Hochmoderne Anlage soll bis 2030 Wiens Wasserversorgung sichern
Wien beginnt mit dem Bau eines neuen Wasserwerks auf der Donauinsel. Das 140-Millionen-Euro-Projekt ist Teil der Strategie "Wiener Wasser 2050".
Mit einem feierlichen Spatenstich fiel am Donnerstag der Startschuss für ein weiteres Leuchtturmprojekt der Wiener Trinkwasserversorgung: Auf der Donauinsel zwischen Nordbrücke und Steinitzsteg entsteht bis 2030 ein hochmodernes Wasserwerk. Es ist eine von zahlreichen Maßnahmen der Strategie "Wiener Wasser 2050", mit der sich die Stadt Wien auf den durch Bevölkerungswachstum und Klimakrise bedingten erhöhten Wasserbedarf vorbereitet.
"Wir treffen jetzt die nötigen Maßnahmen, damit auch für die nächsten Generationen zu jeder Zeit bestes Trinkwasser da ist", sagte Klimastadtrat Jürgen Czernohorszky. Mit dem Wasserwerk Donauinsel erhöhe man die Versorgungssicherheit für ganz Wien.
NEOS Wien Klubobfrau Selma Arapović erklärte: "Mit dem neuen Wasserwerk auf der Donauinsel machen wir die Wiener Wasserversorgung krisenfest und gerade in Zeiten des Klimawandels auch klimafit." SPÖ-Klubvorsitzender Josef Taucher betonte, dass das Projekt ein weiterer zentraler Baustein für die Daseinsvorsorge in Wien sei.
Im neuen Wasserwerk wird Wasser aus 17 Grundwasser-Brunnen in den Schutzgebieten Donauinsel und Nußdorf aufbereitet. Die Aufbereitung erfolgt in vier Stufen: Zunächst wird dem Wasser Sauerstoff zugeführt, dann fließt es durch einen Grob- und einen Feinfilter. Im letzten Schritt wird das Wasser mittels UV-Licht desinfiziert.
"Mit der mehrstufigen Aufbereitung im Wasserwerk Donauinsel sorgen wir für die ständige Verfügbarkeit von bestem Trinkwasser", erklärte Paul Hellmeier, Chef von Wiener Wasser. Das Wasserwerk kann künftig bis zu 1.000 Liter Trinkwasser pro Sekunde liefern.
Im Vorfeld der Inbetriebnahme kooperiert Wiener Wasser mit mehreren Universitäten. Ab Sommer 2027 werden mit Hilfe einer Pilotanlage einzelne Verfahrensschritte getestet und optimiert. Die Forschung wird im fertiggestellten Wasserwerk auf einer fix eingerichteten Versuchsstrecke fortgesetzt.
Auf einer Fläche von etwa 50 mal 90 Metern werden zunächst Bohrpfähle hergestellt, um die tiefe Baugrube zu sichern. Nach umfangreichen Aushubarbeiten bis zu 12 Metern Tiefe wird bis Sommer 2029 der Betonbau errichtet. Insgesamt werden rund 12.000 Kubikmeter Beton und 1.700 Tonnen Stahl verbaut.
Ab 20. April 2026 werden Fußgänger und Radfahrer zwischen Floridsdorfer Brücke und Nordbrücke über den eigens ausgebauten Treppelweg umgeleitet, da der Hauptweg für den Baustellenverkehr benötigt wird. Der Kostenrahmen für das Großprojekt beträgt rund 140 Millionen Euro.