nur 1 % der öffentlichen Einnahmen aus vermögensbezogenen Steuern stammen. Vor dem Hintergrund von Finanzkrise, Pandemie und Ukraine-Krieg forderte seine Fraktion erneut die Wiedereinführung der Erbschaftssteuer, wie sie in 20 von 27 EU-Staaten bereits üblich sei. Jakob Schwarz ergänzte, "Es sei einfach ungerecht, dass die Millionenerben fast nichts zahlen" und kritisierte, das neue Doppelbudget sei "voll mit Abgabenerhöhungen" und enthalte etwa die "Paketabgabe".
HINWEIS: Sitzungen des Nationalrats und des Bundesrats können via Livestream mitverfolgt werden und sind als Video-on-Demand in der Mediathek des Parlaments verfügbar. In der Mediathek finden sich auch Fotos von Plenarsitzungen.