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Buchklub der Jugend vor dem Aus - Kunstaktion am Welttag des Buches

75 Jahre alte Institution der Leseförderung braucht 300.000 Euro jährlich

16. April 2026 um 10:51
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Der Österreichische Buchklub der Jugend, der 400.000 Kinder erreicht, droht noch heuer zu schließen. Am 23. April findet eine Kunstaktion statt.

Der Österreichische Buchklub der Jugend steht vor dem Aus. Die seit über 75 Jahren bestehende Institution der Leseförderung in Österreich könnte noch heuer geschlossen werden. Damit würde eine tragende Säule der Bildungs- und Kulturarbeit im Land verloren gehen.

400.000 Kinder jährlich erreicht

Der Buchklub erreicht jährlich rund 400.000 Kinder und bringt hochwertige Literatur direkt in Klassenzimmer – vom ländlichen Raum bis in urbane Zentren. Die Organisation bietet Orientierung in einem unübersichtlichen Kinder- und Jugendbuchmarkt von rund 7.500 Neuerscheinungen pro Jahr und wählt gezielt jene Titel aus, die sich besonders für den Unterricht eignen.

Seit Jahrzehnten vernetzt der Buchklub erfolgreich Autorinnen und Autoren, Illustratorinnen und Illustratoren, Verlage, Schulen und Eltern österreichweit. Ein Wegfall dieser Strukturen hätte weitreichende Folgen: Niederschwellige Angebote zur Leseförderung würden insbesondere für jene Kinder fehlen, die erst Zugang zum Lesen finden.

300.000 Euro jährlich würden Fortbestand sichern

Mit einer zusätzlichen Basisfinanzierung von rund 300.000 Euro jährlich könnte der Fortbestand des Buchklubs gesichert werden. Das entspricht weniger als einem Euro pro erreichtem Kind. Eine vergleichbare Organisation neu aufzubauen würde laut Buchklub viel Zeit und Geld benötigen.

Der Buchklub finanziert sich bislang größtenteils selbst, insbesondere durch den Direktvertrieb von Lesefördermaterialien an Schulen. Angesichts steigender Kosten für den Schulbesuch werden jedoch gerade Materialien zur Leseförderung häufiger eingespart. Öffentliche Förderungen durch Bundesstellen decken derzeit weniger als 20 Prozent des Budgets.

Kunstaktion am Ballhausplatz

Am 23. April um 11 Uhr findet am Ballhausplatz die Kunstaktion "Laut für das Lesen" statt. Der Buchklub ruft gemeinsam mit der IG Autorinnen Autoren und dem Österreichischen Schriftsteller/innen-Verband zu dieser Aktion auf. Sie findet am Welttag des Buches statt und setzt ein starkes Zeichen für den Erhalt der Leseförderung in Österreich.

Lesekompetenz-Krise in Österreich

Aktuelle Ergebnisse der internationalen PIAAC-Studie zeigen einen akuten Handlungsbedarf: Rund 29 Prozent der Erwachsenen in Österreich verfügen nur über geringe Lesekompetenzen, mit deutlich steigender Tendenz seit 2011. Fast ein Drittel der Bevölkerung hat Schwierigkeiten, Texte sicher zu verstehen.

Der Buchklub fordert eine nachhaltige finanzielle Absicherung, ein klares Bekenntnis der öffentlichen Hand und verstärktes finanzielles Engagement von Unternehmen und Organisationen. "Leseförderung geht uns alle an. Jetzt ist der Moment zu handeln", heißt es in dem Appell.

Schlagworte

#Buchklub#Leseförderung#Bildung#Welttag des Buches#Kunstaktion

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