Organisation unterstützt geplanten Fonds zur Vermeidung von Frauen- und Kinderarmut
Die Familienberatungsorganisation aktion leben österreich drängt auf schnelle Einführung der für 2026 angekündigten Unterhaltsgarantie.
Die Familienberatungsorganisation aktion leben österreich unterstützt die im Regierungsprogramm angekündigte Unterhaltsgarantie und fordert deren rasche Umsetzung. Der geplante Fonds soll der Vermeidung von Frauen- und Kinderarmut dienen.
"Die Umsetzung der Unterhaltsgarantie ist dringend notwendig, denn in unserer Beratung begleiten wir viele Frauen, die weder Unterhalt noch Unterhaltsvorschuss bekommen", erklärt Mag. Martina Kronthaler, Generalsekretärin von aktion leben österreich. Die Organisation ist Trägerin einer geförderten Familienberatungsstelle.
Besonders betroffen sind Fälle, in denen der Vater nicht bekannt, nicht greifbar oder nicht zahlungswillig oder zahlungsfähig ist, wie konkrete Fallbeispiele aus der Beratungspraxis zeigen.
Auch durch langwierige Verfahren bei Vaterschafts-Anerkennungen und Unterhaltsexekution erhalten Frauen oft monatelang kein Geld, müssen aber alle Lebenserhaltungskosten tragen. "Wenn der Vater bei Gerichtsterminen nicht erscheint und wegen Einspruchsfristen werden die Prozesse häufig noch weiter hinausgezögert", beschreibt Kronthaler die Problematik.
Wenn sich Väter ihrer Verantwortung entziehen, gehe dies auf Kosten von Frauen und Kindern. "Babys brauchen rund um die Uhr eine psychisch stabile und verfügbare Mutter. Existenzängste, lange Gerichtsverfahren und Konflikte stellen jedoch eine enorme psychische Belastung für die Frauen dar", so Kronthaler.
Oftmals würden über die "Unterhaltsabhängigkeit" der Frauen auch Beziehungskonflikte ausgetragen sowie seitens der Väter Macht und Kontrolle ausgeübt.
"Es gibt Ex-Partner, die derart Druck auf die Frau ausüben, bis sie auf den Unterhalt verzichten – erst dann würde Psychoterror beendet", berichtet Kronthaler. Immer wieder würden sich Männer auch der Vaterschaftsanerkennung entziehen und ins Ausland absetzen.
"Dann stehen die Frauen mit ihren Babys gerade in der vulnerabelsten Phase allein da", erklärt die Generalsekretärin. "Es ist bekannt, dass sich das Stressempfinden der Mutter auf die Kindesentwicklung auswirkt. Daher muss die finanzielle und auch emotionale Sicherheit Müttern und Kindern in unserer Gesellschaft höchste Priorität haben."