Parlamentarier besichtigen Brenner Basistunnel und diskutieren Transitproblematik
25 Abgeordnete aus National- und Landtag diskutieren über Verkehrsprobleme Tirols. Mehr als 2,4 Millionen Transit-Lkw belasten jährlich den Brenner.
Der Verkehrsausschuss des Nationalrats war gestern und heute auf Einladung des Tiroler Landtags zu Gast in Tirol. 25 Parlamentarier aus Bund und Land diskutierten zentrale Fragen der Tiroler Verkehrspolitik und besichtigten wichtige Infrastrukturprojekte.
Tirol ist mit mehr als 2,4 Millionen Transit-Lkw über den Brenner vom internationalen Verkehr besonders betroffen. Damit fahren mehr Lkw über den Brennerkorridor als über alle anderen Alpenübergänge zusammen. Die Diskussionen umfassten das Tiroler Maßnahmenpaket gegen den Transitverkehr, den aktuellen Baufortschritt des Brenner Basistunnels zwischen Österreich und Italien sowie die Dekarbonisierung des öffentlichen Verkehrs.
Den Auftakt bildete der gestrige Besuch der Arbeiten am Brenner Basistunnel, dem weltweit längsten Eisenbahntunnel, im Wipptal. Anschließend besichtigten die Teilnehmer den Neubau der Luegbrücke auf der A 13 Brennerautobahn. Am Donnerstagvormittag kamen die Abgeordneten im Plenarsaal des Tiroler Landtags zusammen, um mit Experten über Schienen- und Straßeninfrastruktur, Elektromobilität und öffentlichen Verkehr zu diskutieren.
"Tirol spielt durch seine geografische Lage eine verkehrspolitische Schlüsselrolle in Österreich. Wir arbeiten gemeinsam mit der Tiroler Landespolitik daran, die Tiroler vom Transit zu entlasten", erklärte SPÖ-Verkehrssprecher und Verkehrsausschuss-Obmann Wolfgang Moitzi.
Florian Riedl, Vorsitzender des Tiroler Verkehrsausschusses, betonte: "Durch die besondere Topografie sind wir in Tirol bei der Lärm- und Schadstoffbelastung aber auch bei den vorhandenen Kapazitäten beschränkt und dafür brauchen wir den Bund, damit wir einheitlich und abgestimmt auch gegenüber der Europäischen Union auftreten können."
Verkehrslandesrat René Zumtobel hob die Bedeutung der Zusammenarbeit hervor: "Für den Großteil unserer herausfordernden Verkehrsthemen in Tirol brauchen wir die politische und finanzielle Unterstützung des Bundes." Er warb um breite Unterstützung für die Tiroler Position im Hinblick auf die kommende Woche anstehende Verhandlung vor dem EuGH.