Maurer kritisiert "hausgemachte Krise" und verlangt Gremienreform
Nach einstimmigem Misstrauensvotum des Redakteursrats fordern die Grünen den Rücktritt von vier ORF-Führungskräften und eine Reform der Governance.
Die Grünen fordern den Rücktritt mehrerer Führungskräfte im ORF, nachdem der Redakteursrat einstimmig das Misstrauen gegen sie ausgesprochen hat. Betroffen sind Heinz Lederer, Gregor Schütze, Peter Westenthaler und Thomas Prantner.
"Im ORF arbeiten hervorragende Journalist:innen, jedoch sind die Governance-Strukturen ein einziges Desaster. Genauso wie das aktuelle Bild des ORF in der Öffentlichkeit", erklärte Sigi Maurer, stellvertretende Klubobfrau und Mediensprecherin der Grünen.
Maurer macht die Regierung für die aktuelle Krise verantwortlich. "Die jetzige Krise im ORF ist von der Regierung hausgemacht. Sie hatte mit der vom VfGH aufgetragenen Gremienreform die Chance, die Parteipolitik aus den Gremien zu verbannen. Das absolute Gegenteil ist passiert: Nie waren mehr Parteigänger in den Gremien als jetzt – nie waren mehr persönliche und parteipolitische Interessen in den Gremien maßgeblich als jetzt", kritisierte sie.
Die Grünen verlangen eine umfassende Neugestaltung der ORF-Strukturen. "Es braucht jetzt eine grundlegende Reform der Leitung und Aufsicht im ORF, die Parteien müssen dort raus, Expertise und eine gesunde Unternehmenskultur müssen rein", so Maurer.
Zusätzlich fordern die Grünen einen "transparenten und partizipativen Prozess zur Neugestaltung der Governance im ORF". Dieser soll nicht wie die letzte Reform auf den Erhalt des politischen Einflusses ausgerichtet sein, sondern die Öffentlichkeit, Opposition und Belegschaft einbinden.